Jun
14

In der gestrigen Sitzung des Zentralbankrates hat EZB-Präsident Trichet den Leitzins von 1,0% für angemessen erklärt und damit Spekulationen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins noch einmal senken könnte, vorerst den Boden entzogen. Da gleichzeitig aus China hohe Zuwächse im Export gemeldet wurden, die auf steigende Nachfrage in den USA und in Europa hindeuten, haben im Wochenverlauf wieder die Konjunkturoptimisten die Oberhand gewonnen und ein leichter Zinsanstieg war die Folge. Der Bund-Future hat sich bei rund 128,50 Punkten eingependelt, nachdem er am Wochenanfang sogar die Marke von 130 Punkten überschritten hatte. Allgemein beschäftigt die Marktteilnehmer weiterhin die Frage der Staatsverschuldung. Besonderes Augenmerk gilt dabei Spanien. Für viele Beobachter wird sich an Spanien die weitere Entwicklung des Euros und der Währungsunion entscheiden. Während Griechenland und Portugal noch klein genug sind, um eventuell auch längerfristig von Kerneuropa mitfinanziert werden zu können und so die Einheit nicht zu gefährden, erscheint das bei Spanien nur schwer möglich. Spanien befindet sich seit mehr als zwei Jahren in Rezession, hat mit 20% die höchste Arbeitslosigkeit und leidet unter einer geplatzten Immobilienblase, die auch viele Spanier privat auf einem Schuldenberg sitzen lässt. Die dringend notwendigen Reformen am Arbeitsmarkt finden derzeit keine politische Mehrheit und machen das Krisenmanagement für Regierungschef Zapatero immer schwieriger. Auch die mittelfristige Gesundheit des spanischen Bankensektors wirft große Fragezeichen auf und hat bereits zu Spannungen im Interbanken-Markt geführt. Sollten die Strukturreformen nicht schnell zu Erfolgen führen, so wird die Staatsverschuldung in Spanien rasch wachsen und zu einem weiteren Test der neu gebildeten Transfergemeinschaft Euroraum werden. Damit könnte auch die EZB sehr schnell gezwungen sein, Spanien mit Aufkäufen von Staatsanleihen zu Hilfe zu kommen und damit die Geldmenge weiter aufzublähen. Fest steht, dass deutsche Bundesanleihen weiterhin als sicherer Hort gesehen werden und damit vorerst auch die Referenzzinsen für das Pricing von Baufinanzierungen in Deutschland günstig bleiben. Längerfristig drohen natürlich deutlich höhere Zinsen – und zwar, wenn das Gelddrucken der Notenbanken seinen Weg in die Preise findet und die Inflationserwartungen steigen.

Baugeldkunden sollten daher die Gunst der Stunde nutzen und ihre Konditionen mit längeren Laufzeiten absichern. Trotz aller kurzfristigen Schwankungen und der Verlockung auf noch tiefere Konditionen zu warten, gilt weiterhin eine Grundaussage: Wir empfehlen, zumindest einen großen Teil der Finanzierungssumme über lange Sollzinsbindungen festzuschreiben und damit für Kalkulationssicherheit zu sorgen. Baufinanzierungskunden müssen in Zeithorizonten von 20 bis 30 Jahren denken, in denen sie monatliche Zahlungen leisten und sollten sich daher auf keine Spekulation einlassen. Die Zinsen sind derzeit historisch tief und implizieren ein Deflationsumfeld für die nächsten Jahre. Eine Inflationsprämie ist in den aktuellen Zinssätzen nicht mehr enthalten. Grundsätzlich empfehlen wir bei diesem niedrigen Zinsniveau eine Tilgung von 2 – 3% zu wählen, damit die Gesamtlaufzeit des Darlehens überschaubar bleibt. Gefragt sind zum Beispiel auch sogenannte Volltilger-Darlehen. Dabei steht über eine höhere laufende Tilgung bereits heute eine Rate fest, die nach 20 oder 25 Jahren zur vollständigen Rückzahlung des Darlehens führt. Das Risiko später zu deutlich höheren Zinsen eine Anschlussfinanzierung vornehmen zu müssen, wird damit schon heute ausgeschlossen. Die Finanzierungsspezialisten der Interhyp können auf mehr als 250 Banken zugreifen und erarbeiten gerne eine individuelle Lösung für Sie. Zur Analyse der eigenen Situation und zur Beobachtung der Zinsentwicklung eignen sich auch die Zins-Charts und Tools auf der Interhyp-Website.

Tendenz
kurzfristig: seitwärts
mittelfristig: aufwärts

Quelle: Kommentar zur Zinsentwicklung 2010 der Interhyp AG

Apr
09

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat angekündigt, dass sie die Ausnahmeregelung, nach der die Banken Staatsanleihen mäßiger Qualität als Sicherheit hinterlegen dürfen, wenn sie sich Geld von der Zentralbank leihen, über das Jahr 2010 hinaus verlängern wird. Um das Bankensystem in der Finanzkrise zu stabilisieren, hatte die EZB die Anforderung, dass Staatsanleihen mindestens von einer Ratingagentur die Note „A–„ bzw. „A3“ erhalten haben müssen, auf die Mindestnote „BBB“ gesenkt. Diese Ausnahmeregelung sollte am Ende dieses Jahres also vor 2011 auslaufen, doch laut der EZB sollen Anleihen ohne A-Rating dann mit einem abgestuften Sicherheitsabschlag akzeptiert werden.

Von der Verlängerung der Ausnahmeregelung profitieren vor allem griechische Anleihen, denn bei einem Ende der Ausnahmeregelung wäre es für Griechenland im kommenden Jahr eng geworden. Die ursprüngliche, höhere Anforderung erfüllt das Land nur noch mit dem Rating von Moody’s, und Moody’s erwägt eine weitere Senkung der Bonitätsnote Griechenlands. Mit der Verlängerung der Ausnahmeregelung über das Jahr 2010 hinaus hat die EZB den Druck vom Markt bei der Zinsentwicklung genommen, dass eine Verkaufswelle für die griechischen Anleihen und eine Belastung für das griechische Bankensystem droht.

In seinem neuen Ländergutachten erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF), dass sich Deutschland nur langsam aus dem Konjunkturtal herausarbeiten kann. Für das laufende Jahr geht der IWF von einem Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent aus, für 2011 von 1,7 Prozent. Im Februar lag die Einschätzung noch bei 1,5 bzw. 1,9 Prozent Wachstum für Deutschland. Nach Ansicht des IWF wird sich der Abbau von Arbeitsplätzen beschleunigen, es wird sogar ein Anstieg der Arbeitslosigkeit auf bis zu 9,5 Prozent zum Jahresende erwartet. Auch für 2011 erwartet der IWF keine Besserung. Weitere Stellenstreichungen stünden vor allem in der deutschen Industrie bevor, insbesondere, wenn sich der Welthandel schwächer entwickelt als bisher erwartet. Vor allem die Instabilität des Bankensektors bleibt nach IWF-Einschätzung ein Risiko für den Aufschwung. Seit Beginn der Krise hat sich der Zustand der Finanzbranche zwar verbessert, doch es bestehen weiterhin Gefahren, wie das Risiko weiterer Kreditausfälle und Abschreibungen sowie das starke Engagement deutscher Banken in Südeuropa.

Das Zinsniveau für Baufinanzierungen ist weiterhin auf einem historisch günstigen Niveau. Für risikofreudige Baufinanzierer oder diejenigen, die in den kommenden Jahren einen größeren Geldbetrag zur Verfügung haben, kann es sich lohnen, für einen Teil der Finanzierungssumme einen variablen Zinssatz zu wählen. Wir empfehlen, z. B. für ein Drittel des Darlehensbetrags einen variablen Zinssatz und für den Rest eine lange Zinsbindung von 15 oder 20 Jahren zu wählen. Ein Darlehen mit einem variablen Zins, ob mit oder ohne Zinsobergrenze, ist schon für weniger als 2,50 Prozent zu bekommen. Sie können dabei jeweils zum Quartalsende auf ein Festzinsdarlehen wechseln. Ihre Baufinanzierungsexperten bei Dr. Klein beraten Sie gern!

Tendenz
Kurzfristig: schwankend
Langfristig: steigend

Quelle: Kommentar zur Zinsentwicklung bis 2011 der Dr. Klein & Co. AG

Mrz
11

Dank des Konjunkturprogramms und der lockeren Geldpolitik ist die US-Wirtschaft im vierten Quartal schneller gewachsen als ursprünglich geschätzt. Das Plus lag bei 5,9 Prozent, das ist der stärkste Zuwachs seit sechs Jahren. Die Prognosen für 2010 sehen diesen Aufwärtstrend weiter bestehen, wenn auch verhaltener. Trotz der günstigen Prognose erholen sich die USA nur langsam von der schwersten Rezession seit Jahrzehnten, denn der Aufschwung kommt auf dem Arbeitsmarkt nicht an. Das birgt die Gefahr, dass die Verbraucher sich mit ihren Ausgaben immer mehr zurückhalten und mehr und mehr Hausbesitzer in Zahlungsschwierigkeiten geraten.

Ben Bernanke, Chef der US-Notenbank (FED), versucht derweil, die Märkte zu beruhigen. Seiner Meinung nach befindet sich die Erholung der Wirtschaft erst am Anfang. Zudem wird die FED die Leitzinsen entgegen der Befürchtung von Investoren noch für geraume Zeit niedrig lassen. Ein endgültiger Ausstieg aus den billionenschweren Konjunkturstützungsprogrammen stehe vorerst nicht an, so Bernanke. In der Finanzkrise hatte die FED nicht nur den Leitzins sehr stark gesenkt, sondern auch für über eine Billion Dollar Hypotheken aufgekauft, um den Hypothekenmarkt zu stützen. Als die FED dann überraschend den Diskontsatz, also den Zins für Notfallkredite an Banken, anhob, weckte dies Ängste vor einer schneller als erwartet kommenden und konjunkturschädigenden Straffung der Geldpolitik. Bernanke bezeichnete die Maßnahmen der FED aber als „Normalisierung“ und nicht als „Straffung“ der Geldpolitik.

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) hat angekündigt, dass sie bei der Zinsentwicklung 2011 ihre großzügige Geldversorgung der Banken länger aufrechterhalten will. Zwar fährt sie die Liquiditätsspritzen langsam zurück, doch noch bis Mitte Oktober können Finanzhäuser bei den wöchentlichen Finanzierungsgeschäften so viel Geld abrufen, wie sie wünschen. Das gab EZB-Präsident Jean-Claude Trichet nach der Sitzung des EZB-Rates bekannt. Seit Ausbruch der Finanzkrise können Banken so viel Geld abrufen, wie sie brauchen. Bis zur Finanzkrise mussten sie üblicherweise in einem Bieterverfahren um frisches Geld kämpfen. Ziel der EZB ist es, langfristig zu dem alten Verfahren zurückzukehren.

Die Zinsen für Baugeld bewegen sich weiterhin auf einem historisch günstigen Niveau. So lagen die Konditionen für ein Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung vor gut einem halben Jahr noch etwa 0,40 Prozent über dem heutigen Zinssatz. Bei einem Darlehen von 150.000 Euro entspricht das auf die Zinsbindungsdauer gesehen einem Zinsmehraufwand von 6.000 Euro. Nutzen Sie daher jetzt die günstigen Konditionen. Läuft bei Ihrer Erstfinanzierung die Zinsbindung aus, so können wir Ihnen auch hier attraktive Konditionen bieten. Lassen Sie sich von unseren Baufinanzierungsexperten beraten und kommen Sie so in den Genuss eines Zinsabschlags von bis zu 0,20 Prozent bei Umschuldungen.

Tendenz
Kurzfristig: schwankend
Langfristig: steigend

Jan
29

Sollten Regierungen und Notenbanken ihre Konjunkturhilfen zu früh beenden, könnte es in den Industrieländern zu einer zweien Rezession kommen, so der Internationale Währungsfonds (IWF). Erst wenn die Beschäftigung wieder steige und die private Nachfrage anziehe, sollten die Konjunkturstützen nach und nach abgebaut werden. Auch für Europa sprach sich der IWF angesichts der steigenden Arbeitslosigkeit und der schlechten Kreditversorgung kleinerer und mittlerer Unternehmen gegen einen baldigen Ausstieg aus den Konjunkturhilfen aus.
Laut Ewald Nowotny, Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) und Gouverneur der österreichschen Nationalbank, ist es unwahrscheinlich, dass Europa innerhalb kurzer Zeit erneut in eine Rezession rutscht. Insbesondere in Deutschland, aber auch im übrigen Europa sei das Exportwachstum stärker als erwartet und auch der Euro-Höhenflug gefährde die Erholung nicht. Die Währungshüter hatten sich im Zuge der langsamen Erholung bereits im Dezember dazu entschieden, die Geld-Transfusionen an den Finanzsektor sukzessive zu verringern. Dabei wird aber nicht die Liquiditätszufuhr gestoppt, sondern die Laufzeiten verkürzt. Wann die EZB von diesem Prinzip der Vollzuteilung abrücken wird, ist weiterhin unklar.

Nach Einschätzung von EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark wird die Wirtschaft der Euro-Zone das Tempo ihrer Erholung von der globalen Krise in den kommenden Monaten nicht halten können. Hierbei dürfte es sich aber nicht um Zeichen eines erneuten Abschwungs handeln, sondern um die Charakteristika einer graduellen und holprigen wirtschaftlichen Erholung in den nächsten Quartalen, so Stark.
Auch die Erholung der Weltwirtschaft wird sich nach Einschätzung der Weltbank im Jahresverlauf abschwächen, da staatliche Konjunkturprogramme an Wirkung verlieren. Die private Nachfrage bleibe wegen der hohen Arbeitslosigkeit schwach und auch die Lage an den Finanzmärkten bleibe schwierig. Nach Ansicht der Weltbank wird sich die Weltwirtschaft langsamer als gedacht von der Krise erholen. Die Konsequenzen der Wirtschafts- und Finanzmarktkrise werden demnach voraussichtlich noch in den nächsten zehn Jahren zu spüren sein.
Für Baugeldinteressenten sind die Bedingungen weiterhin günstig. So kostet ein Baudarlehen heute je nach Dauer der Zinsbindung etwa 0,15 bis 0,75 Prozent weniger als vor einem Jahr. Auf zehn Jahre betrachtet macht eine Differenz von 0,75% bei einem Darlehen von 200.000 Euro einen Mehrbetrag an Zinszahlungen von 15.000 Euro aus.
Daher raten wir allen Baugeldinteressenten, sich jetzt die historisch günstigen Zinsen zu sichern bevor sich die Zinsen wieder aufwärts bewegen.

Tendenz
Kurzfristig: schwankend
Langfristig: steigend

Quelle Zinskommentar der Dr.Klein & Co AG

Jan
16

Die Zinsmärkte befinden sich weiterhin im Spannungsfeld der Konjunkturerwartungen. Waren noch im Dezember die Zinssätze für kurze Laufzeiten um rund 0,25 Prozentpunkte angestiegen, so hat sich diese Bewegung in den ersten beiden Wochen des neuen Jahres schon wieder umgekehrt. Noch Ende des vierten Quartals 2009 sahen die Investoren das Konjunkturglas halb voll und tippten auf eine erste Leitzinserhöhung der US-Notenbank und der Europäischen Zentralbank (EZB) für Sommer 2010. Nun macht sich die Überzeugung breit, dass frühestens im vierten Quartal 2010 der erste Zinsschritt kommen wird. Damit fühlen sich die eher nervösen Anleger in langlaufenden Anleihen wieder etwas sicherer und die Zinsen für diese Instrumente sind zuletzt um rund 0,15 Prozentpunkte gefallen. Die weltweite Konjunkturentwicklung zeigt weiterhin eine klare Zweiteilung. Die USA, Europa und Japan, also die alten Industrieländer, bauen immer noch Arbeitsplätze ab und belasten so den privaten Konsum und damit ihre Wachstumspotentiale. China, Indien, Brasilien und viele weitere Emerging Markets wachsen dagegen sehr dynamisch und bieten den alten Industrieländern zumindest Exportchancen. Diese Länder profitieren aber auch von den für ihr Wachstum viel zu niedrigen Zinsen, die aufgrund der Dollar-Koppelungen ihrer Währungen eigentlich von der US-Notenbank gesetzt werden. Ähnliches haben wir in den vergangenen zehn Jahren in Euroland gesehen, wo Länder wie Spanien, Irland, Portugal oder Griechenland von Euro-Zinsen profitiert haben, die in Bezug auf ihr eigenes Wachstumstempo viel zu tief waren und zu spekulativen Entwicklungen führten, die geplatzt sind. Im Kern ist die US-Notenbank die Welt-Notenbank geworden, die einerseits die dramatisch angeschlagene US-Wirtschaft unterstützen soll, andererseits für Blasenbildungen in China und den aufstrebenden Märkten verantwortlich gemacht werden wird. Solange die US-Notenbank bei den Leitzinsen tief bleibt, kann auch die EZB nur still halten, will sie nicht einen deutlich stärkeren Euro und damit einen Konjunkturdämpfer für Europa produzieren. Die Notenbanken sind nicht zu beneiden. Schwere Monate stehen ihnen bevor.
Baugeldkunden profitieren derzeit jedoch in zweifacher Hinsicht: einerseits von den niedrigen absoluten Zinsen am Kapitalmarkt, andererseits aber auch von der wieder verbesserten Bereitschaft einzelner Banken, diese günstigen Kapitalmarktzinsen an die Kunden weiter zu geben, nachdem die Refinanzierungsmöglichkeiten der Institute sich erneut verbessert haben. Umso wichtiger ist es, den Markt genau zu durchleuchten, um den richtigen Finanzierungspartner zu finden. Die Spezialisten bei Interhyp können auf inzwischen mehr als 200 Banken zugreifen und unterstützen Sie gerne dabei. Prinzipiell sollten Baugeldkunden derzeit die Absicherung auf lange Frist suchen. Die meisten Finanzierungen laufen rund 25 Jahre bis zur endgültigen Rückzahlung. Daher ist es mit erheblichen Risiken verbunden, wenn man zu kurze Zinsbindungen wählt. Es wäre unseriös, heute Zinsprognosen auf fünf oder gar zehn Jahre zu machen, denn das wirkliche Prolongationsrisiko ist nur nach Wahrscheinlichkeiten einzuschätzen. Im historischen Vergleich gehören die heutigen Zinssätze für lange Laufzeiten jedoch zu den tiefsten der letzten 50 Jahre. Damit ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass in fünf oder zehn Jahren die Zinssätze deutlich höher liegen. Dieses Risiko sollten deshalb gerade Käufer mit engen Budgets ausschließen. Über lange Zinsbindungen können Sie heute schon die monatlichen Belastungen auf viele Jahre festzurren. Mit der Wahl der richtigen Tilgungsmöglichkeiten ist eine schnelle Entschuldung möglich und durch den optimalen Einsatz von Fördermitteln lässt sich zusätzlich Geld sparen.

Tendenz
kurzfristig: seitwärts
mittelfristig: aufwärts

Jan
14

Die Teuerungsrate im Euroland ist so hoch wie seit Monaten nicht mehr und hat zum Jahresende deutlich zugelegt. Die jährliche Inflationsrate betrug im Dezember 0,9 Prozent, wie das europäische Statistikamt Eurostat mitteilte. Im November hatten die Preise 0,5 Prozent über dem Vorjahresniveau gelegen und in den Monaten davor waren sie sogar rückläufig gewesen. Als Hauptgrund für die steigenden Lebenshaltungskosten gilt der höhere Ölpreis. Ökonomen erwarten dennoch keine Inflationswelle, da wahrscheinlich hohe Arbeitslosenzahlen und schlechte Aussichten der Industrie eine Blasenbildung verhindern.
Einige Ökonomen, Notenbanker und Vertreter von Finanzministerien machen die lange Zeit lockere Geldpolitik vor allem der USA für die derzeitige Finanzkrise mitverantwortlich. Daher warnen sie davor, die gleichen Fehler noch einmal zu begehen, und drängen die Notenbanken, frühzeitig Szenarien für einen Ausstieg aus der großzügigen Liquiditätsbereitstellung festzulegen und die Geldpolitik wieder zu straffen.
Die Europäische Zentralbank (EZB) reduziert derweil die Liquidität, mit der sie seit Ausbruch der Finanzkrise das europäische Bankensystem gestützt hat. Im vergangenen Jahr ist die Bilanzsumme der EZB, die die an die Kreditwirtschaft geflossenen Mittel widerspiegelt, bereits um 9,5 Prozent zurückgegangen.
Ben Bernanke, Chef der US-Notenbank (FED), hat erneut die Politik der FED vor Ausbruch der Finanzkrise verteidigt und sagte, dass nicht der niedrige Leitzins, sondern “exotische Hypotheken” und ein zu starkes Vertrauen in die Immobilienpreise die schlimmste Rezession in den USA seit den 1930er Jahren ausgelöst hätten. Der beste Weg, die Blase am Häusermarkt und den Konjunktureinbruch zu verhindern, sei eine strengere Finanzregulierung gewesen, so Bernanke. Sorge bereitet den Mitgliedern der FED zurzeit zunehmend der Arbeitsmarkt. Im Vergleich zu früheren schweren Rezessionen gestaltet sich die Erholung nach Meinung von Mitgliedern der FED eher verhalten. Die Arbeitslosigkeit in den USA werde vermutlich für einige Zeit hoch bleiben, die Wirtschaft werde sich hingegen erholen, so die FED. Weiterhin rechnen einige Mitglieder der FED mit Risiken durch den Ausstieg aus dem massiven Ankauf von hypothekengesicherten Anleihen. Dadurch könne die Erholung des Immobilienmarktes gefährdet werden.
2009 lagen die Zinsen für Baugeld weit unter dem historischen Mittelwert. Besonders zum Jahresende sanken die Zinsen noch einmal. Im Vergleich zum Herbst 2008 sind die Konditionen für ein Darlehen mit einer zehnjährigen Zinsbindung etwa ein Prozent günstiger. Wir raten allen Kunden, diese Ersparnis zur höheren Tilgung einzusetzen und so schneller zu entschulden. Doch die Baugeldzinsen werden auf dem günstigen Niveau nicht verharren. Gerade die Zinsen für Finanzierungen mit einer Zinsbindung von fünf oder zehn Jahren werden vermutlich in den nächsten Monaten steigen. Handeln Sie daher rasch und sichern Sie sich so die günstigen Konditionen. Ihr Finanzierungsexperte von Dr. Klein berät Sie gern!

Tendenz
Kurzfristig: schwankend
Langfristig: steigend

Dez
19

Auf ihrer Sitzung letzte Woche Donnerstag hat die Europäische Zentralbank (EZB) beschlossen, den Ausstieg aus der krisenbedingten expansiven Geldpolitik zu beginnen. Aufgrund der verbesserten Bedingungen an den Finanzmärkten würden nicht mehr alle Liquiditätsmaßnahmen im gleichen Maße wie bisher benötigt. Ziel ist es, die Liquiditätsversorgung in der zweiten Jahreshälfte 2010 zurückzufahren und zu verteuern. Ab Januar wird die EZB einjährige Refinanzierungskredite für Banken nicht mehr anbieten. Als Reaktion auf die Finanzkrise hatte sie die Märkte mit diesen Krediten praktisch geflutet. Eine Erhöhung der Leitzinsen des Euroraums hat es dagegen nicht gegeben. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet betonte, dass der Leitzins von derzeit einem Prozent angemessen sei.
Bei der US-Notenbank FED wird offenbar heftig über eine Exit-Strategie gestritten. Dabei geht es um den Zeitpunkt und die Schnelligkeit beim Abbau der in der Krise in den Markt gepumpten Billionenliquidität. Einige Mitglieder der FED wollen im Gegensatz zu FED-Chef Ben Bernanke auch bei schwachem Wirtschaftswachstum zügig und drastisch vorgehen. Wann die FED eine Ausstiegsstrategie nutzt, ist deshalb weiterhin unklar. Ökonomen erwarten eine straffere Geldpolitik frühestens Mitte 2011.

Die FED hatte sich zuletzt selbst drei Kriterien gesetzt: die Inflationserwartungen, die Inflation und die Kapazitätsauslastung in der Industrie. Keine Risiken für die Geldwertstabilität signalisieren bislang die messbare Inflation und die geringe Kapazitätsauslastung. Die Rekordjagd des Goldes deutet dafür auf eine drastisch gestiegene Inflationserwartung hin, die in eine reale Inflation umschlagen könnte. Analysten sehen noch keinen Handlungszwang für die FED, aber das könne sich schnell ändern.
Auch bei anderen Volkswirtschaften geht es weiterhin turbulent zu. In Japan wurde für Oktober ein leichter Zuwachs verzeichnet, doch die japanische Volkswirtschaft erholt sich nur langsam von der Krise. Sollte es an den Finanzmärkten zu weiteren Turbulenzen kommen, so hat Japans Notenbank weitere Stützungsmaßnahmen für die Wirtschaft in Aussicht gestellt. Japan steckt wieder in einer „milden Deflationsphase“, das mussten Regierung und Notenbank einräumen. Infolge fallender Preise fürchtet die Regierung einen Rückfall in die Rezession und hat zuletzt den Druck auf die Bank of Japan erhöht. Die hat jedoch erklärt, dass sie abgesehen von einer Fortsetzung ihrer Nullzinspolitik nur wenig Spielraum hat. Der stark exportlastigen japanischen Wirtschaft macht neben dem Preisverfall auch der Absturz des Dollars zu schaffen.

Die Baufinanzierungszinsen sind in den letzten Wochen weiter gesunken. Im Vergleich zu den Baugeldzinsen von vor eineinhalb Jahren sind jetzt für ein Darlehen mit 20-jähriger Zinsbindung rund 0,80 Prozent weniger zu zahlen.

Das entspricht bei einer Finanzierungssumme von 150.000 Euro monatlich 100 Euro oder 24.000 Euro in zwanzig Jahren.

Bei einer Zinsbindung von zehn Jahren sind die Konditionen sogar um 1,10 Prozent gesunken, was monatlich 137,50 Euro oder 16.500 Euro in zehn Jahren entspricht.

Die Experten sind sich einig: Das aktuelle Zinstief wird nicht ewig dauern. Entscheiden Sie sich also jetzt für Ihre Baufinanzierung!

Tendenz
Kurzfristig: schwankend
Langfristig: steigend

Quelle: Zinsprognose 2010 der Dr.Klein & Co. AG auf Zinsentwicklung.de

Jul
05

Wie erwartet hat die Europäische Zentralbank (EZB) in ihrer gestrigen Sitzung die Leitzinsen für den Euroraum nicht weiter gesenkt. Sie bleibt damit in Wartestellung um den weiteren Konjunkturverlauf in der zweiten Jahreshälfte besser einschätzen zu können. Die Augen richten sich dabei besonders auf die Entwicklung in den USA, da von diesem Markt die ersten Erholungsimpulse für die Weltwirtschaft erwartet werden. Die Arbeitsmarktzahlen dieser Woche zeichnen aber ein weiterhin angespanntes Bild. So haben US-Unternehmen auch im Juni wieder 467.000 Stellen gestrichen und die Arbeitslosenrate hat mit 9,5% den höchsten Stand seit 1983 erreicht. Das drückt weiter auf die so wichtige Konsumnachfrage und belastet damit auch die Exportaussichten für europäische und asiatische Unternehmen. Vor diesem Hintergrund haben zuletzt die Kurse an den Börsen nachgegeben und die Nachfrage nach sicheren Anleihen hat auch die längerfristigen Kapitalmarktzinsen sinken lassen. Während das fundamentale Bild daher nicht für steigende Zinsen spricht, machen sich viele Investoren jedoch große Sorgen um die mittelfristigen Folgen der enormen Zuwächse in der Staatsverschuldung die als Folge von Konjunkturprogrammen und Rettungsaktionen derzeit von den Politikern weltweit billigend in Kauf genommen wird. Gerade für längere Laufzeiten wird daher ein Risikoaufschlag verlangt, der sich in einer sehr steilen Zinsstrukturkurve widerspiegelt. Wir sehen die aktuell tieferen Zinsen als Zwischentief und erwarten für die nächsten Wochen wieder eine Aufwärtstendenz bei den Kapitalmarktzinsen und damit auch bei den Baugeldkonditionen.

Vor diesem Hintergrund ist es riskant, auf sinkende Baufinanzierungskonditionen zu spekulieren. Wir empfehlen, die Zinsrückgänge der letzten Tage konsequent zu nutzen und damit Kalkulationssicherheit zu erreichen. Der Wettbewerb unter den Banken führt weiterhin zu sehr attraktiven Konditionen über alle Laufzeiten. Besonders wichtig in diesen volatilen Marktphasen ist die Wahl der richtigen Finanzierungsstruktur in Bezug auf Laufzeiten, Tilgungsmöglichkeiten und Einsatz von Fördermitteln. So können Kombinationen aus 5-jährigen und 15- oder 20-jährigen Zinsbindungen sehr sinnvoll sein, weil sie hohe Kalkulationssicherheit mit niedrigeren monatlichen Belastungen und Flexibilität bei der zukünftigen Rückzahlung verbinden. Gefragt sind derzeit auch sogenannte Volltilger-Darlehen, die einen durchgehenden Zinssatz bis zur endgültigen Rückzahlung bieten. Die höhere festgelegte Tilgung führt dabei wegen der steilen Zinskurve zu Konditionsvorteilen. Der Kauf einer Immobilie zur Eigennutzung erscheint gerade in diesen unsicheren Zeiten die beste und sicherste Anlage des Eigenkapitals zu sein und noch dazu die langfristig attraktivste Altersvorsorge. Wir empfehlen daher in dieser Phase eher mehr Eigenkapital einzusetzen und auch höhere Tilgungen zu vereinbaren, da das Besparen der eigenen Immobilie im Gegensatz zu vielen Anlageformen hohe Kalkulationssicherheit bietet.

Tendenz
kurzfristig: seitwärts
mittelfristig: aufwärts

Quelle: Zinskommentar der Interhyp AG

Apr
07

Jetzt Erspartes in die Immobilienfinanzierung einsetzen und Top-Konditionen sichern

(München, 31. März 2009) Während noch vor wenigen Monaten die Banken vor dem Hintergrund hoher Leitzinsen mit Tagesgeldzinsen von 5 Prozent und mehr um private Guthaben buhlten, müssen sich Sparer heutzutage glücklich schätzen, wenn sie für ihre Rücklage mehr als 2 Prozent Verzinsung bekommen. “Das momentane Zinsumfeld ist ungeeignet, um mittels kontinuierlichen Sparens für später vorzusorgen”, erklärt Robert Haselsteiner, Gründer und Vorstand der Interhyp AG und empfiehlt: “Sparer sollten in der jetzigen Zinssituation vielmehr überlegen, ob sie nicht die niedrigen Baugeld-Konditionen nutzen wollen, um über den Kauf einer eigenen Immobilie einen soliden Vermögensaufbau voran zu treiben. Denn in diesen unsicheren Zeiten ist privates Wohneigentum mit die sicherste Anlage des Eigenkapitals.”

Mit den Leitzinssenkungen der vergangenen Monate ist auch die Guthabenverzinsung für Tages- und Festgeld drastisch nach unten gegangen. Ein Ende der Niedrigverzinsung ist nicht in Sicht, EZB-Präsident Trichet hat jüngst erklärt, dass der Leitzins noch nicht auf seinem niedrigsten Stand angekommen sei. Dementsprechend könnte bereits diesen Donnerstag in der nächsten EZB-Sitzung ein weiterer Zinsschritt nach unten verkündet werden. So unschön diese Situation für Sparer auch ist, so bietet dieses Umfeld doch auch erhebliche Chancen: Schließlich befinden sich auch die Baugeld-Konditionen auf Tiefniveau während die Immobilienpreise in Deutschland seit Jahren stagnieren. Ideale Bedingungen also, um als Kapitalanleger oder Eigenheimnutzer einen Haus- oder Wohnungskauf zu finanzieren.

Aktuell kostet ein 10-Jahres-Darlehen 3,99 Prozent effektiv, wer 15jährige Zinssicherheit wünscht, erhält einen Baukredit bereits ab 4,26 Prozent. Zum Vergleich: Im Juli 2008 waren die Top-Konditionen mit 5,0 bzw. 5,2 Prozent einen ganzen Prozentpunkt teurer. “Da es bei einer Baufinanzierung meist um große Summen geht, zahlen sich die jetzt erzielbaren Zinsvorteile besonders aus”, weiß Haselsteiner und verdeutlicht: “Das eigene Sparguthaben als Eigenkapital in die Finanzierung einzubauen ist bei den derzeit tiefen Einlagezinsen besonders vorteilhaft, da Banken einen hohen Eigenkapitalanteil mit sehr günstigen Baugeld-Konditionen honorieren.”

Quelle: Pressemitteilung der Interhyp AG

Apr
04

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat in ihrer gestrigen Sitzung den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf den neuen Tiefstand von 1,25% gesenkt. Damit hat sie die Erwartungen der meisten Analysten und auch die der Politiker, die auf 0,50 Prozentpunkte gehofft hatten, nicht erfüllt. Die EZB hat damit einmal mehr bewiesen, dass sie unabhängig agiert und sich auch von einem gleichzeitig stattfindenden G20-Gipfel in London nicht unter Druck setzen lässt. Sie hält damit, anders als die US-Notenbank oder die Bank of Japan, zumindest weiteres Pulver trocken und wahrt sich einen kleinen Handlungsspielraum. Am Anleihemarkt hat diese Entscheidung zu Gewinnmitnahmen geführt und die Renditen sind über alle Laufzeiten in den vergangenen 24 Stunden um ca. 0,20 Prozentpunkte angestiegen. Wir gehen davon aus, dass die EZB in den kommenden Monaten auf Zeit spielen wird, um zu sehen, inwieweit die drastischen Zinsmaßnahmen der US-Notenbank und der Bank of England wirken. Sie wird auch versuchen, durch eine kalkulierbare unabhängige Vorgehensweise das Vertrauen in den Euro und die Werthaltigkeit von europäischen Staatsanleihen zu stützen. Damit unterscheidet sie sich signifikant von dem extrem riskanten Handeln in den USA, wo die Notenbank in enger Koordination mit der Politik begonnen hat, Anleihen aufzukaufen und damit Inflation zu fördern. Die Vorgehensweise der EZB zielt auch darauf ab, die langfristigen Kapitalmarktzinsen stabil zu halten. Die Gefahr bleibt aber bestehen, dass die dramatische Ausweitung der Staatsdefizite im Dollarraum zu höheren Langfristzinsen führt. Während also die ganz kurzfristigen Geldmarktzinsen auf tiefem Niveau festgezurrt scheinen, werden lange Zinsbindungen schwankungsanfällig bleiben. Für die nächsten Tage erwarten wir, dass die Banken die Baugeldkonditionen als Reaktion auf die Marktzinssteigerungen nach oben nehmen werden.

Eine Möglichkeit, als Baufinanzierungskunde von den tiefen Geldmarktzinsen zu profitieren, bieten sogenannte 50/50 Kombi-Darlehen. Dabei kann die Sicherheit einer Festzins-Tranche, z.B. mit einer Zinsbindung von 10 oder 15 Jahren, mit den niedrigen Zinsen einer EURIBOR-Tranche kombiniert werden. Damit verringern sich die monatlichen Belastungen deutlich und weitere Leitzinssenkungen führen durch die quartalsweise Anpassung der variablen Tranche direkt zu besseren Konditionen. Die variable Tranche kann aber auch zukünftig in ein Festzinsdarlehen gewandelt werden, so dass später Zinssicherheit erreicht werden kann. Zum Zinsanpassungstermin kann die variable Tranche zudem teilweise oder ganz getilgt werden. Damit entsteht große Flexibilität. Gefragt sind derzeit auch sogenannte Volltilger-Darlehen, die einen durchgehenden Zinssatz bis zur endgültigen Rückzahlung bieten. Die höhere festgelegte Tilgung führt dabei zu Konditionsvorteilen. Anschlussfinanzierern empfehlen wir, die immer noch niedrigen Aufschläge für Forward-Darlehen zu nutzen. Viele Baufinanzierungen aus den Jahren 1999 und 2000 wurden mit Zinssätzen von über 6% abgeschlossen und können jetzt bei einem Bankwechsel mit einer Vier vor dem Komma optimiert werden. Die Finanzierungsspezialisten der Interhyp können auf mehr als 100 Banken zugreifen und erarbeiten gerne eine individuelle Lösung für Sie.

Tendenz
kurzfristig: aufwärts
mittelfristig: seitwärts

Quelle: Zinskommentar der Interhyp AG,