Jun
28

Schon seit Tagen wirft der am Wochenende in Toronto stattfindende kombinierte G-8 und G-20-Gipfel seinen Schatten auf die Geschehnisse an den Kapitalmärkten voraus. Dort treffen zwei sehr unterschiedliche Denkmuster aufeinander und es zeichnet sich eine durchaus heftige Diskussion über die weitere Bekämpfung der Finanz- und Wirtschaftskrise ab. Während die Europäer fast durchgehend auf einen Konsolidierungskurs bei den Staatshaushalten umgeschwenkt sind und damit auch niedrigeres Wachstum bewusst riskieren, wollen die Amerikaner die Konjunktur weiter staatlich stützen und halten eine Budgetkonsolidierung für völlig verfrüht. Sie befürchten einen Rückfall in die Rezession und zeigen besonders auf die Länder mit starken Leistungsbilanzüberschüssen, denen sie unkooperatives Handeln vorwerfen. China, in den vergangenen zwölf Monaten der Hauptadressat dieser Vorwürfe, hat sich durch die Ankündigung einer Aufhebung der Yuan-Dollar-Bindung und einer damit erwarteten schrittweisen Aufwertung des Yuan, noch kurz vor dem Gipfel aus der Schusslinie gebracht. Deutschland steht aber als “Klassensprecher” der EU jetzt im Zentrum der Kritik. Doch auch das amerikafreundliche Großbritannien ist unter der neuen Regierung Cameron sehr schnell in das Camp der Konsolidierer übergelaufen. Da die USA mit einer hohen Arbeitslosigkeit und einer extrem hohen privaten Verschuldung unbedingt auf Wirtschaftswachstum angewiesen sind, fühlt man sich dort alleingelassen. Genauso braucht China Wachstum um jeden Preis und hat mit seinen Konjunkturpaketen in 2009 dafür gesorgt – auch zum Nutzen der deutschen und europäischen Exportindustrie. Deutsche Autobauer sind die prominentesten Profiteure. Damit werden die Ergebnisse des Toronto-Gipfels weiteren Aufschluss geben, ob die Gefahr eines Rückfalls in die Rezession steigt oder Einigkeit über Wachstumsförderung erzielt werden kann. Die Zinsmärkte befürchten derzeit den Rückfall in die Rezession. Das hält vorerst die Zinsen im Euroraum für lange Laufzeiten tief. Setzen sich die Amerikaner durch, werden aber die Risikoaufschläge gerade für die langen Laufzeiten rasch steigen. Wir könnten durchaus bewegte Wochen an den Zinsmärkten vor uns haben.
Welche Auswirkungen hat der Gipfel auf die Zinsentwicklung bis 2011? Baugeldkunden sollten Tage mit Zinsausschlägen nach unten nutzen und ihre Konditionen mit längeren Laufzeiten absichern. Trotz aller kurzfristigen Schwankungen und der Verlockung noch tieferer Konditionen gilt weiterhin eine Grundaussage: Wir empfehlen, zumindest einen großen Teil der Finanzierungssumme über lange Sollzinsbindungen festzuschreiben und damit für Kalkulationssicherheit zu sorgen. Baufinanzierungskunden müssen in Zeithorizonten von 20 bis 30 Jahren denken, in denen sie monatliche Zahlungen leisten. Daher sollten sie sich auf keine Spekulation einlassen. Die Zinsen sind derzeit historisch tief und implizieren ein Deflationsumfeld für die nächsten Jahre. Eine Inflationsprämie ist in den aktuellen Zinssätzen nicht mehr enthalten. Grundsätzlich empfehlen wir, bei diesem niedrigen Zinsniveau eine Tilgung von 2 bis 3 Prozent zu wählen, damit die Gesamtlaufzeit des Darlehens überschaubar bleibt. Gefragt sind momentan zum Beispiel sogenannte Volltilger-Darlehen. Dabei steht über eine höhere laufende Tilgung heute schon eine Rate fest, die nach 20 oder 25 Jahren zu vollständigen Rückzahlung des Darlehens führt. Das Risiko, später zu deutlich höheren Zinsen eine Anschlussfinanzierung vornehmen zu müssen, wird damit bereits jetzt ausgeschlossen. Die Finanzierungsspezialisten der Interhyp können auf mehr als 250 Banken zugreifen und erarbeiten gerne eine individuelle Lösung für Sie. Zur Analyse der eigenen Situation und zur Beobachtung der Zinsentwicklung eignen sich auch die Zins-Charts und Tools auf der Interhyp-Website.

Tendenz:
kurzfristig: seitwärts
mittelfristig: aufwärts

Quelle: Kommentar zur Zinsentwicklung der Interhyp AG vom 25.06.2010

Apr
09

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat angekündigt, dass sie die Ausnahmeregelung, nach der die Banken Staatsanleihen mäßiger Qualität als Sicherheit hinterlegen dürfen, wenn sie sich Geld von der Zentralbank leihen, über das Jahr 2010 hinaus verlängern wird. Um das Bankensystem in der Finanzkrise zu stabilisieren, hatte die EZB die Anforderung, dass Staatsanleihen mindestens von einer Ratingagentur die Note „A–„ bzw. „A3“ erhalten haben müssen, auf die Mindestnote „BBB“ gesenkt. Diese Ausnahmeregelung sollte am Ende dieses Jahres also vor 2011 auslaufen, doch laut der EZB sollen Anleihen ohne A-Rating dann mit einem abgestuften Sicherheitsabschlag akzeptiert werden.

Von der Verlängerung der Ausnahmeregelung profitieren vor allem griechische Anleihen, denn bei einem Ende der Ausnahmeregelung wäre es für Griechenland im kommenden Jahr eng geworden. Die ursprüngliche, höhere Anforderung erfüllt das Land nur noch mit dem Rating von Moody’s, und Moody’s erwägt eine weitere Senkung der Bonitätsnote Griechenlands. Mit der Verlängerung der Ausnahmeregelung über das Jahr 2010 hinaus hat die EZB den Druck vom Markt bei der Zinsentwicklung genommen, dass eine Verkaufswelle für die griechischen Anleihen und eine Belastung für das griechische Bankensystem droht.

In seinem neuen Ländergutachten erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF), dass sich Deutschland nur langsam aus dem Konjunkturtal herausarbeiten kann. Für das laufende Jahr geht der IWF von einem Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent aus, für 2011 von 1,7 Prozent. Im Februar lag die Einschätzung noch bei 1,5 bzw. 1,9 Prozent Wachstum für Deutschland. Nach Ansicht des IWF wird sich der Abbau von Arbeitsplätzen beschleunigen, es wird sogar ein Anstieg der Arbeitslosigkeit auf bis zu 9,5 Prozent zum Jahresende erwartet. Auch für 2011 erwartet der IWF keine Besserung. Weitere Stellenstreichungen stünden vor allem in der deutschen Industrie bevor, insbesondere, wenn sich der Welthandel schwächer entwickelt als bisher erwartet. Vor allem die Instabilität des Bankensektors bleibt nach IWF-Einschätzung ein Risiko für den Aufschwung. Seit Beginn der Krise hat sich der Zustand der Finanzbranche zwar verbessert, doch es bestehen weiterhin Gefahren, wie das Risiko weiterer Kreditausfälle und Abschreibungen sowie das starke Engagement deutscher Banken in Südeuropa.

Das Zinsniveau für Baufinanzierungen ist weiterhin auf einem historisch günstigen Niveau. Für risikofreudige Baufinanzierer oder diejenigen, die in den kommenden Jahren einen größeren Geldbetrag zur Verfügung haben, kann es sich lohnen, für einen Teil der Finanzierungssumme einen variablen Zinssatz zu wählen. Wir empfehlen, z. B. für ein Drittel des Darlehensbetrags einen variablen Zinssatz und für den Rest eine lange Zinsbindung von 15 oder 20 Jahren zu wählen. Ein Darlehen mit einem variablen Zins, ob mit oder ohne Zinsobergrenze, ist schon für weniger als 2,50 Prozent zu bekommen. Sie können dabei jeweils zum Quartalsende auf ein Festzinsdarlehen wechseln. Ihre Baufinanzierungsexperten bei Dr. Klein beraten Sie gern!

Tendenz
Kurzfristig: schwankend
Langfristig: steigend

Quelle: Kommentar zur Zinsentwicklung bis 2011 der Dr. Klein & Co. AG

Okt
16

Die Notenbank in Australien erhöhte in der letzen Woche unerwartet den Leitzins um 25 Basispunkte auf 3,25 Prozent. Damit ist sie die erste Notenbank eines Industriestaats, die die Leitzinsen nach der globalen Finanzkrise anhob. Die australische Zentralbank berief sich bei ihrer Begründung, für die Erhöhung der Leitzinsen, explizit auf die verbesserte wirtschaftliche Lage seiner Handelspartner in Asien.
Auch innerhalb der amerikanischen Notenbank (FED) gewinnt die Diskussion um einen Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik an Fahrt. Allerdings gibt es auch Notenbanker, die die Zinsentwicklung 2010 auf dem jetzigen Niveau von 0 bis 0,25 Prozent sehen. Hintergrund der Debatte ist die sich abzeichnende Erholung der US- Wirtschaft. Nachdem sich die USA seit Dezember 2007 in der Rezession befinden, häuften sich in der jüngsten Zeit die guten Nachrichten. So zogen zum Beispiel die Stimmungsindikatoren an und die Hauspreise stabilisierten sich.

Auf ihrer Sitzung in der vergangenen Woche hat die Europäische Zentralbank (EZB) dagegen den Leitzins auf dem historischen Tief von einem Prozent belassen. Zudem hat sie die Erwartungen der Marktteilnehmer auf eine Zinswende gedämpft. Der Präsident der EZB, Jean-Claude Trichet, erklärte zur Zinsentwicklung für 2010, dass sich die aktuelle Einschätzung im Vergleich zum September nicht groß verändert hätte. Die globale Finanzkrise sei noch nicht nachhaltig überwunden. Daher ist die aktuelle Geldpolitik angemessen. Es gebe aber weiterhin Zeichen, dass sich die Wirtschaft stabilisiere. Der Euro-Raum werde vor allem von der Erholung des Exports, den staatlichen Konjunkturprogrammen und den Stützungsmaßnahmen für die Finanzbranche profitieren. Nach Ansicht der EZB wird die Erholung holprig ausfallen. Als Risiken für die Konjunktur, nannte Trichet unter anderem, einen möglichen Anstieg der Rohölpreise und Protektionismus. Zugleich erklärte er, eine baldige Konsolidierung der öffentlichen Haushalte, die durch die milliardenschweren Konjunktur- und Stützungsprogramme aufgebläht worden sein, werde zunehmend wichtig. Dies solle sobald wie möglich beginnen, spätestens wenn sich die Konjunkturerholung stabilisiere. Ökonomen rechnen damit, dass die EZB frühestens in der ersten Hälfte des kommenden Jahres aus den unkonventionellen Maßnahmen aussteigen wird. Zinserhöhungen werden nicht vor der zweiten Hälfte 2010 erwartet.
Allen Baugeldinteressenten raten wir daher weiterhin, sich das günstige Zinsniveau langfristig zu sichern. Musste man vor einem Jahr für eine Finanzierung mit einer Zinsbindung von 20 Jahren noch gut fünf Prozent zahlen, so ist diese heute schon für unter 4,50 Prozent zu bekommen. Bei einer Finanzierungssumme von 150.000 Euro entspricht das einem Mehraufwand von 750 Euro pro Jahr und über die gesamte Zinsbindungsdauer gesehen ein Unterschied von 15.000 Euro.
Bei einer Finanzierung mit 20-jähriger Zinsbindung können Sie übrigens genauso von sinkenden Zinsen profitieren wie bei einer Finanzierung mit 10-jähriger Zinsbindung: Durch das gesetzliche Sonderkündigungsrecht haben Sie nach zehn Jahren bei gesunkenen Zinsen die Möglichkeit, den Zinssatz neu festzusetzen. Ihr Finanzierungsberater bei Dr. Klein berät Sie hierzu gerne.

TendenzKurzfristig: schwankend
Langfristig: steigend

Sep
03

Zum Abschluss der jährlichen Federal-Reserve-Konferenz in Jackson Hole in den USA hat der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Jean-Claude Trichet seine Notenbank-Kollegen vor mangelnder Wachsamkeit in der einsetzenden Konjunkturerholung gewarnt. Sie müssten alles tun, um eine Wiederholung der verheerenden Finanzkrise zu verhindern, so Trichet. Neben Prognosen für die rezessionsgebeutelte Weltwirtschaft für 2010 stand die Frage nach dem Ausstieg aus der Krisenpolitik des billigen Geldes im Mittelpunkt des Treffens von Vertretern der 35 führenden Notenbanken sowie Wirtschaftsexperten.

Der Chef der amerikanischen Notenbank (FED), Ben Bernanke, sieht in den kommenden Monaten bis 2010 eine schrittweise Erholung der Weltwirtschaft und einen Weg aus der Krise. Die amerikanische Volkswirtschaft, aber auch die weltweite Wirtschaft, sei nach einer tiefen Rezession im Begriff sich zu erholen, so Bernanke. Er ist allerdings der Meinung, dass der Weg bis zu neuem Wachstum lang, steinig und risikoreich sein wird. Zudem hält er umfassende Reformen des internationalen Finanzwesens für notwendig, um die Gefahr einer Wiederholung zu eliminieren.

Die Notenbanken kämpfen mit milliardenschweren Liquiditätsspritzen, massiven Leitzinssenkungen und zahlreichen unorthodoxen Maßnahmen, zum Beispiel dem Ankauf von Staatsanleihen, gegen die schwerste Finanz- und Wirtschaftskrise seit 80 Jahren. Die FED hat etwa den Leitzins in den USA auf fast Null gesenkt und massiv Geld in die Märkte gepumpt. Kritiker befürchten, dass so die Inflation angeheizt werden könnte.
Die Baugeldzinsen sind zurzeit so günstig wie in den Aufbaujahren nach dem zweiten Weltkrieg. Ähnlich niedrige Zinsen gab es zum letzten Mal vor gut drei Jahren sowie 2003. Gerade kurze Zinsfestschreibungen scheinen momentan ein Schnäppchen zu sein. Doch hier ist Vorsicht geboten: Ist das Zinsniveau nach Ablauf des Kurzfristkredits nach zwei oder drei Jahren abgelaufen, kann es schnell teuer werden. Bei einer Kreditsumme von 150.000 Euro bedeutet ein Zinsanstieg von zwei Prozent eine monatliche Mehrbelastung von 250 Euro, das kann für den Darlehensnehmer schnell ruinös werden.
Daher sollten Sie bei der Wahl der Zinsbindungsdauer eine möglichst lange Periode wählen. So haben Sie eine langfristige Planungssicherheit und das gesetzliche Kündigungsrecht ermöglich es Ihnen die Zinsen nach zehn Jahren erneut festzusetzen, sollte das Zinsniveau bis dahin gesunken sein.

Tendenz
Kurzfristig: schwankend
Langfristig: steigend

Mai
10

Schnelle Tilgung für Immobilienkäufer und Umschulder aktuell lohnend
Bielefeld, (8. Mai, 2009). Banken und Kreditinstitute belohnen derzeit Immobilienkäufer und Umschulder, die ihren Kredit besonders schnell zurückzahlen. „Mehrere Kreditinstitute gewähren Zinsabschläge zwischen 0,1 bis 0,4 Prozentpunkten, wenn das Darlehen binnen zehn bis 20 Jahren komplett zurückgeführt wird“, sagt Manfred Hölscher, Leiter des Bielefelder Baugeldvermittlers Enderlein. Kunden sollten gezielt nach Volltilgerrabatten fragen.

Besonders Umschulder können profitieren. „Bei der Anschlussfinanzierung wird lediglich ein Kredit in Höhe der Restschuld benötigt. Diese lässt sich meist innerhalb einer Zinsbindungsfrist vollständig zurückzahlen“, sagt Hölscher. Zudem sollte bei einer Anschlussfinanzierung ohnehin eine Anfangstilgung von deutlich mehr als ein Prozent gewählt werden, damit der Anschlusskredit nicht erneut eine rechnerische Laufzeit von mehr als 30 Jahren aufweist. Bei einer anfänglichen Tilgungshöhe von drei Prozent beträgt die Gesamtlaufzeit bis zur Schuldenfreiheit rund 20 Jahre, bei fünf Prozent Starttilgung sind es lediglich 15 Jahre – was einem Volltilgerkredit entspricht.

Laut Enderlein sind Volltilgerkredite jedoch auch für Immobilienkäufer interessant, die erstmals einen Kredit aufnehmen. „Das aktuelle Zinsniveau ist derart niedrig, dass sich bonitätsstarke Darlehensnehmer problemlos eine mehrprozentige Anfangstilgung leisten können“, sagt Finanzexperte Hölscher. Ein Volltilgerkredit über 150.000 Euro, der binnen 15 Jahren komplett zurückgeführt ist, kann mit einer Monatsrate von 1.100 Euro bedient werden. Während normale Immobilienfinanzierungen meist 25 Jahre dauern und Zinskosten in Höhe der Darlehenssumme nach sich ziehen, fallen bei dem 15-jährigen Volltilgerdarlehen über 150.000 Euro lediglich Zinskosten in Höhe von 47.000 Euro an.

Über Enderlein & Co. GmbH:

Die Enderlein & Co. GmbH hat sich neben der regionalen Vermittlung von privaten Immobilienkrediten auf die bundesweite Finanzierung von Wohn-, Rendite- und Gewerbeimmobilien spezialisiert. Zielgruppe des Unternehmens sind private Bauherren, Kapitalanleger, Unternehmer und Investoren. In puncto individuelle Kreditbeschaffung und komplexe Finanzierungen zählt die in Bielefeld ansässige Enderlein & Co. GmbH zu den renommiertesten Baugeldvermittlern Deutschlands. Die Berater finden für die Kunden individuell den optimalen Immobilienkredit. Dafür arbeitet Enderlein mit deutschen Hypothekenbanken und Versicherungsgesellschaften zusammen.

Quelle: Pressemitteilung der Enderlein & Co GmbH

Mrz
06

Zinsen für Darlehen um weitere 0,1 Prozentpunkte gesunken

Mannheim, 6. März 2009. Immobilienkäufer können sich besonders über die jüngste Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) freuen. „Die Zinsen für Immobilienkredite haben in der ersten Märzwoche nochmals um 0,1 Prozentpunkte nachgegeben“, sagt Kai Oppel vom Baugeldvermittler HypothekenDiscount.

Ein 200.000-Euro-Immobilienkredit mit zehnjähriger Zinsbindung verbilligt sich laut HypothekenDiscount allein durch den jüngsten Zinsrutsch um 2.170 Euro. „Da nicht alle Kreditinstitute Zinssenkungen zeitnah an den Kunden weitergeben, sollten Kreditnehmer unbedingt mehrere Angebote einholen“, rät Oppel. Wie ein aktueller Vergleich des Baugeldvermittlers unter 70 Kreditanbietern ergeben hat, können Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung derzeit ab rund 3,9 Prozent aufgenommen werden. Die teuersten Anbieter verlangen mehr als 5,5 Prozent.

Ausgelöst wurde der Zinsrückgang durch die Wirtschaftsentwicklung. Der Leitzins in der Euro-Zone hat ein neues historisches Tief erreicht: Am ersten Donnerstag im März verkündete Jean-Claude Trichet, Chef der Europäischen Zentralbank in Frankfurt, eine Senkung des Refinanzierungssatzes um 50 Basispunkte auf nun 1,5 Prozent. „Damit setzen die Notenbanker ihre Zinspolitik der kleinen Schritte fort. Seit Oktober haben Europas Währungshüter den Leitzins um 275 Basispunkte gesenkt“, erläutert Oppel. Geschäftsbanken können sich nun noch günstiger bei der EZB refinanzieren. Mit der Verbilligung des Geldes sollen Investitionen und Konsum der brachliegenden Wirtschaft angekurbelt werden, um den Verlauf der Rezession abzumildern.

Doch wichtiger als die Zinsentscheidung selbst war der Ausblick für die nächsten Monate. Trichet rechnet mit einer „langen Phase eines großen wirtschaftlichen Abschwungs.“ Die EZB korrigierte ihre Wachstums- und Inflationsprognose nach unten. Für 2009 erwarten die Notenbanker nun ein Schrumpfen der Wirtschaft um 3,2 bis 2,2 Prozent. Frühestens 2010 sei mit einem Aufschwung zu rechnen. Die Inflation taxieren die EZB-Experten dieses Jahr nun auf 0,1 bis 0,7 Prozent und 2010 auf maximal 1,4 Prozent.

Gewinner der Krise bleiben Eigenheimer. „Anders als in Großbritannien, in den USA oder in Spanien ist der deutsche Immobilienmarkt stabil“, erklärt Oppel. Hier zahlt sich jetzt die konservative Finanzierung insbesondere bei selbstgenutzten Immobilien aus. Gleichzeitig profitieren Verbraucher mit Kreditbedarf von einem Zinsniveau nahe seiner historischen Tiefstände.

Quelle: Pressemitteilung der Hypothekendiscount