Alle Beiträge zum Thema'Energieausweis'

Jul
28

Energieausweis bleibt hinter Erwartungen zurück: Nur 48 Prozent der Kaufinteressenten und 30 Prozent der Mietwilligen erkundigen sich bei Besichtigungsterminen danach / Interessenten vertrauen eher dem Auge als dem Papier – das zeigt die Studie Marktmonitor Immobilien 2011  von immowelt.de, eines der führenden Immobilienportale, und Prof. Dr. Stephan Kippes von der Hochschule Nürtingen-Geislingen

Kein Erfolgsmodell: Obwohl Mieter und Käufer von Immobilien Wert auf einen hohen Energiestandard legen, interessieren sie sich bei der Besichtigung kaum für den Energieausweis. Das zeigt die repräsentative Studie Marktmonitor Immobilien 2011 von immowelt.de, eines der führenden Immobilienportale, und Prof. Dr. Stephan Kippes von der Hochschule Nürtingen-Geislingen. Gerade einmal 48 Prozent der Kauf- und 30 Prozent der Mietinteressenten erkundigen sich bei der Besichtigung des Objekts nach dem Dokument. Wichtiger ist der augenscheinlich gute Energiestandard einer Immobilie.

Bedeutung für Kaufinteressenten am größten
Noch das höchste Interesse am Energieausweis zeigen Kaufinteressenten. 48 Prozent der Kunden, die ein Objekt erwerben wollen, fragen laut der Makler nach dem Energiedokument. Aus gutem Grund: Ein niedriger Energiestandard weist auf nötige Sanierungsmaßnahmen und damit auf zusätzliche Kosten hin. Entsprechend setzen 44 Prozent der Befragten den Energieausweis bei Kaufobjekten auch als Werbeargument in Exposés ein. Wichtiger als die im Energieausweis dokumentierten Messwerte ist den Kaufinteressenten offensichtlich der klar erkennbare Sanierungsstatus. Sie wollen beispielsweise wissen, ob Fassade oder Dach gedämmt sind.

Mietinteressenten überzeugt der Augenschein
Bei den Mietkunden zeigt sich die Situation noch deutlicher. Nur knapp ein Drittel der zukünftigen Mieter hat nach Auskunft der Befragten Interesse am Energieausweis. Konsequenter Weise nutzt auch nur knapp ein Drittel der befragten Makler das Dokument für die Werbung. Viel entscheidender ist für Mietkunden, ob die Fenster wärmeschutzverglast sind oder auf welchem Stand der Technik die Heizung ist. Diese Faktoren entscheiden über die Nebenkosten, die zum Mietzins hinzukommen. Die Mietinteressenten überzeugen sich nach Erfahrung der Befragten lieber anhand der sichtbaren Merkmale davon, was sie erwartet.

Die repräsentative Studie Marktmonitor Immobilien 2011 wurde in Zusammenarbeit von immowelt.de und Prof. Dr. Stephan Kippes von der Hochschule Nürtingen-Geislingen erstellt. Befragt wurden 397 zufällig ausgewählte Makler aus ganz Deutschland. Die gesamte Studie Marktmonitor Immobilien kann hier heruntergeladen werden: http://www.marktmonitor-immobilien.de

Quelle: Pressemitteilung der Immowelt AG vom 26.07.2011

Feb
02

Wangener Bürger erhalten von der Stadt einen Zuschuss um ihre Häuser jetzt thermographisch untersuchen zu lassen. Bis zum 16. Februar kann man den Zuschuss bei der Stadt noch beantragen, wenn man sein Haus dieses Jahr untersuchen lassen will. Sollte aufgrund der Witterung eine Untersuchung im Winter 2008 / 2009 nicht mehr möglich sein, wird die Untersuchung im Winter 2009 / 2010 durchgeführt, teilt die Stadtverwaltung Wangen mit.

Bereits am 25. November 2008 hatte der Gemeinderat der Stadt Wangen im Allgäu beschlossen, ein Programm zur thermographischen Untersuchung von Gebäuden aufzulegen. In Zusammenarbeit mit der Energieagentur Ravensburg werden die thermographische Untersuchungen durchgeführt. Für die Untersuchungen fallen 350 Euro je Untersuchung an. Unter bestimmten Voraussetzungen werden diese mit 150 Euro bezuschusst (Förderprogramm der BAFA www.bafa.de – die Zuschussbeantragung erfolgt durch die Energieagentur).

Werden innerhalb von drei Jahren nach Auswertung der thermographischen und entsprechender Beratung Energiesparmaßnahmen durchgeführt, die die Kriterien der KfW (www.kfw.de) erfüllen, erstattet die Stadt 50 Prozent der Kosten (mindestens 100 Euro) für die Thermographie. Auch Bescheinigungen, die auf Grund öffentlicher Fördermittel für Energiesparmaßnahmen erteilt werden, können als Nachweis anerkannt werden. Sollte für Maßnahmen keine entsprechende Erklärung vorliegen, überprüft die Energieagentur Ravensburg die durchgeführten Energiesparmassnahmen auf deren Einsparpotenzial.

Dez
11

Bereits im Frühjahr 2008 hatte die Verbraucherzentrale NRW Anbieter von Online-Energieausweisen getestet. Nach dem damals erschreckenden Ergebnis führte das Institut nun einen weiteren Test durch . Doch das ernüchternde Ergebnis des Checks von 88 Plattformen durch die Verbraucherzentrale NRW – die Onlineanbieter von Energieausweisen bieten im Internet ungültige Dokumente feil. Umso niederschmetternder, weil die Verbraucherschützer die Aussteller nach einem ersten verpatzten Test im Frühjahr 2008 aufgefordert hatte, die mangelhafte Erfassung wichtiger Merkmale nachzubessern, um – wie gesetzlich vorgeschrieben – auch Empfehlungen zur Gebäudemodernisierung geben zu können.

Wie sahen die Ergebnisse im Detail aus?

Nachdem die Verbraucherzentrale NRW Online-Anbieter daraufhin aufgefordert hatte, die Datenabfrage zum Ernergieausweis qualitativ zu verbessern, stellte sie im Oktober die Verbrauchsausweise via Internet erneut auf die Probe. 88 der insgesamt 97 Portale aus der ersten Stichprobe boten weiterhin Energieausweise im World Wide Web an. Doch ihre Hausaufgaben in Sachen gesetzeskonformer Ausstellung hatten nur wenige gemacht: Nicht einmal 20 % der Onlineanbieter fragte auch beim zweiten Test alle 14 Pflichtdaten des Energieausweises ab, die zur Ausstellung eines formal korrekten Energiepasses notwendig wären.

Insbesondere beheizte Kellerflächen (19 Prozent der Anbieter), längere Leerstandszeiten (14 Prozent) oder die genauen Verbrauchszeiträume (11 Prozent) als wichtige Faktoren zur Ermittlung des Energiekennwerts beachteten die Anbieter nicht.

Auch die Fragen nach einer nachträglich Dämmung des Gebäudes oder ob die Heizungsanlage erneuert wurde wurden von einem Drittel der Internetseiten auch beim Nach-Check immer noch nicht ab. Und das, obwohl diese Angaben zum baulichen Zustand des Gebäudes wichtige Größen sind, um die Plausibilität der vom Eigentümer übermittelten Daten zu überprüfen und sinnvolle Maßnahmen zur energetischen Sanierung vorzuschlagen – und Aussteller der Energieausweise hierzu ausdrücklich verpflichtet sind. Weil Modernisierungen im Altbau immer möglich sind, sind diese Energieausweise nicht zu gebrauchen, raten die Energiefachleute der Verbraucherzentrale NRW zur Vorsicht. Ihre Empfehlung lautet, nur solche Energieverbrauchsausweise online zu ordern, die neben der genauen Erfassung des Energieverbrauchs auch den baulichen Zustand des Gebäudes sowie die Art der Heizungstechnik abfragen. Zudem sollte ein Foto des Gebäudes – per Post oder online übermittelt – im Energieausweis Platz finden.

Zur Gesetzeslage und Hintergrund:

Seit 1. Juli 2008 muss für Gebäude die vor 1965 gebaut wurden ein Energieausweis vorgelegt werden, wenn sie verkauft oder neu vermietet werden. Steckbriefartig wird in diesen Energiepässen über den Energiestandard eines Gebäudes informiert, damit es Miet- und Kaufinteressenten nun leichter haben, den Heizenergiebedarf des neuen Domizils abzuschätzen. Zahlreiche Aussteller bieten im Internet Plattformen mit Eingabemasken, mit deren Hilfe Energieausweis-Interessenten die notwendige Daten zur Erstellung von Verbrauchsausweisen selbst übermitteln können.

Ein erster Test der Verbraucherzentrale NRW von Eingabemasken und Datenblättern bei 97 Online-Anbietern von Energieausweisen hatte im Frühjahr 2008durchweg ein “mangelhaft” erbracht: Lediglich ein Aussteller fragte alle 14 Pflichtdaten von den Kunden ab. Dafür hatten 40 Prozent die für die Ermittlung des Energiekennwerts wichtigen Faktoren wie Kellerbeheizung und Leerstände außen vor gelassen. Und bei 20 Prozent der untersuchten Online-Angebote musste der Besteller keine Angaben über die Warmwasserversorgung des Gebäudes machen – gleichwohl dies für einen Energiepass verpflichtend vorgeschrieben ist.