Nov
09

Der Kurs der EZB hat gewechselt

Bereits in seiner ersten Sitzung als neuer Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) hat Mario Draghi die Leitzinsen überraschend um 0,25 Prozentpunkte auf nunmehr 1,25% gesenkt. Bereits nach wenigen Tagen im Amt macht Herr Draghi damit die Beteuerungen zum Primat der Preisstabilität seines Vorgängers Trichet vergessen. Eine neue Zeitrechnung hat somit begonnen, denn ab jetzt ist die EZB genauso wie die US-Notenbank, die Bank of England und die Bank of Japan ein Verbündeter der Politik im krampfhaften Versuch, das Wirtschaftswachstum um jeden Preis und mit jedem Mittel zu fördern. Die unabhängige und zum Teil stark disziplinierende Geldpolitik, so wie wir sie von der Deutschen Bundesbank kannten und wie sie uns von der EZB versprochen wurde, ist damit Geschichte. Herr Draghi hat schnell und ohne Zögern seinen offensichtlich von den Politikern geforderten Beitrag zur vermeintlichen Lösung der Schuldenkrise geleistet. Die Begründung für die Zinssenkung – ein mögliches Abgleiten in eine leichte Rezession in Euroland – lässt völlig außer Acht, dass die Inflationsrate sehr deutlich über dem Zielwert der EZB liegt. Damit können wir auch für die Zinsentwicklung 2013 von historisch tiefen Leitzinsen ausgehen und erwarten auch, dass Herr Draghi, ähnlich wie der US-Notenbank-Chef Bernanke, alles daran setzen wird, die längerfristigen Kapitalmarktzinsen tief zu halten. Schon jetzt wird in den USA über eine Wiederaufnahme der Notenbank-Käufe von Hypothekenanleihen gesprochen. Quantitative Easing Nummer 3 – also die dritte Runde an Aufkäufen von Staatsanleihen und weiteren Schuldtiteln – steht kurz vor der Tür. Im Kern handelt es sich dabei um eine Manipulation der Kapitalmarktzinsen in enormem Ausmaß, die den hoch verschuldeten Staaten zu geringeren Zinszahlungen verhilft, gleichzeitig aber die privaten Anleger um eine rechtmäßige Verzinsung ihrer Kapitalanlagen bringt. Auf diese Weise wird vorerst die Finanzierung der aufgelaufenen Schulden erträglich gemacht und Zeit gewonnen.

Krisen und Lösungsansätze überschlagen sich

Gleichzeitig scheint die Nachfrage weltweit schon wieder rückläufig zu sein. Parallel zu diesen geldpolitischen Entwicklungen läuft die europäische Schuldenkrise mit immer absurderen Facetten ab. Binnen weniger Monate hat sich die Höhe der von Griechenland benötigten Mittel von 100 Mrd. auf über 200 Mrd. Euro mehr als verdoppelt. Das neue Rettungspaket, das nun geschnürt wurde, wird auch noch mit einem Hebel ausgestattet. So können mit 440 Mrd. Euro am Ende möglichst über 1.000 Mrd. Euro an Finanzierungen für die klammen Staaten des Südens dargestellt werden. Die Politik versieht also ihren Rettungsschirm mit „Leverage“ – ein Begriff, den vor allem die bei Politikern verrufenen Hedge Fonds bekannt gemacht haben. Genau diesen Hedge Fonds möchten daher die gleichen Politiker, die den Hebel beim Rettungsschirm einführen, über strengere Regulierungen das Handwerk legen. Die Absurdität kennt keine Grenzen mehr!

Den größten Bock aber haben in den letzten 48 Stunden doch wieder die Griechen geschossen. Ihr Regierungschef hat sich kurzerhand entschlossen, das Volk darüber abstimmen zu lassen, ob es die Rettung durch Europa und den IWF zu den verhandelten Konditionen überhaupt annehmen möchte. In einer Demokratie ein eigentlich ehrenwerter Schritt – nur hängt an dieser Zustimmung leider das gesamte Euroland-Weltbild von Frau Merkel und Herrn Sarkozy. Sie wollen daher mit massivem Druck diese Volksabstimmung verhindern, um nicht das Risiko einer Absage einzugehen. Was macht Herr Papandreou folglich? Er sagt die Volksabstimmung einfach wieder ab. Eine Politposse erster Güte, die sich hier zwischen G8, G20 und weiß Gott welchen weiteren Krisensitzungen, die inzwischen mindestens einmal wöchentlich stattfinden, abspielt.

Immobilienkäufer und Anschlussfinanzierer profitieren

Dem Baugeldkunden kann eine solche Zinsentwicklung bis 2013 am Ende nur Recht sein. Die EZB-Politik sorgt für tiefe Zinsen und die Regierungen versuchen die Konjunktur am Laufen zu halten. In wirtschaftlich starken Ländern wie Deutschland bedeutet das ein gutes Umfeld für Wohnimmobilien. Kunden mit guter Bonität können ähnlich wie Deutschland auf Staatsebene zu extrem tiefen Zinsen finanzieren. Diese Chance gilt es zu nutzen, ist doch der Kauf eines Eigenheims kein Konsum sondern eine Investition in Substanz und deckt dazu noch die größte Ausgabe im Alter ab. Wichtig dabei bleibt, die aktuell tiefen Zinsen für höhere Tilgungen und damit eine schnellere Entschuldung zu nutzen. Denn langfristig auf zu hohen Schulden zu sitzen ist kein gutes Rezept – wie uns die Staaten gerade aufzeigen.

Quelle: Kommentar zur Zinsentwicklung 2013 der Interhyp AG vom 04.11.2011

Aug
24

Rechtzeitig vor der offiziellen Verkündung der Zahlungsunfähigkeit der USA Anfang August haben sich Demokraten und Republikaner auf ein Sparpaket für die kommenden Jahre geeinigt: Um die Handlungsfähigkeit zu gewährleisten, wird zunächst die Schuldenobergrenze um bis zu 2,4 Billionen Dollar angehoben. Im gleichen Zug sollen in den nächsten zehn Jahren bis zu 2,5 Billionen Dollar eingespart werden. Letzteres soll ausschließlich durch Einschnitte in allen Bereichen u.a auch im Verteidigungsetat oder bei Sozialprogrammen – jedoch ausdrücklich nicht durch Steuererhöhungen – erreicht werden. Ob diese Ziele überhaupt erreicht werden können, erscheint angesichts der nach wie vor angeschlagenen amerikanischen Konjunktur fragwürdig, da bei der Planung ein deutliches Wachstum unterstellt wurde. Unter anderem aufgrund dieser Unsicherheit und weil die Sparanstrengungen für zu gering erachtet wurde, senkte die Ratingagentur Standard & Poor’s das Kreditrating der USA von der höchsten Bonitätsstufe um eine Stufe ab. Dies und die Einsicht, dass die USA und weitere Volkswirtschaften erneut in eine Rezession abgleiten könnten, führte in der vergangenen Woche zu einem starken Einbruch der Börsen. Dieser konnte zunächst nur durch die Ankündigung der amerikanischen Notenbank gebremst werden, die Leitzinsen bis Mitte 2013 auf einem Niveau von 0 bis 0,25 Prozent zu belassen – so die Zinsprognose 2013.

In der Europäischen Union ist zwischenzeitlich die Kreditwürdigkeit Italiens in den Fokus der Finanzmärkte geraten; ebenso scheint es möglich, dass das Kreditrating von Frankreich ähnlich den USA um eine Stufe abgewertet werden könnte, Derzeit wird Frankreich als Schuldner bester Bonität eingestuft. Die Folge war, dass die Renditen für Staatsanleihen beider Länder stiegen und Gelder in sichere Anlagen, wie z.B. deutsche Bundesanleihen, umgeschichtet wurden. Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) über Wochen keine Anleihen mehr am Markt gekauft hatte, wurde sie z.B. wieder bei griechischen und portugiesischen Anleihen aktiv und plant nun sogar den Aufkauf von italienischen und spanischen. Die EZB steht dabei vor folgendem Dilemma: Tritt sie nicht entschlossen genug auf und investiert nur geringe Beträge, wird diese Maßnahme verpuffen – stützt sie hingegen im größeren Stil, wird eine große Menge frisches Geld dem Wirtschaftskreislauf zugeführt, was die Gefahr einer weiter anziehenden Inflation schürt. Im Rahmen der Notenbanksitzung in der letzten Woche entschieden sich die Banker, die Leitzinsen nicht zu verändern. Eine Anpassung des Leitzinses auf bis zu zwei Prozent zum Jahresende – wie es Anfang des Jahres von vielen Marktteilnehmern erwartet wurde – erwarten wir für die Zinsentwicklung 2012 angesichts der aktuellen Unsicherheiten nicht mehr.

Die Zinsentwicklung 2012 in Deutschland scheint sich weiterhin von der Realwirtschaft abgekoppelt zu haben: Suchen Investoren sichere Anlagealternativen zum fallenden Aktienmarkt oder schichten ihre Anleihe-Anlagen von Staaten mit vermeintlich gestiegenem Risiko um, investieren sie in deutsche Bundesanleihen. Die Rendite sinkt infolgedessen, und Banken, die sich auf dem Pfandbriefmarkt refinanzieren, können ihren Kunden gesunkene Baufinanzierungskonditionen anbieten. Andere Anbieter wie Versicherungen, die ihre Prämieneinnahmen durch Herausgabe von Baufinanzierungen anlegen, sind dann ebenfalls gezwungen, ihre Baufinanzierungskonditionen auf ein marktkonformes Niveau zu senken. Entspannt sich hingegen die Lage auf den Aktien- oder Anleihemärkten für ein paar Tage, entwickeln sich die Zinsen gemäß des oben beschriebenen Mechanismus in die entgegengesetzte Richtung. Diese Zinssprünge von teilweise mehr als 0,1 Prozentpunkten pro Tag erwarten wir ebenfalls für die nächsten Wochen.

Kunden, die eine Finanzierung benötigen – sei es für eine Anschlussfinanzierung oder den Kauf bzw. Bau einer Immobilie – sollten temporärer Zinsrückgänge am Markt konsequent zum Abschluss nutzen. Das derzeit günstige Zinsniveau sollte weiterhin dafür genutzt werden, die anfängliche Tilgung von vornherein auf mindestens zwei Prozent festzulegen, um die Rückzahlungsdauer des Darlehens signifikant zu verkürzen. Sollten Anpassungen der Tilgungshöhe während der Zinsbindung notwendig sein, bieten alle modernen Baufinanzierungsanbieter mittlerweile kostenfrei Tilgungswechsel an.

Kurzfristig: stark schwankend
Langfristig: steigend

Quelle: Kommentar zur Zinsentwicklung 2012 der Dr. Klein & Co. AG auf Zinsentwicklung.de

Mai
20

Im Rahmen ihrer ersten Leitzinserhöhung Anfang April hatte die Europäische Zentralbank (EZB) ihrem Postulat Ausdruck verliehen, die Inflation unterhalb des Ziels von 2% halten zu wollen. Analysten rechneten auf Grund der Rhetorik des EZB-Präsidents, Trichet, bereits im Juni mit einer weiteren Erhöhung. Auf Grund der Aussagen, die auf der monatlichen Sitzung der EZB Anfang Mai getätigt wurden, muss jedoch davon ausgegangen werden, dass ein erneuter Zinsschritt erst im Juli evtl. sogar noch später im Jahr erfolgen wird.

Als Konsequenz fiel der Wert des Euros in den darauf folgenden Tagen deutlich, da Investoren Kapital abzogen, die in naher Zukunft eher mit einer höheren Verzinsung Ihrer Anlage gerechnet hatten. Die Zinsen für Baugeld unterschiedlicher Zinsbindung verbilligten sich in den letzten zwei Wochen deutlich um bis zu 0,20 Prozentpunkte. Das zögerliche Handeln der EZB bei den Leitzinsen wirft Fragen auf, zumal die EZB noch im April beteuerte, Zweitrundeneffekte (z.B. Lohnerhöhungen in Folge gestiegener Lebenshaltungskosten) um jeden Preis verhindern zu wollen. Mit jedem Monat, den die EZB nicht reagiert, wird jedoch genau dieses Risiko größer. So kletterte z.B. die Inflation im wirtschaftlich starken Deutschland im April um 2,7% (Euroraum: 2,8%), welches dem höchsten Wert seit 2008 – also dem Beginn der Finanzkrise – entspricht.

Haben die Mitglieder der EZB die Befürchtung, das europäische Wirtschaftswachstum durch eine zu schnelle Leitzinserhöhung auszubremsen? Oder wird gar auf die wirtschaftlichen Belange einzelner, wirtschaftlich angeschlagener Mitgliedsstaaten – wie Griechenland, Portugal oder Irland – Rücksicht genommen, deren Wirtschaft besonders anfällig für die Verteuerung von Krediten ist?

Apropos Griechenland: Die finanzielle Situation entwickelt sich mittlerweile zur größten Bewährungsprobe für unsere gemeinsame Währung. Auf Grund eines schwachen Wirtschaftswachstums (+0,8% im ersten Quartal 2011), hoher Arbeitslosigkeit sowie eines Reform-, Spar- und Privatisierungswillens der griechischen Regierung, welcher von Vertretern sowohl der EU als auch des Internationalen Währungsfonds (IWF) als noch zu gering angestuft wird, steigt die Verschuldung nach wie vor an. Analysten gehen zumindest bis 2013 von einer weiteren Zunahme aus, bis die jetzigen Maßnahmen Wirkung zeigen werden. Der Abschluss eines weiteren Rettungspakets mit einem Volumen von bis zu 60 Mrd. Euro wird immer wahrscheinlicher, um Griechenland bis 2013 Luft zu verschaffen.

Der deutliche Rückgang der Baugeldzinsen in den letzten Wochen ist unseres Erachtens der Sorge um den Euro geschuldet. Sollten das Thema „Inflation“ in den nächsten Wochen wieder in den Vordergrund rücken, dürfte sich der Aufwärtstrend weiter fortsetzen. Da die Zinsaufschläge für Darlehen mit 15, 20 oder sogar 30 Jahren Zinsbindung nur moderat sind (flache Zinsstrukturkurve), sollten Kunden die eine Finanzierung benötigen, die Vorzüge einer langfristigen Zinsbindung prüfen. Die letzten acht Monate haben eindrucksvoll gezeigt, wie schnell der Zinsmarkt ansteigen kann.

Quelle: Zinsprognose 2012 der Dr. Klein & Co. AG vom 19.05.2011 auf Zinsentwicklung.de

Mai
11

Kaum hatten sich die Märkte auf eine Phase steigender Leitzinsen in Euroland eingestellt, überrascht Trichet, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), schon wieder. Mit der gestrigen Entscheidung, den Leitzinssatz, der Anfang April um 0,25% auf 1,25% angehoben worden war, unverändert zu lassen, hat Trichet eine Reihe von Fragezeichen hinterlassen. Die Aussagen von Trichet im Rahmen der Pressekonferenz deuten sogar darauf hin, dass erst wieder im Juli eine weitere Zinsanhebung folgen könnte – oder auch nicht. Während also die Inflationsdaten in Euroland genauso wie in den meisten anderen wichtigen Währungsräumen eindeutig über den von der EZB postulierten Zielwerten liegen, stoppt die Notenbank den gerade eingeschlagenen Weg noch bevor sie richtig angefangen hat. Sieht so eine glaubwürdige Stabilitätspolitik aus? Die meisten Marktbeobachter hatten erwartet, dass die EZB ihr Mandat nutzen würde, um bei der Zinsprognose 2012 relativ rasch den Leitzins von dem Krisenniveau von 1% auf eine neutrale Größe von 2-2,5% zu bewegen.

Abwartende EZB-Haltung schafft Raum für Spekulationen
Die derzeit höheren Inflationsraten wären besonders gegenüber der Politik ein gutes Argument gewesen, die Leitzinsen schnell anzuheben und damit auch ein klares Zeichen zu setzen, dass man es mit dem Management von Inflationserwartungen ernst meint. Natürlich hätte ein solcher Schritt auch den Euro gegen den Dollar weiter steigen lassen und damit einerseits Importe verbilligt, Exportchancen aber geschwächt. Aber genau darum geht es eben: Sorgt sich die EZB um Preisstabilität oder beginnt sie schrittweise mehr als Handlanger der Politik im Management des Wirtschaftswachstums zu agieren? Warum hat die EZB der Mut verlassen? Ist es die Furcht vor einem neuerlichen Rückfall der USA in die Rezession nach den zuletzt enttäuschenden Konjunkturzahlen und den eventuellen Auswirkungen auf Euroland? Ist es die Befürchtung, dass die Budgetkonsolidierungsmaßnahmen in den Euro-Mitgliedsländern in den nächsten Quartalen das Wachstum stärker einbremsen werden als derzeit erwartet – und dass daher eine Serie von Zinserhöhungen den Bremseffekt verstärken würde? Ist es vielleicht die Sorge, dass die angeschlagenen Banken von rasch steigenden kurzfristigen Zinsen in ihrer Gesundung gefährdet würden? Oder ist bei allem öffentlichen Gerede über Inflation in den Köpfen der Notenbanker immer noch die Angst vor Deflation vorhanden? Die vorschnellen Zinserhöhungen in Japan Anfang des letzten Jahrzehnts, die immer wieder zurückgenommen werden mussten, weil die Wirtschaft in die nächste Rezession rutschte, könnten ihnen als Warnung gelten.

Tatsache ist: Eine Notenbank, die der Geldwertstabilität verpflichtet ist, ein Inflationsziel von unter 2,0% hat und die Inflationsrate am Beginn einer Wirtschaftserholung auf 3% zusteuern sieht, kann – bei gleichzeitiger massiver Liquiditätsversorgung des Bankensektors – nicht ernsthaft einen Leitzins von 1,25% für richtig halten. Es sei denn, sie sieht die nächste Konjunkturabschwächung schon um die Ecke kommen oder nimmt trotz öffentlicher Warnungen die Inflationsgefahr in der internen Diskussion nicht ernst. Die dritte Variante, dass die EZB zwar gerne die Zinsen anheben möchte, der politische Einfluss aber inzwischen so stark ist, dass man viel langsamer vorgeht als gewollt, ist trotz der personellen Rochaden in der Bundesbank und der offensichtlichen Machtspiele im Poker um die Neubesetzung der EZB-Führung als unwahrscheinlich einzuschätzen. Aber natürlich werden der von Kanzlerin Merkel besetzte neue Bundesbank-Präsident Weidmann und der von Sarkozy und den Südländern designierte EZB-Präsident Draghi beweisen müssen, ob sie in diesen schwierigen Phasen dem Einfluss ihrer Ziehmütter und Ziehväter widerstehen können. Die EZB ist schon heute die letzte Bastion unter den großen Notenbanken. Nicht wenige Politiker in Europa arbeiten daran, sie zu Fall zu bringen und die Geldpolitik in den Dienst ihrer schlechten Wirtschafts- und Finanzpolitik zu stellen.

Leicht rückläufige Baugeldzinsen nutzen
Für die Zinsentwicklung am Anleihemarkt und damit auch für die Hypothekenzinsen bedeutet das Stillhalten der EZB vorerst eine Stabilisierung nach vielen Monaten steigender Zinsen. Die aktuell leicht rückläufigen Zinsen sind aus unserer Sicht aber eine technische Korrektur in einem Aufwärtstrend und keine Trendänderung. Wir sehen bezüglich der Zinsprognose 2012 nach einigen Wochen die Gefahr, dass die alten Befürchtungen in Bezug auf steigende Inflationsraten wieder in den Vordergrund treten werden und damit die Gefahr höherer Langfristzinsen erneut zunehmen wird. Für die nächsten Wochen gilt es, die günstigeren Konditionen zu nutzen und gerade mit längeren Laufzeiten für Kalkulationssicherheit zu sorgen.

Quelle: Zinsprognose 2012 der Interhyp AG vom 06.05.2011

Jan
22

Während sich die Performance und die Aussichten für die Aktienmärkte zuletzt immer stärker verbessert haben, hat sich das Bild für die Zinsentwicklung 2012 seit dem Herbst eingetrübt. Inzwischen kann man den Zeitpunkt der Stimmungsänderung mit der Ankündigung der zweiten Runde großvolumiger Aufkäufe von Staatsanleihen durch die amerikanische Notenbank im September letzten Jahres genau benennen. Mit dem Start dieses Aufkaufprogrammes hat sich die US-Notenbank endgültig als Handlanger der Regierung offenbart und den Investoren weltweit zwei Botschaften gesendet: Erstens wird sie alles Notwendige tun, um Wachstum in den USA zu erzeugen und wird mit ihren Maßnahmen nicht ruhen, bis das erreicht ist. Zweitens wird sie mit aller Macht eine Deflation verhindern und nimmt dafür gerne das Risiko von Inflation in Kauf. Im Kern wird sie sogar mit allen Mitteln versuchen, Inflation zu erzeugen. Diese Botschaften bedeuten für die Investoren in Aktien die Aussicht auf steigende Unternehmens- und damit Kursgewinne. Das hat sich auch in einer Fortsetzung der positiven Performance an den Aktienmärkten sofort bemerkbar gemacht. Für die Investoren im Anleihebereich läuten aber die Alarmglocken. Daher ist es nicht verwunderlich, dass inzwischen fast niemand mehr – außer der US-Notenbank selbst – amerikanische Staatsanleihen mit längeren Laufzeiten kauft. Die steigenden Renditen zeigen die fehlende Nachfrage und nachdem der US-Treasury-Markt immer noch der Leitmarkt für Zinsen ist, steigen seitdem auch die Kapitalmarktzinsen im Rest der Welt. Darüber hinaus hat sich in den vergangenen Monaten neben den enormen Staatsschulden auch eine zweite Front aufgetan, die die Anleger am Anleihemarkt nervös macht: Steigende Rohstoff- und Nahrungsmittelpreise treiben in vielen Ländern die Inflationsraten nach oben. Inzwischen sind auch die großen Emerging Markets wie China, Indien oder Brasilien keine Quelle von sinkenden Preisen mehr, sondern treiben selbst durch ihre stark steigende Konsumnachfrage die Preisentwicklung an. Der Wettbewerb um Ressourcen zeigt klare Auswirkungen und wird durch Spekulationen noch verstärkt. Das stellt für die Notenbanken in den USA und in Europa bei ihrer Suche nach der richtigen Antwort für die Geldpolitik eine weitere und auch neue Herausforderung dar. Derzeit scheint sich die Erwartung aufzubauen, dass die Notenbanken die Leitzinsen rascher anheben müssen, um diese Kräfte zu kontrollieren. Dementsprechend steigt die Nervosität der Anleiheinvestoren. Denn eines ist auch klar: Eine Welt, die in großen Teilen völlig überschuldet ist, kann sich keine hohen Langfristzinsen leisten, weil sie damit von den Zinsbelastungen erdrückt würde. Und höhere Kapitalmarktzinsen werden gerade in den wachstumsschwachen Problemländern den Aufschwung verhindern und damit auch die Bedienung der Staatsschulden in Frage stellen. Schon heute ist deutlich zu sehen, dass die hochverschuldeten Staaten wie Japan, USA, England oder Italien große Probleme haben, Wachstum zu erzeugen. Dagegen boomen die Überschussländer China, Brasilien und Indien. Auch Deutschland findet sich nach den Reformen und der Durststrecke der vergangenen zehn Jahre auf der Gewinnerseite wieder. Selbst wenn die Rahmenbedingungen in beiden Lagern sehr unterschiedlich sind, in puncto Inflation sind sie vereint: Die einen wollen sie produzieren, um ihre Schulden zu entwerten, die anderen fördern sie aufgrund ihrer starken ökonomischen Performance und ihrer hohen Nachfrage nach knappen Gütern.

Für Baufinanzierungskunden steigt damit die Gefahr, dass die Konditionen für Darlehen in die Höhe gehen. Wir empfehlen Kreditnehmern daher, die aktuellen Zinsen möglichst lange zu sichern und in nicht auf sinkende Zinsen zu warten. Grundsätzlich ist bei diesem historisch gesehen immer noch sehr niedrigen Zinsniveau eine Tilgung von 2% bis 3% ratsam, damit die Restlaufzeit des Darlehens verkürzt wird. Gefragt sind aus diesem Grund auch sogenannte Volltilgerdarlehen. Dabei steht über eine höhere laufende Tilgung heute schon eine Rate fest, die zur vollständigen Rückzahlung des Darlehens führt. Das Risiko, später zu deutlich höheren Zinsen noch eine weitere Anschlussfinanzierung vornehmen zu müssen, wird damit schon heute ausgeschlossen. Die Finanzierungsspezialisten bei Interhyp können auf mehr als 250 Banken zugreifen und erarbeiten gerne eine individuelle Lösung. Zur Analyse der eigenen Situation und zur Beobachtung der Zinsentwicklung eignen sich auch die Zins-Charts und Tools auf der Interhyp-Website.

Tendenz:
kurzfristig: aufwärts
mittelfristig: aufwärts

Quelle: Kommentar zur Zinsentwicklung 2012 der Interhyp AG vom 21.01.2011

Okt
12

Wie erwartet hat am Donnerstag die EZB keine Änderungen an den Leitzinsen und an ihrer Rhetorik vorgenommen und daher auch den Zinsmarkt nicht wirklich bewegt. Damit versuchen sich die Inflations- und Währungshüter in Frankfurt möglichst dezent aus den verbalen Auseinandersetzungen zwischen den USA, China und Japan herauszuhalten. Scheinbar ungerührt akzeptiert die EZB den vehementen Anstieg des Eurokurses gegenüber dem Dollar und damit auch gegen den an den Dollar gekoppelten chinesischen Yuan. Offensichtlich freut man sich derzeit mehr über das Wiedererstarken der europäischen Gemeinschaftswährung, als man die potentiellen negativen Auswirkungen eines stärkeren Euro für die Exporte fürchtet. Die erste Runde im Abwertungswettlauf der Währungen geht daher eindeutig an die USA. Dort hat die Notenbank vergangene Woche weitere Lockerungsschritte ihrer Nullzinspolitik angekündigt. Konkret heißt das: Die USA werden weiter Geld drucken und damit ihre ausländischen Schuldner bedienen. Ein Verfall des Dollars wird dabei billigend in Kauf genommen. Was aber fast ebenso dramatisch ist, ist die Tatsache, dass damit auch der an den Dollar gekoppelte Yuan gegen den Euro abgewertet wird. Das macht den chinesische Export noch wettbewerbsfähiger. Es ist sogar zu vermuten, dass China derzeit seine exorbitanten Währungsreserven dazu einsetzt, die Währungen zu manipulieren. Zuerst hat man den Yen durch Käufe von japanischen Staatsanleihen historisch teuer gemacht und so Japan in Bedrängnis gebracht, jetzt kauft man Staatsanleihen von Euroländern und treibt damit den Euro nach oben. Wie lange die EZB ruhig zuschaut, bleibt offen. Zumindest hat man noch vor einigen Wochen, als der Eurokurs unter 1,20 gegen den Dollar fiel, von einer Rückkehr auf ein richtiges Niveau gesprochen. Mit 1,40 und höher ist der Euro auf jeden Fall gegen Dollar und Yuan überbewertet. Euroland muss aufpassen, dass nicht auch Runde zwei an die USA und China gehen. Denn das könnte teuer werden.

Für die nächsten Wochen erwarten wir zwar Schwankungen bei den Kapitalmarktzinsen, die sich gemessen an den Zinssätzen für 10-jährige Pfandbriefe in einer Bandbreite zwischen 2,65 und 2,90% bewegen sollten, aber keine großen Bewegungen. Besonders an starken Tagen am Anleihemarkt sollten Kunden die Gunst der Stunde nutzen und ihre Konditionen festzurren. Immobilienfinanzierungen laufen in der Regel 25 Jahre. Diese Periode heute zu historisch tiefen Zinssätzen abzusichern, kann daher kein Fehler sein. Wir empfehlen, zumindest einen großen Teil der Finanzierungssumme über lange Sollzinsbindungen festzuschreiben und damit für Kalkulationssicherheit zu sorgen. Grundsätzlich raten wir, bei diesem niedrigen Zinsniveau die Tilgung mit 2 – 3% zu wählen, damit die Gesamtlaufzeit des Darlehens überschaubar bleibt. Gefragt sind aus diesem Grund derzeit auch sogenannte Volltilger-Darlehen. Dabei steht über eine höhere laufende Tilgung heute schon eine Rate fest, die nach 20 oder 25 Jahren zu vollständigen Rückzahlung des Darlehens führt. Das Risiko später zu deutlich höheren Zinsen eine Prolongation vornehmen zu müssen wird damit schon heute ausgeschlossen. Die Finanzierungsspezialisten der Interhyp können auf mehr als 250 Banken zugreifen und erarbeiten gerne eine individuelle Lösung für Sie. Zur Analyse der eigenen Situation und zur Beobachtung der Zinsentwicklung eignen sich auch die Zins-Charts und Tools auf der Interhyp Website.

Tendenz:
kurzfristig: seitwärts
mittelfristig: seitwärts

Quelle: Zinsprognose 2011 der Interhyp AG vom 08.10.2010

Sep
25

Mit klaren Aussagen zur weiterhin angespannten Lage der amerikanischen Konjunkturentwicklung und mit dem Hinweis, alle Möglichkeiten der geldpolitischen Unterstützung bei der Zinsentwicklung 2011 nutzen zu wollen, hat die US-Notenbank diese Woche die Nachfrage am Anleihemarkt wieder anspringen lassen. Die Marktteilnehmer interpretieren die Aussagen als klares Zeichen, dass die Leitzinsen noch sehr lange der Nullzinspolitik unterliegen werden und dass die Notenbank im Eventualfall mit weiteren Aufkäufen von Staats- und Hypothekenanleihen Geld drucken wird. Was für die Anleihekurse positiv ist, versetzt dem US-Dollar hingegen einen schweren Schlag. Mit einem Kurs von inzwischen über 1,34 gegen den Euro hat der Dollar weiter nachgegeben und eindeutig den Euro als derzeit schwächste der großen Währungen abgelöst. Plötzlich scheint in der Einschätzung der Investoren die US-Misere sogar die Schwäche der europäischen Problemländer zu übertreffen. Gleichzeitig wehrt sich auch China vehement gegen eine Aufwertung seiner Währung. Es ist erkennbar, dass wir mitten in einem Abwertungswettrennen stecken, in dem jeder gerne seinen Export durch eine schwache Währung steigern möchte und zwar zu Lasten des anderen. Das Problem bleibt aber die zu schwache Konsumnachfrage weltweit. Vor allem in den USA und in vielen Teilen Europas. Selbst in China sind es die Investitionen, die treiben – und nicht der Konsum. Deutschland kann zwar derzeit von dieser starken Nachfrage im Investitionsgüterbereich stark profitieren – mittelfristig muss aber entweder der Konsum steigen oder man muss sich mit weniger Wachstum zufrieden geben.

Für die nächsten Wochen erwarten wir weiterhin bewegte Zinsmärkte, da uns der Wettstreit der Deflationsanhänger und der Inflationsgläubigen weiter begleiten wird. Vorerst scheint das Deflationsszenario im Vordergrund zu stehen – es bleibt jedoch für Baufinanzierungskunden gefährlich, auf tiefere Zinsen zu spekulieren. Da eine Baufinanzierung in der Regel 25 Jahre läuft, kann es kein Fehler sein, diese Periode heute zu historisch tiefen Zinssätzen abzusichern. Wir empfehlen, zumindest einen großen Teil der Finanzierungssumme über lange Sollzinsbindungen festzuschreiben und damit für Kalkulationssicherheit zu sorgen. Grundsätzlich empfehlen wir, bei diesem niedrigen Zinsniveau eine Tilgung von zwei bis drei Prozent zu wählen, damit die Gesamtlaufzeit des Darlehens überschaubar bleibt. Gefragt sind momentan zum Beispiel sogenannte Volltilger-Darlehen. Dabei steht über eine höhere laufende Tilgung heute schon eine Rate fest, die nach 20 oder 25 Jahren zur vollständigen Rückzahlung des Darlehens führt. Das Risiko, später zu deutlich höheren Zinsen eine Anschlussfinanzierung vornehmen zu müssen, wird damit bereits jetzt ausgeschlossen. Die Finanzierungsspezialisten bei Interhyp können auf mehr als 250 Banken zugreifen und erarbeiten gerne eine individuelle Lösung. Zur Analyse der eigenen Situation und zur Beobachtung der Zinsentwicklung 2011 eignen sich auch die Zins-Charts und Tools auf der Interhyp-Website.

Tendenz:
kurzfristig: seitwärts
mittelfristig: seitwärts

Quelle: Zinskomentar der Interhyp AG vom 24.09.2010

Apr
22

Innerhalb von weniger als zehn Jahren hat sich China von einem Wachstumsmarkt mit Phantasie zum praktisch entscheidenden Spieler für die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft gewandelt. Ausschlaggebend für diese rasante Entwicklung sind zwei Phänomene. Erstens: Der Zusammenbruch des amerikanischen Konsumwunders unter der schweren Last einer dramatischen Überschuldung der privaten Haushalte – großteils basierend auf der Illusion immer weiter steigender Immobilienpreise. Derzeit liegt der amerikanische Konsument auf der Intensivstation und wird nach seiner Entlassung nie mehr so dynamisch laufen wie vor seinem Zusammenbruch. Zweitens: Die Dynamik in Europa, die seit dem Fall des Eisernen Vorhangs vor 20 Jahren als große Aufholbewegung eingesetzt hat, ist zum Erliegen gekommen. Die Vorteile der durch den Euro ausgelösten Zinskonvergenz zum tiefen Deutschland-Niveau und die EU-Förderungen für die Randländer sind längst konsumiert. Es stellt sich heraus, dass viel Wachstum vorfinanziert wurde, die Schuldner jetzt aber nicht bezahlen können. Griechenland und die baltischen Staaten dienen als erste drastische Beispiele. Kein Wunder also, dass sich alle plötzlich freuen, dass China seinen über den Exportboom der vergangenen zehn Jahre aufgebauten Überschuss in Form von riesigen Konjunkturpaketen einsetzt und damit wieder Wachstumszahlen von 11-12% liefert. Diesmal aber nicht über den Export, sondern über öffentliche Investitionen und einen steigenden privaten Konsum. Zur Freude europäischer und amerikanischer Unternehmen, die einen wahren Auftragsboom aus China verzeichnen. Und China saugt wie nie zuvor aus aller Welt Rohstoffe an, so dass es zur treibenden Kraft hinter der positiven Konjunkturentwicklung in Brasilien, Kanada, Australien und sogar Afrika geworden ist. Auch diese Länder hängen längst am Tropf Pekings. Ganz nebenbei ist China inzwischen auch zum größten Gläubiger der Welt geworden. China hält die meisten US-Staatsanleihen und hat damit hohes Interesse daran, dass die USA seine Schulden auch bedienen kann. Leben und leben lassen ist daher die Devise. Was hat das alles mit der Zinsentwicklung für 2010 und 2011 zu tun? Gelingt die Feinsteuerung, dass im Zusammenspiel zwischen China, USA und Europa mit Hilfe der chinesischen Lokomotive der gesamte Zug wieder ordentliche Fahrt aufnimmt und die Lokomotive selbst dabei nicht überhitzt, so haben die Notenbanken eine Chance, die Leitzinsen ohne großen Schaden von 2011 an anzuheben und wieder normale Zustände an den Zinsmärkten herbeizuführen. Aber es gibt auch zwei nicht so schöne Szenarien: Übernimmt sich China und die China-Blase platzt so wie andere Blasen zuvor, wird es zu neuen drastischen Verwerfungen kommen. Diese können für die USA und Europa in Deflation, aber auch in Stagflation enden. Während Deflation für noch tiefere Langfristzinsen spricht, bedeuten die beiden anderen Szenarien leicht bis deutlich höhere Zinsen. Wer daher die aktuell extrem tiefen Konditionen für lange Zinsbindungen nicht nutzt, sondern auf noch tiefere Zinsen spekuliert, setzt auf das Deflationsszenario. Nicht umsonst blicken alle nach China. China ist der einzige wirklich fitte Spieler auf dem Spielfeld. Die USA und Europa sind so angeschlagen, dass sie momentan nicht aktiv ins Spiel eingreifen können.

Angesichts der skizzierten Szenarien empfehlen wir weiterhin, zumindest einen großen Teil der Finanzierungssumme über lange Zinsbindungen festzuschreiben und damit für Kalkulationssicherheit zu sorgen. Gefragt sind derzeit zum Beispiel sogenannte Volltilger-Darlehen. Dabei steht heute schon eine Rate über eine höhere laufende Tilgung fest, die nach 20 oder 25 Jahren zu vollständigen Rückzahlung des Darlehens führt. Das Risiko später zu deutlich höheren Zinsen eine Prolongation vornehmen zu müssen, wird damit schon heute ausgeschlossen. Grundsätzlich empfehlen wir, bei diesem niedrigen Zinsniveau eine Tilgung von mindestens 2% zu wählen, damit die Gesamtlaufzeit des Darlehens überschaubar bleibt. Die Finanzierungsspezialisten bei Interhyp können auf mehr als 250 Banken zugreifen und erarbeiten gerne eine individuelle Lösung. Zur Analyse der eigenen Situation und zur Beobachtung der Zinsentwicklung eignen sich auch die Zins-Charts und Tools auf der Interhyp-Website.

Tendenz
kurzfristig: seitwärts
mittelfristig: aufwärts

Mrz
29

Nachdem die US-Notenbank auch diesen Monat die Leitzinsen nicht angehoben hat und zugleich in ihrer Rhetorik darauf schließen lässt, dass bei der Zinsentwicklung 2011 in 2010 kaum mit einer Anhebung zu rechnen ist, haben die Anleger ihre Investitionen in verschiedenen risikobehafteten Assetklassen nochmals verstärkt. Eigentlich wollen die Notenbanken mit Nullzinsen die Investitionstätigkeit der Unternehmen stützen und den Banken die Kreditvergabe leichter machen. Da derzeit aber aufgrund der schwachen Nachfrage niemand investiert und die Kreditnachfrage der Unternehmen folglich gering ist, bleibt dieses Ziel nur ein Nebenschauplatz. Der viel größere Effekt der Nullzinspolitik spielt sich auf der Anlageseite ab. Dort merken momentan Hunderte Millionen Sparer von den USA über Euroland bis nach Hongkong, dass sie für ihre kurzfristigen Geldanlagen bei Banken praktisch kaum Verzinsung bekommen. Wurde noch vor zwei Jahren das Parken von Liquidität mit 3 – 5% bezahlt, so haben die Leitzinssenkungen zu Einlagenzinsen geführt, die nur selten über 1% liegen. Damit wirken bei der Zinsentwicklung 2011 plötzlich lange Laufzeiten von Staatsanleihen, die zwar historisch gesehen extrem tiefe Zinsen bieten, mit 3 – 4% attraktiv. Unternehmensanleihen mit sehr schwacher Bonität sehen bei 5 – 6% plötzlich wie Schnäppchen aus. Und auch Aktienwerte, die Dividenden bezahlen, erscheinen als smartes Investment. In Hongkong haben mit demselben Argument Immobilienpreise im Jahr 2009 um 45% zugelegt. Damit bietet sich ein sonderbares Bild: In einer Welt, die gerade von der schlimmsten Finanzkrise seit 80 Jahren getroffen wurde, in der das Wirtschaftswachstum nur mit gigantischen staatlichen Rettungspaketen wieder in Gang gebracht werden kann, in der die Staaten tief in der Verschuldungsfalle sitzen, steigen sämtliche Anlageklassen gleichzeitig. Die krampfhafte Suche nach Rendite macht derzeit für die Risiken blind. Potentielle Kursverluste bei steigenden Zinsen oder fallenden Aktienkursen werden mit dem Argument der guten laufenden Verzinsung ausgeblendet. Den Notenbanken und Politikern kommt das nur recht. Vielleicht gelingt es ihnen im Zusammenspiel auf diese Weise, die Staatsschulden zu Tiefstzinsen in lange Laufzeiten zu übertragen und an der Börse notwendiges Eigenkapital zur Restrukturierung ganzer Branchen bei hohen Kursen zu erwerben. Wenn es dann am Ende sogar gelingen würde, die Wirtschaft wieder zum Wachsen zu bringen, wird Inflation aufkommen und Leitzinserhöhungen sind notwendig. Spätestens dann platzt die Blase am Rentenmarkt und auch der Aktienmarkt wird ebenfalls kräftig leiden. Den Preis zahlen dann wieder einmal die Investoren, die auf die vorausschauende Politik der Notenbanken vertraut haben.

Für Baufinanzierungskunden dagegen sind die aktuell tiefen Zinsen ein Segen. Wir befinden uns praktisch in allen Laufzeiten am untersten Ende der Bandbreite, die wir in den vergangenen 50 Jahren gesehen haben. Es kann daher kein Fehler sein, auf Sicherheit zu setzen und dieses Zinsniveau mit langfristigen Zinsbindungen abzusichern. Baufinanzierungskunden müssen in Zeithorizonten von 20 bis 30 Jahren denken, in denen sie monatliche Zahlungen leisten. Sie sollten sich deshalb auf keine Spekulation einlassen, wenn die Wahrscheinlichkeiten schief verteilt sind. Gefragt sind derzeit auch sogenannte Volltilger-Darlehen. Dabei steht über eine höhere laufende Tilgung schon heute eine Rate fest, die nach 20 oder 25 Jahren zur vollständigen Rückzahlung des Darlehens führt. Das Risiko, später zu deutlich höheren Zinsen eine Prolongation vornehmen zu müssen, wird damit bereits bei Abschluss ausgeschlossen. Grundsätzlich empfehlen wir bei diesem niedrigen Zinsniveau eine Tilgung von mindestens 2% zu wählen, damit die Gesamtlaufzeit des Darlehens überschaubar bleibt. Die Finanzierungsspezialisten der Interhyp können auf mehr als 250 Banken zugreifen und erarbeiten gerne eine individuelle Lösung für Sie. Zur Analyse der eigenen Situation und zur Beobachtung der Zinsentwicklung eignen sich auch die Zins-Charts und Tools auf der Interhyp-Website.

Tendenz
kurzfristig: seitwärts
mittelfristig: aufwärts

Quelle: Kommentar zur Zinsentwicklung 2011 und 2010 der Interhyp AG vom 26.03.2010

Mrz
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Während 2009 die Rettung des Bankensystems und staatliche Konjunkturpakete die beherrschenden Themen waren, hat sich die Diskussion seit Jahresbeginn um eine Ebene nach oben verschoben. Wer wird die schwachen Staaten retten, die aufgrund wegbrechender Steuereinnahmen plötzlich noch tiefer in die Schuldenfalle geraten? Vor kurzem waren es noch vermeintliche Einzelschicksale wie die baltischen Länder, Island oder Dubai, die vom IWF oder von ihren starken Nachbarn gestützt werden mussten und konnten. Jetzt werden die Namen schon prominenter. Griechenland steckt tief in der Falle und wird nur schwer ohne externe Hilfe zu stabilisieren sein. Drastische Budgetdefizite in Spanien, Portugal und auch in Großbritannien geben vor dem Hintergrund einer tief getroffenen Wirtschaftsentwicklung Anlass zur Sorge. Bei genauerem Hinsehen wirken all diese Länder aber eher wie Spitzen eines Eisberges, die derzeit vereinzelt aus dem Meer ragen. Der Eisberg darunter hat aber gigantische Ausmaße, denn auch vermeintlich starke Nationen wie die USA, Japan und Deutschland haben ihre Budgetdefizite auf Rekordhöhe ausweiten müssen. In den nächsten Jahren ist bestenfalls eine Reduzierung der Neuverschuldung, keinesfalls aber ein Schuldenabbau realistisch. Wenn Finanzminister Schäuble für 2011 Sparmaßnahmen und Budgetkonsolidierung ankündigt, dann meint er eben nicht Schuldenabbau, sondern graduell weniger Schuldenaufbau. Der Eisberg wächst also weiter. Im Kern haben die Staaten durch ihre Rettungsmaßnahmen Schulden aus dem privaten Sektor in die öffentlichen Haushalte transferiert. Während einige Länder sich das leisten können, drohen andere, an der Größe der Last zu ersticken. Die entscheidende Frage für die nächsten Jahre ist daher: Wird das Wirtschaftswachstum groß genug sein, um die Neuverschuldung auf ein gesundes Maß zurückzuführen? Dass die Notenbanken vor diesem Hintergrund die Leitzinsen in 2010 erhöhen, ist nicht wirklich denkbar. Für die langfristigen Zinsen und damit für die Baugeldkonditionen ist das aber nur bedingt eine Hilfe. Die zunehmende Unsicherheit über die Finanzierbarkeit der Staatsdefizite kann nämlich sehr schnell zu deutlich höheren Risikoaufschlägen bei langen Laufzeiten führen. Griechenland zeigte das zuletzt eindrucksvoll. Wir erwarten daher eine tendenziell steilere Zinskurve und empfehlen, die zuletzt wieder tieferen Zinsen konsequent zur langfristigen Absicherung der Finanzierungskonditionen zu nutzen. So bietet die Krise zumindest den Hypothekenkunden echte Vorteile.

Der starke Wettbewerb der Banken um das Neugeschäft in der Baufinanzierung, welches momentan unter der geringen Neubautätigkeit leidet, führt ebenfalls zu attraktiven Angeboten. Es bleibt wichtig, den Markt mit Hilfe eines erfahrenen Baugeldvermittlers genau zu durchleuchten und damit den richtigen Finanzierungspartner zu finden. Die Finanzierungsspezialisten bei Interhyp können inzwischen auf mehr als 250 Banken zugreifen und unterstützen Sie gerne. Prinzipiell sollten Baugeldkunden derzeit die Absicherung auf lange Frist suchen. Die meisten Finanzierungen laufen rund 25 Jahre bis zur endgültigen Rückzahlung. Es ist deshalb mit erheblichen Risiken verbunden, wenn man zu kurze Laufzeiten wählt. Dieses Risiko sollten daher gerade Käufer mit engen Budgets ausschließen und mit langen Zinsbindungen heute schon die monatlichen Belastungen festzurren. Mit der Wahl der richtigen Tilgungsmöglichkeiten und dem optimalen Einsatz von Fördermitteln lässt sich hier zusätzlich Geld sparen. Das Ziel sollte immer eine möglichst rasche Entschuldung sein.

Tendenz
kurzfristig: seitwärts
mittelfristig: aufwärts