Aug
23

Weiterhin enttäuschende Konjunkturindikatoren in den USA haben den Pessimisten neue Nahrung gegeben und die Zinsen für US-Staatsanleihen weiter nach unten getrieben. Gleichzeitig sind die Aktienkurse noch mehr unter Druck gekommen, da viele Investoren die Gewinnaussichten der Unternehmen vor diesem Hintergrund kritischer einschätzen. Für das zweite Quartal wird in den USA jetzt mit einem Wirtschaftswachstum von nur noch 1,4% annualisiert gerechnet. Dies ist viel zu wenig, um dem schwachen Arbeitsmarkt positive Impulse geben zu können. Die hohe Arbeitslosigkeit scheint noch viele Quartale das dominante Thema in Amerika zu bleiben und drückt zusammen mit den sehr schwachen Immobilienpreisen weiterhin auf die Konsumnachfrage, die für rund 70% der US-Wirtschaftsleistung verantwortlich ist. Die Euro-Zinsen gehen derzeit im Gleichschritt mit nach unten. Besonders die deutschen Bundesanleihen sind als Hort der Sicherheit bei Investoren gefragt. Die zehnjährigen Bunds haben diese Woche mit 2,29% einen neuen historischen Tiefstand erreicht, da offensichtlich auch im Eurogebiet derzeit die Deflationsangst stärker ist als die Furcht vor mittelfristigen Inflationsschüben. Es scheint ganz so, als ob sich die von den Notenbanken in den vergangenen zwei Jahren im Zuge der Krisenbekämpfung geschaffene Liquidität damit verstärkt in den Anleihemärkten ansammelt. Nach den Aktienmärkten zur Jahrtausendwende und den angloamerikanischen Immobilienmärkten von 2005 bis 2007 entsteht damit die nächste große Blase, die durch die lockere Geldpolitik der Notenbanken gefördert wird. Wann diese platzt, ist genauso wie bei den früheren Ereignissen schwer vorhersehbar. Dass dies dennoch passieren wird, steht fest. Derzeit scheint jedoch die Nachfrage nach Anleihen weiter ungebrochen und dies treibt vorerst das Geschehen. Für die nächsten Tage erwarten wir weitere Senkungen der Baugeldzinsen durch die Banken, die inzwischen von den günstigeren Refinanzierungskonditionen am Rentenmarkt profitieren und diese schrittweise an die Kunden weitergeben.

Für Baugeldkunden bleibt die Spekulation auf sinkende Zinsen jedoch riskant. Jederzeit können technische Korrekturen zu kräftigen Zinsanstiegen führen. Das mittelfristige Bild bleibt angesichts der oben beschriebenen Blase gefährlich. Baufinanzierungen laufen in der Regel 25-30 Jahre und daher ist es sicherlich empfehlenswert, zumindest einen großen Teil der Finanzierungssumme bei den aktuell historisch tiefen Niveaus festzuschreiben und abzusichern. Grundsätzlich raten wir, bei diesen niedrigen Zinsen eine Tilgung von zwei bis drei Prozent zu wählen, damit die Gesamtlaufzeit des Darlehens überschaubar bleibt. Gefragt sind momentan zum Beispiel sogenannte Volltilger-Darlehen. Dabei steht über eine höhere laufende Tilgung heute schon eine Rate fest, die nach 20 oder 25 Jahren zur vollständigen Rückzahlung des Darlehens führt. Das Risiko, später zu deutlich höheren Zinsen eine Anschlussfinanzierung vornehmen zu müssen, wird damit bereits jetzt ausgeschlossen. Die Finanzierungsspezialisten bei Interhyp können auf mehr als 250 Banken zugreifen und erarbeiten gerne eine individuelle Lösung. Zur Analyse der eigenen Situation und zur Beobachtung der Zinsentwicklung 2011 eignen sich auch die Zins-Charts und Tools auf der Interhyp-Website.

Tendenz
kurzfristig: abwärts
mittelfristig: aufwärts

Quelle: Kommentar zur Zinsentwicklung 2011 der Interhyp AG

Nov
01

Seit dem letzten Konjunkturbericht der amerikanischen Notenbank (FED), dem so genannten Beige Book, ist in allen zwölf FED-Distrikten entweder eine Stabilisierung oder eine leichte Verbesserung in vielen Sektoren eingetreten. Vor allem der private Immobiliensektor und das produzierende Gewerbe sendeten positive Signale. Dieser Aufwärtstrend wird aber immer noch als klein oder vereinzelt beschrieben. Der Markt für Geschäftsimmobilien sei immer noch der schwächste Sektor, er wird allgemein als einer der größten verbleibenden Sorgen der Finanzbranche gesehen. Auch der Arbeitsmarkt bereitet der FED weiterhin Probleme. Zwar seien einzelne Verbesserungen zu erkennen, aber die Bedingungen werden weiterhin als schwach oder gemischt beschrieben. Allgemein haben sich die wirtschaftlichen Rahmendaten in den USA zuletzt verbessert. Das Tempo, mit der sich die Wirtschaft in den USA von der mit Abstand schwersten Rezession seit Jahrzehnten zu erholen beginnt, bleibt allerdings niedrig.
Nach Einschätzung des Notenbankers Richard Fisher macht es deshalb derzeit keinen Sinn die Leitzinsen zu erhöhen, da die Inflation kein Risiko darstelle. Er ist dagegen sehr besorgt über die hohe Arbeitslosigkeit. Analysten gehen davon aus, dass die FED im kommenden Jahr langsam beginnen wird, die massive Unterstützung für die Wirtschaft Schritt für Schritt zurückzufahren. Sollte sich die Belebung der Konjunktur als robust erweisen, so wird mit einer ersten Leitzinserhöhung im zweiten Halbjahr 2010 gerechnet.
Für die Eurozone hält Bundesbankpräsident Axel Weber einen erneuten Rückfall der Wirtschaft in die Rezession für sehr unwahrscheinlich. Eine Reihe von Faktoren würden auf einen ziemlich freundlichen Konjunkturausblick hindeuten. Zudem würde ein großer Teil, der von Regierungen und Notenbanken durchgeführten Maßnahmen, ihre Wirkung erst im Jahr 2010 voll entfalten. Die Deflationsgefahren seien angesichts der wieder steigenden Rohstoffpreise und der sich erholenden Konjunktur quasi verschwunden. Auf der anderen Seite gebe es auf kurze Sicht so gut wie keine Inflationsgefahren. Vor zu großem Optimismus warnt Weber jedoch.
Bei den Baugeldzinsen waren in der letzten Zeit Schwankungen mit allgemein steigender Tendenz zu beobachten. Kurzfristig ist ein weiter Anstieg nicht auszuschließen. Daher raten wir allen Baugeldinteressenten, sich jetzt um eine
günstige Finanzierung zu bemühen, denn die Zinsen für eine Immobilienfinanzierung sind immer noch auf einem historisch günstigen Niveau.
Allen Immobilienbesitzer, deren Zinsbindung der Erstfinanzierung in den nächsten fünf Jahren ausläuft, raten wir jetzt ein Forward-Darlehen abzuschließen. Auch bei den Forward-Aufschlägen ist eine Tendenz nach oben zu erkennen. Hierzu ein Beispiel: Wird ein Darlehen von 150.000 Euro 36 Monate im Voraus abgeschlossen und beträgt der Forward-Aufschlag je Monat nur einen Basispunkt anstatt drei Basispunkten, so beträgt die Ersparnis in zehn Jahren gut 10.000 Euro.

Tendenz
Kurzfristig: leicht steigend
Langfristig: steigend

Quelle: Kommentar zur Zinsentwicklung der Dr.Klein & Co.AG

Sep
03

Zum Abschluss der jährlichen Federal-Reserve-Konferenz in Jackson Hole in den USA hat der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Jean-Claude Trichet seine Notenbank-Kollegen vor mangelnder Wachsamkeit in der einsetzenden Konjunkturerholung gewarnt. Sie müssten alles tun, um eine Wiederholung der verheerenden Finanzkrise zu verhindern, so Trichet. Neben Prognosen für die rezessionsgebeutelte Weltwirtschaft für 2010 stand die Frage nach dem Ausstieg aus der Krisenpolitik des billigen Geldes im Mittelpunkt des Treffens von Vertretern der 35 führenden Notenbanken sowie Wirtschaftsexperten.

Der Chef der amerikanischen Notenbank (FED), Ben Bernanke, sieht in den kommenden Monaten bis 2010 eine schrittweise Erholung der Weltwirtschaft und einen Weg aus der Krise. Die amerikanische Volkswirtschaft, aber auch die weltweite Wirtschaft, sei nach einer tiefen Rezession im Begriff sich zu erholen, so Bernanke. Er ist allerdings der Meinung, dass der Weg bis zu neuem Wachstum lang, steinig und risikoreich sein wird. Zudem hält er umfassende Reformen des internationalen Finanzwesens für notwendig, um die Gefahr einer Wiederholung zu eliminieren.

Die Notenbanken kämpfen mit milliardenschweren Liquiditätsspritzen, massiven Leitzinssenkungen und zahlreichen unorthodoxen Maßnahmen, zum Beispiel dem Ankauf von Staatsanleihen, gegen die schwerste Finanz- und Wirtschaftskrise seit 80 Jahren. Die FED hat etwa den Leitzins in den USA auf fast Null gesenkt und massiv Geld in die Märkte gepumpt. Kritiker befürchten, dass so die Inflation angeheizt werden könnte.
Die Baugeldzinsen sind zurzeit so günstig wie in den Aufbaujahren nach dem zweiten Weltkrieg. Ähnlich niedrige Zinsen gab es zum letzten Mal vor gut drei Jahren sowie 2003. Gerade kurze Zinsfestschreibungen scheinen momentan ein Schnäppchen zu sein. Doch hier ist Vorsicht geboten: Ist das Zinsniveau nach Ablauf des Kurzfristkredits nach zwei oder drei Jahren abgelaufen, kann es schnell teuer werden. Bei einer Kreditsumme von 150.000 Euro bedeutet ein Zinsanstieg von zwei Prozent eine monatliche Mehrbelastung von 250 Euro, das kann für den Darlehensnehmer schnell ruinös werden.
Daher sollten Sie bei der Wahl der Zinsbindungsdauer eine möglichst lange Periode wählen. So haben Sie eine langfristige Planungssicherheit und das gesetzliche Kündigungsrecht ermöglich es Ihnen die Zinsen nach zehn Jahren erneut festzusetzen, sollte das Zinsniveau bis dahin gesunken sein.

Tendenz
Kurzfristig: schwankend
Langfristig: steigend

Jun
14

Vor dem Hintergrund weiterer Signale einer Stabilisierung der Weltwirtschaft und steigender Ölpreise bleiben die Kapitalmarktzinsen unter Druck. Während die Notenbanken die Leitzinsen nahe der Nulllinie fest verankert haben, werden die langfristigen Zinsen von Angebot und Nachfrage nach Anleihen bestimmt. Hier dominieren derzeit die Verkäufer das Bild, die Staatsanleihen abstoßen und in riskantere Anlageformen umschichten. Sie rechnen mit einem schnellen Ende der Wirtschaftskrise und fürchten schon bald wieder steigende Inflationsraten. Damit bleibt der Aufwärtsdruck bei den langen Laufzeiten vorerst bestehen und wir erwarten auch für die nächsten Wochen keine Änderung dieser Tendenz.

Baugeldkunden sollten daher weiter auf Sicherheit setzen und die Konditionen jetzt langfristig fixieren. Besonders für junge Familien und Kunden mit Neubauvorhaben sind lange Laufzeiten mit guten Sondertilgungsoptionen zu empfehlen. So genannte Volltilger-Darlehen, die einen durchgehenden Zinssatz bis zur endgültigen Rückzahlung bieten, sind besonders interessant. Hier bekommt der Kreditnehmer durch die höhere festgelegte Tilgung nicht nur absolute Planungssicherheit, sondern aufgrund der steilen Zinskurve auch weitere Konditionsvorteile. Finanzierungskunden, die direkt von der Situation tiefer Leitzinsen profitieren möchten und sich zudem hohe Flexibilität wünschen, können mit dem Kombi-Darlehen die Sicherheit einer Festzins-Tranche mit den niedrigen Zinsen einer EURIBOR-Tranche kombinieren. Damit sinken die monatlichen Belastungen deutlich und weitere Leitzinssenkungen führen durch die quartalsweise Anpassung der variablen Tranche unmittelbar zu besseren Konditionen. Die variable Tranche kann aber auch zukünftig in ein Festzinsdarlehen gewandelt werden, so dass später Zinssicherheit erreicht wird. Zum Zinsanpassungstermin kann die variable Tranche zudem teilweise oder ganz getilgt werden. Gerade in diesen Zeiten erscheint der Kauf einer Immobilie zur Eigennutzung die beste und sicherste Anlage des Eigenkapitals zu sein und noch dazu die langfristig attraktivste Altersvorsorge. Interhyp rät daher in dieser Phase mehr Eigenkapital einzusetzen und auch höhere Tilgungen zu vereinbaren, da das Besparen der eigenen Immobilie im Gegensatz zu vielen Anlageformen hohe Kalkulationssicherheit bietet.

Tendenz
kurzfristig: aufwärts
mittelfristig: seitwärts

Quelle: Zinskommentar der Interhyp AG

Jan
31

Trotz weiterhin sehr sehr schwacher Konjunkturindikatoren und Wachstumsprognosen sind die längerfristigen Kapitalmarktzinsen im Verlauf der Woche kräftig angestiegen. Ausschlaggebend dafür ist die zunehmende Besorgnis, dass die nicht enden wollenden Ankündigungen von immer neuen Rettungs- und Konjunkturpaketen in den USA, Europa und inzwischen auch Asien zu einem Refinanzierungsbedarf der Staaten führt, der an den Kapitalmärkten nur schwer auf dem heutigen tiefen Zinsniveau zu platzieren sein wird. Damit steigt der Risikoaufschlag, den Investoren fr eine längere Kapitalbindung fordern und lange Zinsbindungen werden für Kreditnehmer teurer. Die US-Notenbank hat diese Woche die Leitzinsen unverändert auf dem historisch tiefen Niveau von 0% – 0,25% belassen und gleichzeitig angekündigt, dass sie durch Käufe von langfristigen US-Staatsanleihen auch die langfristigen Zinsen absenken möchte. Da dieser Schritt allerdings von vielen Marktteilnehmern als fast schon verzweifelte Manahme zum Gelddrucken gesehen wird, die mittelfristig die Kaufkraft des Dollars unterminiert, steigt auch die Besorgnis um die Wertstabilität von langfristigen amerikanischen Staatsanleihen. Euroland kann sich von der amerikanischen Zinstendenz nicht abkoppeln und folgt den Bewegungen dort. Da wir für die nächste Sitzung der Europischen Zentralbank kommende Woche keine Leitzinssenkung erwarten, gehen wir für die nächsten Tage von einer Seitwärtsentwicklung der Kapitalmarktzinsen und damit auch der Baugeldzinsen aus.

Wir bleiben bei unserer Empfehlung, dass Baufinanzierungskunden die aktuellen Konditionen sichern sollten und sich insbesondere längere Laufzeiten dafür anbieten. Zur Optimierung der laufenden Zinsbelastung können auch Kombinationen aus 5- und 15-jährigen Laufzeiten sinnvoll sein. Anschlussfinanzierern empfehlen wir, die immer noch niedrigen Aufschläge für Forward-Darlehen zu nutzen. Viele Baufinanzierungen aus den Jahren 1999 und 2000 mit Zinssätzen von ber 6% knnen jetzt bei einem Bankwechsel mit einer Vier vor dem Komma optimiert werden. Die Spezialisten fr Anschlussfinanzierungen bei Interhyp knnen auf mehr als 70 Banken zugreifen und die nächste Zinsperiode optimieren. Der Kauf einer Immobilie zur Eigennutzung scheint gerade in diesen unsicheren Zeiten die beste und sicherste Anlage des Eigenkapitals zu sein und noch dazu die langfristig attraktivste Altersvorsorge. Wir empfehlen daher, eher mehr Eigenkapital einzusetzen und auch Tilgungen von 2% zu vereinbaren, da das Besparen der eigenen Immobilie hohe Kalkulationssicherheit bietet.

Tendenz
kurzfristig: seitwärts
mittelfristig: seitwärts

Quelle: Zinskommentar der Interhyp AG

Jan
28

Jean-Claude Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), hat das gerade begonnene Jahr bereits abgeschrieben und rechnet erst 2010 mit einer leichten Erholung der Weltwirtschaft. Er gehe davon aus, dass die Wachstumszahlen in allen wichtigen industrialisierten Volkswirtschaften negativ sein werden. Auch die Schwellenländer könnten sich seiner Meinung nach nicht diesem Trend entziehen. Trichet ist allerdings überzeugt, dass der kräftige Rückgang des Ölpreises, die Konjunkturprogramme zahlreicher Regierungen, die massiven Zinssenkungen und immer neue Liquiditätsspritzen der Zentralbank langfristig positiv wirken werden.

Die Zinssenkungen der EZB gehen indes weiter. Bei ihrer regulären Sitzung in der vergangenen Woche hat die EZB die Leitzinsen um 50 Basispunkte auf nun 2 Prozent gesenkt. Dies ist der niedrigste Satz seit sechs Jahren. Nach Ansicht der Ökonomen spiegelt die Senkung der Leitzinsen die weitere Abschwächung der globalen und europäischen Wirtschaft wider. Die geldpolitische Lockerung sei notwendig gewesen, um den disinflationären Druck aus der negativen Rückkopplung zwischen Finanzsektor und Realwirtschaft zu durchbrechen.
Auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geht davon aus, dass sich die Wirtschaft im Euro-Raum frühestens Mitte 2010 erholen wird. Die Risiken für die Konjunktur seien weiterhin enorm, so die Sprecher der Organisation. Für Deutschland prognostiziert die OECD ein Sinken der Wirtschaftsleistung um 0,9 Prozent. Zwar habe durch die konzentrierten Bankengarantien europaweit ein Kollaps des Finanzsystems verhindert werden können. Die Möglichkeiten, die Wirtschaft etwa durch Steuererleichterungen anzukurbeln, seien jedoch zunehmend begrenzt.

Der einzige Lichtblick laut OECD sei das Sinken der Inflationsrate von vier Prozent im vergangenen Jahr auf derzeit 1,6 Prozent. Dies ist der niedrigste Stand seit mehr als zwei Jahren. Damit liegt die Teuerungsrate in der Eurozone erstmals seit August 2007 wieder unter der Marke von 2 Prozent. Aber sie droht auch gleich schon wieder aus dem Bereich herauszufallen, bei dem die EZB ihre Preisstabilitätsnorm – also eine Inflation von knapp zwei Prozent – erfüllt sieht. Seit dem Sommer 2008 hat der Inflationsdruck stark nachgelassen. Neben den rückläufigen Ölpreisen hat auch eine Beruhigung an der Preisfront für viele Lebensmittel hierzu beigetragen. Viele Ökonomen schätzen, dass die Teuerungsrate in den nächsten Monaten weiter fallen wird.
Die Baufinanzierungszinsen befinden sich weiterhin auf einem günstigen Niveau, schwanken aber zunehmend. Hier können wir nur wiederholt den Rat aussprechen, frühzeitig alle notwendigen Unterlagen zusammen zu tragen und die Zinsentwicklung zu beobachten. Auf diese Weise können Sie schnell auf Zinsausschläge nach unten reagieren und sich günstige Konditionen sichern. Ihre Finanzierungsberater von Dr. Klein stehen Ihnen hierbei gerne zur Seite.

Derzeit ist zudem bei den Banken die Tendenz zu beobachten, die Aufschläge für Finanzierungen in den hohen Beleihungsausläufen immer weiter zu erhöhen. Wenn die Finanzierung 54 Prozent des Kaufpreises (60 Prozent des Beleihungsauslaufes) nicht übersteigt, spricht man von einer 1a-Finanzierung. Hier gelten die Bestkonditionen. Übersteigt der Finanzierungsbedarf diese Werte, so müssen Aufschläge gezahlt werden, da dies für die Banken ein größeres Risiko birgt. Hier raten wir allen Baugeldinteressenten mit wenig Eigenkapital zu einer schnellen Entscheidung, bevor die Aufschläge noch weiter angehoben werden.

Tendenz
Kurzfristig: schwankend
Langfristig: schwankend

Jan
12

Derzeit werden die Zinsmärkte weltweit von zwei Themen bewegt: Einerseits werden bedingt durch die extrem schwachen Wirtschaftszahlen weitere Leitzinssenkungen der Notenbanken erwartet, andererseits breitet sich zunehmend die Sorge aus, dass die Staaten durch das Anwerfen der Gelddruckmaschinen und durch die exorbitante Ausweitung der Staatsschulden die langfristigen Kapitalmarktzinsen nach oben treiben könnten. In der Folge werden die Zinsstrukturkurven steiler, da die Risikoprämien für lange Zinsbindungen steigen, obwohl derzeit die Inflationsraten im Rekordtempo fallen. Vielen Investoren wird inzwischen das Ausmaß der Schecks, die von den Politikern weltweit jede Woche in Hunderten Milliarden geschrieben werden, unheimlich. Aus diesem Grund wird auch eine weitere Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) am nächsten Donnerstag nicht zwangsläufig zu niedrigeren Kapitalmarktzinsen führen. Die schwachen Exportzahlen in Deutschland und die anhaltend schwachen Konjunkturindikatoren in praktisch allen Euroländern werden unserer Ansicht nach die EZB zu einer Zinssenkung um 0,50 Prozentpunkte veranlassen. Für die Baugeldkonditionen sind aber weder die Leitzinsen entscheidend noch die Renditen von Bundesanleihen, sondern die Refinanzierungsmöglichkeiten der Banken. Wir gehen davon aus, dass sich der Zinsabstand zwischen Baugeld und Staatsanleiherenditen in den nächsten Monaten weiter ausweiten wird. Das heißt, dass selbst sinkende Renditen bei Bundesanleihen nicht unbedingt zu tieferen Baugeldzinsen führen werden. Wir bleiben bei unserer Empfehlung, dass Baufinanzierungskunden die aktuellen Konditionen sichern sollten. Gerade längere Laufzeiten bieten sich dazu an. Anschlussfinanzierern empfehlen wir, die immer noch niedrigen Aufschläge für Forward-Darlehen zu nutzen. Viele Baufinanzierungen aus den Jahren 1999 und 2000 wurden damals mit Zinssätzen von über 6% abgeschlossen und können jetzt bei einem Bankwechsel mit einer Vier vor dem Komma gesichert werden. Die Spezialisten für Anschlussfinanzierungen bei Interhyp können auf mehr als 70 Banken zugreifen und die nächste Zinsperiode optimieren. Der Kauf einer Immobilie zur Eigennutzung scheint gerade in diesen unsicheren Zeiten die beste und sicherste Anlage des Eigenkapitals zu sein und dazu noch die langfristig attraktivste Altersvorsorge. Wir empfehlen daher, eher mehr Eigenkapital einzusetzen und auch höhere Tilgungen zu vereinbaren, da das Besparen der eigenen Immobilie hohe Kalkulationssicherheit bietet.

Tendenz
kurzfristig: seitwärts
mittelfristig: seitwärts

Quelle: Zinskommentar der Interhyp AG

Dez
05

Im Verlauf dieser Woche ist es an den Anleihemärkten zu einer regelrechten Kaufpanik gekommen und die Renditen für Staatsanleihen haben in den USA und in Euroland die tiefsten Niveaus seit 50 Jahren erreicht. Ausschlaggebend für diese starke Nachfrage der Investoren nach Staatstiteln war einerseits die Erwartung deutlicher Leitzinssenkungen der Notenbanken, andererseits aber auch die nachhaltige Flucht in die beste Kreditqualität, die die Investoren in Anleihen der USA und der Bundesrepublik Deutschland sehen. Mit dem gestrigen Zinsschritt um 0,75 Prozentpunkte nach unten auf nunmehr 2,50% hat die Europäische Zentralbank ein klares Zeichen gesetzt und gleichzeitig die Erwartungen des Marktes getroffen. Die Tatsache, dass die Bank of England um einen ganzen Prozentpunkt auf 2,0% und die Reichsbank in Schweden sogar um 1,75 Prozentpunkte gesenkt hat, illustriert aber auch die sehr angespannte Konjunktursituation und die Erwartung der Notenbanken, dass Inflation für längere Zeit kein Thema mehr ist. Mit der Flucht in die Qualität geht aber auch einher, dass die Risikoaufschläge für die Kredite an schwächere Staaten und Unternehmen in den letzten Monaten enorm angestiegen sind. Die private Baufinanzierung wird dagegen weiterhin mit sehr attraktiven Konditionen von den Banken bedient und als sehr sichere Kreditkategorie eingestuft. Baufinanzierungskunden muss aber bewusst sein, dass die Risikoprämien, die Banken verlangen müssen, auch in diesem Bereich ansteigen können und zukünftig fallende Zinsen bei den Staatsanleihen nicht unbedingt zu sinkenden Baugeldkonditionen führen müssen. Dieser Effekt hat bereits dazu geführt, dass zwar die Renditen der Bundesanleihen unter den Tiefständen von 2005 liegen, die Renditen von Pfandbriefen und damit auch Baufinanzierungen jedoch die alten Tiefstände von 2005 nicht erreicht haben. Da die erwarteten Zinsschritte der Notenbanken jetzt passiert sind, rechnen wir in den nächsten Wochen mit einer Aufwärtskorrektur bei den Baugeldzinsen um bis zu 30 Renditestellen.

Wir empfehlen Baufinanzierungskunden, in den nächsten Tagen die Konditionen zu sichern und den Zinsrutsch der letzten Wochen zu nutzen. Dabei gilt es weiterhin, konsequent mit langen Laufzeiten für Kalkulationssicherheit zu sorgen. Auch Baugeld mit 15 bis 30 Jahren Zinsbindung ist derzeit wieder deutlich unter 5% zu haben. Damit kann man sich bei entsprechender Tilgungshöhe praktisch bis zur vollen Rückzahlung den Zinssatz sichern, behält aber sogar die Option, nach 10 Jahren zu kündigen und damit eventuelle spätere Tiefzinsphasen nutzen zu können. Der Kauf einer Immobilie zur Eigennutzung scheint gerade in diesen unsicheren Zeiten eine gute und sichere Anlage des Eigenkapitals zu sein. Wir empfehlen daher, eher mehr Eigenkapital einzusetzen und auch höhere Tilgungen zu vereinbaren, da das Besparen der eigenen Immobilie hohe Kalkulierbarkeit im Ergebnis bietet.

Tendenz
kurzfristig: aufwärts
mittelfristig: seitwärts

Jul
25

Zinskommentar der Interhyp AG: Seit Mitte Juni bewegen sich die Kapitalmarktzinsen – gemessen an den auch für das Baugeld relevanten Pfandbriefrenditen – nervös um die 5,0%-Marke hin und her. Zwischen März und Mitte Juni waren sie in einem rasanten Anstieg von 4,30% auf diese Marke zugelaufen. Die nervösen Schwankungen drücken das Spannungsfeld zwischen der Erwartung einer Konjunkturabschwächung und der gleichzeitigen Tendenz zu höheren Inflationsraten aus. Damit geht es aber auch um eine Wette auf den nächsten Schritt der Europäischen Zentralbank (EZB). Bleibt sie bei ihrer klaren Präventionspolitik und konzentriert sich auf die Bekämpfung der zuletzt auf 4,0% angestiegenen Inflation? Dies macht eine weitere Leitzinserhöhung auf 4,50% im September wahrscheinlich. Oder hofft sie, dass die rückläufige Konjunktur den Preisauftrieb nachhaltig nach unten bringt und sendet daher bald Signale, dass keine weiteren Zinserhöhungen anstehen? Wir sehen die EZB ihrer Linie treu bleiben. Die aktuellen zehnjährigen Pfandbriefsätze bei 4,98% spiegeln aus unserer Sicht eher die Hoffnung der Investoren auf Entspannung wider. Das Szenario, dass die Inflation in den nächsten Quartalen hoch bleibt, ist in den aktuellen langfristigen Zinssätzen jedenfalls nicht eingepreist. Wir gehen davon aus, dass nach einer kurzen Phase der Schwankungen um die 5,0% die nächste größere Bewegung nicht nach unten, sondern nach oben kommen wird und sich eine höhere Risikoprämie bei langen Laufzeiten aufbauen wird.

Wir bleiben daher auch bei unserer Empfehlung, nicht auf sinkende Zinsen zu spekulieren, sondern rasch für Kalkulationssicherheit zu sorgen. Besonders lange Laufzeiten sind sinnvoll. Die 15- und 20-jährigen Konditionen bewegen sich nahe den 10-jährigen Zinsen und bieten daher Kunden die Möglichkeit, günstig für Kalkulationssicherheit zu sorgen. Mit dem gesetzlichen Sonderkündigungsrecht nach zehn Jahren bleibt man trotzdem flexibel und kann bis zur Endfälligkeit spätere Zinsentwicklungen zum eigenen Vorteil nutzen. Zudem bieten ausgewählte Banken Forward-Darlehen ohne die sonst üblichen Aufschläge an und geben damit die Vorteile der leicht inversen Zinsstrukturkurve an den Kunden weiter. Daher sollten Kunden mit Zinsbindungen, die in den nächsten Jahren ablaufen, schon jetzt für Sicherheit sorgen. Diese Absicherung ist derzeit zum Nulltarif möglich! Sollte die Zinskurve schnell wieder positiv werden, geht dieses Fenster zu. Auch hier gilt es umgehend zu handeln!

Tendenz
kurzfristig: seitwärts
mittelfristig: aufwärts

Robert Haselsteiner
Gründer und Vorstand der Interhyp AG