Jul
04

Zeichen sprechen für Leitzinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte in den kommenden Wochen / Immobilienbesitzer sollten reagieren und Forward-Darlehen prüfen

Mannheim (1. Juli 2011). Der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) Jean-Claude Trichet signalisierte bereits mehrfach, die Leitzinsen noch in diesem Monat zu erhöhen. Nachdem die EZB im April den Schlüsselzins bereits um 0,25 Prozent erhöht hatte, rechnen Experten nun mit einem weiteren Viertelprozentpunkt, der den Zinssatz auf 1,5 Prozent steigert. „Auch wenn die Auswirkungen auf die Immobilienfinanzierung nicht sofort spürbar sein werden beziehungsweise eingepreist sind, rechnen wir mittel- bis langfristig mit steigenden Zinsen“, sagt Kai Oppel vom Baugeldvermittler Hypothekendiscount. Das sollten auch Immobilienbesitzer mit laufenden Finanzierungen bedenken. Sie sollten beim jetzigen Zinsniveau von deutlich unter 4 Prozent ein Forward-Darlehen prüfen.

Ein Forward-Darlehen ist eine Variante der Anschlussfinanzierung, die sich an Immobilienbesitzer richtet, deren Zinsbindung der Erstfinanzierung in 12 bis 60 Monaten ausläuft. Kreditnehmer können sich so günstige Zinsen für ein Darlehen sichern, das sie erst in bis zu fünf Jahren in Anspruch nehmen. Das schafft zum einen Sicherheit, da sie die Höhe der künftigen Zinsen bereits heute fixieren. Zudem schützt diese Finanzierungsvariante vor einem steigenden Zinsniveau. Oppel: „Ein Unterschreiten der derzeitig historisch niedrigen Zinsmarke halten die meisten Experten trotz der Unsicherheiten in einigen Ländern für unwahrscheinlich. Vielmehr indizieren das Konjunkturhoch auf der einen und die steigende Inflation auf der anderen Seite mittelfristig steigende Zinsen.“

Anbietervergleiche ratsam
Bei einem Forward-Kredit entfallen zwar die sonst üblichen Bereitstellungszinsen, da die Zeit der Zinsbindung erst später beginnt. Für die Vorlaufzeit, die so genannte Forward-Periode, berechnen die Kreditinstitute allerdings einen Zinsaufschlag. Dieser ist abhängig von der Länge der Vorlaufzeit und der Zinsfestschreibung – generell gilt: Je länger die Forward Periode, desto höher der Aufschlag. „Die Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern sind groß“, warnt der Experte von HypothekenDiscount. „Die Aufschläge für Forward-Kredite können bis zu 300 Prozent variieren. Bei langen Vorlaufzeiten und zu hohen Aufschlägen kann ein Forward-Darlehen trotz niedriger Ausgangszinsen teurer werden als eine normale Prolognation zum eigentlichen Finanzierungstermin in der Zukunft.“

Risikominimierung durch Aufpreis
Gerade über längere Zeiträume ist die Zinsentwicklung 2012 schwer vorhersagbar. Kreditnehmer sollten bedenken, dass ein Forward-Darlehen als verbindlicher Vertrag nicht ohne weiteres rückgängig gemacht werden kann. Im Falle eine Nichtabnahme können daher die Kreditinstitute eine Nichtabnahmeentschädigung verlangen. Wer sich davor schützen will, kann eine Ausstiegsklausel in den Vertrag aufnehmen, muss dafür aber zusätzliche Aufschläge in Kauf nehmen. „Auch hier lohnt sich nachzurechnen“, weiß Oppel. „In der derzeitigen Zinssituation allerdings bietet ein Forward-Kredit ein hohes Maß an Sicherheit, die zusätzliche Gebühren durch eine Ausstiegsklausel in den meisten Fällen überflüssig macht.“

Quelle: Pressemitteilung von Hypothekendiscount vom 01.07.2011

Jun
30

Letzte Woche wurde der italienische Notenbankchef, Mario Draghi, auf dem EU-Gipfel zum neuen Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) gekürt und wird damit die Nachfolge von Jean-Claude Trichet antreten, der im Herbst dieses Jahres aus seinem Amt ausscheiden wird. Was wird Herr Draghi bei seinem Amtsantritt vorfinden: Ein „Unternehmen“ namens EZB, das bei einem Eigenkapital in Höhe von knapp 82 Mrd. Euro Anleihen im Wert von ca. 1.900 Mrd. Euro in der Bilanz stehen hat und insofern eine extrem risikoreiche Investitionsstruktur aufweist. Ein signifikanter Anteil des Portefeuilles umfasst dabei Anleihen von Griechenland, die aktuell ausfallbedroht sind. In dieser Konstellation liegt der Grund für die ablehnende Haltung der EZB, eine Umschuldung Griechenlands vorzunehmen – wie es mittlerweile Politiker einiger EU-Staaten vorschlagen. Bei einer Umschuldung wäre eine sofortige Abschreibung auf die griechischen Papiere notwendig, die das Eigenkapital der EZB stark reduzieren würde. Dadurch wären die Notenbanken der einzelnen EU-Staaten verpflichtet, neue Gelder bereitzustellen.

Auf Initiative Frankreichs wird in Bankenkreisen derzeit folgender Vorschlag zur Rettung Griechenlands diskutiert: Bei Rückzahlung demnächst fälliger Schulden (z.B. durch Hilfspakete/Rettungsschirme der EU) würden die Banken als derzeitige Gläubiger 50 Prozent dieser Zahlungen Griechenland sofort wieder als Kredit mit Laufzeiten von bis zu 30 Jahren zur Verfügung stellen. Die Konsequenz wäre, dass Griechenland Zeit gewinnt, Struktur- und Sparmaßnahmen umzusetzen, die Wirtschaft anzukurbeln. So wäre es in der Lage, langfristig seine Schulden bedienen oder abbauen zu können.

Bei allen Unsicherheiten, die die Griechenlandkrise für Deutschland mit sich bringen kann, muss an dieser Stelle auch einmal auf die positiven Aspekte für die Bundesrepublik eingegangen werden: Bei dem derzeitigen Wirtschaftswachstum – Experten rechnen mit einem Wachstum von über drei Prozent auf Jahressicht – und einer Inflationsrate von 2,3 Prozent (Juni) in Deutschland, müsste der Leitzins einer Deutschen Bundesbank deutlich höher stehen, als dies aktuell der Fall ist. Lediglich die Situation in EU-Ländern wie Griechenland, Irland, Portugal oder Spanien hat die EZB in der Vergangenheit von starken Leitzinserhöhungen zurückgehalten.

Nichtsdestotrotz erwarten wir in der kommenden Woche eine Leitzinserhöhung durch die EZB in Höhe von 0,25 Prozentpunkten; verbal ließen Spitzenbanker des Institutes dies bereits in den letzten Wochen durchblicken. Eine Auswirkung auf das Zinsniveau 2012 für Immobilienfinanzierung ist aus dieser Entscheidung jedoch noch nicht zu erwarten. Im Moment scheint die Zinsentwicklung 2012 lediglich an gute oder schlechte Nachrichten zur Krise in Griechenland gekoppelt zu sein.

Kunden, die aktuell eine Finanzierung benötigen, sollten Zinsrückgänge bei den erwarteten Schwankungen in den nächsten Wochen konsequent nutzen, ihre Finanzierung auf ein langfristig sicheres Fundament zu stellen. Wir empfehlen nach wie vor Zinsbindungen von mindestens 15 Jahren sowie eine Mindesttilgung von zwei Prozent.

Kurzfristige Zinsentwicklung 2011: schwankend seitwärts
Mittelfristige Zinsentwicklung 2012: steigend

Quelle: Kommentar zur Zinsentwicklung 2012 der Dr. Klein & Co. AG auf Zinsentwicklung.de

Mai
20

Im Rahmen ihrer ersten Leitzinserhöhung Anfang April hatte die Europäische Zentralbank (EZB) ihrem Postulat Ausdruck verliehen, die Inflation unterhalb des Ziels von 2% halten zu wollen. Analysten rechneten auf Grund der Rhetorik des EZB-Präsidents, Trichet, bereits im Juni mit einer weiteren Erhöhung. Auf Grund der Aussagen, die auf der monatlichen Sitzung der EZB Anfang Mai getätigt wurden, muss jedoch davon ausgegangen werden, dass ein erneuter Zinsschritt erst im Juli evtl. sogar noch später im Jahr erfolgen wird.

Als Konsequenz fiel der Wert des Euros in den darauf folgenden Tagen deutlich, da Investoren Kapital abzogen, die in naher Zukunft eher mit einer höheren Verzinsung Ihrer Anlage gerechnet hatten. Die Zinsen für Baugeld unterschiedlicher Zinsbindung verbilligten sich in den letzten zwei Wochen deutlich um bis zu 0,20 Prozentpunkte. Das zögerliche Handeln der EZB bei den Leitzinsen wirft Fragen auf, zumal die EZB noch im April beteuerte, Zweitrundeneffekte (z.B. Lohnerhöhungen in Folge gestiegener Lebenshaltungskosten) um jeden Preis verhindern zu wollen. Mit jedem Monat, den die EZB nicht reagiert, wird jedoch genau dieses Risiko größer. So kletterte z.B. die Inflation im wirtschaftlich starken Deutschland im April um 2,7% (Euroraum: 2,8%), welches dem höchsten Wert seit 2008 – also dem Beginn der Finanzkrise – entspricht.

Haben die Mitglieder der EZB die Befürchtung, das europäische Wirtschaftswachstum durch eine zu schnelle Leitzinserhöhung auszubremsen? Oder wird gar auf die wirtschaftlichen Belange einzelner, wirtschaftlich angeschlagener Mitgliedsstaaten – wie Griechenland, Portugal oder Irland – Rücksicht genommen, deren Wirtschaft besonders anfällig für die Verteuerung von Krediten ist?

Apropos Griechenland: Die finanzielle Situation entwickelt sich mittlerweile zur größten Bewährungsprobe für unsere gemeinsame Währung. Auf Grund eines schwachen Wirtschaftswachstums (+0,8% im ersten Quartal 2011), hoher Arbeitslosigkeit sowie eines Reform-, Spar- und Privatisierungswillens der griechischen Regierung, welcher von Vertretern sowohl der EU als auch des Internationalen Währungsfonds (IWF) als noch zu gering angestuft wird, steigt die Verschuldung nach wie vor an. Analysten gehen zumindest bis 2013 von einer weiteren Zunahme aus, bis die jetzigen Maßnahmen Wirkung zeigen werden. Der Abschluss eines weiteren Rettungspakets mit einem Volumen von bis zu 60 Mrd. Euro wird immer wahrscheinlicher, um Griechenland bis 2013 Luft zu verschaffen.

Der deutliche Rückgang der Baugeldzinsen in den letzten Wochen ist unseres Erachtens der Sorge um den Euro geschuldet. Sollten das Thema „Inflation“ in den nächsten Wochen wieder in den Vordergrund rücken, dürfte sich der Aufwärtstrend weiter fortsetzen. Da die Zinsaufschläge für Darlehen mit 15, 20 oder sogar 30 Jahren Zinsbindung nur moderat sind (flache Zinsstrukturkurve), sollten Kunden die eine Finanzierung benötigen, die Vorzüge einer langfristigen Zinsbindung prüfen. Die letzten acht Monate haben eindrucksvoll gezeigt, wie schnell der Zinsmarkt ansteigen kann.

Quelle: Zinsprognose 2012 der Dr. Klein & Co. AG vom 19.05.2011 auf Zinsentwicklung.de

Apr
21

Es lohnt sich, jetzt wegen der günstigen zinsentwicklung 2011 in einen Immobilie zu investieren – das glaubt etwas mehr als die Hälfte (54 Prozent) aller Deutschen. Was das aktuelle Zinstief für ihre Immobilienfinanzierung aber konkret bedeutet, wissen viele Deutsche nicht. 70 Prozent können nicht angeben, wie viel Kredit sie derzeit bei einer monatlichen Rate von 800 Euro bekämen. Die meisten schätzen die ausgezahlte Kreditsumme deutlich zu niedrig ein. Das ergab eine repräsentative online-Befragung mit 1.000 Teilnehmern des Baugeldvermittlers HypothekenDiscount.

„Mit einer monatlichen Rate von 800 Euro lassen sich im Moment, inklusive einer zweiprozentigen Tilgung, 160.000 Euro problemlos aufnehmen“, erläutert Kai Oppel vom Baugeldvermittler HypothekenDiscount. Mehr als die Hälfte der Befragten schätzte den Betrag jedoch zu niedrig ein, jeder Zehnte erwartete eine höhere Kreditsumme. „Viele wissen gar nicht, dass sie nach dem Motto „kaufen statt mieten“ Immobilieneigentum schaffen könnten. Hier sind Banken und Baugeldvermittler gefragt. Sie müssen ihre Kunden noch besser über die Chancen im Zinstief aufklären. Trotz der jüngsten Leitzinserhöhung und bereits steigenden Konditionen erhalten Kreditnehmer aktuell sehr hohe Darlehenssummen bei einer monatlich moderaten Kreditbelastung“, sagt Kai Oppel.

Nach Angaben des Mannheimer Baugeldvermittlers senken die niedrigen Zinsen das Finanzierungsrisiko deutlich. Einerseits sorgen Konditionen von knapp über 4 Prozent für eine geringe Kreditbelastung. Andererseits können viele Darlehensnehmer eine Anfangstilgung von zwei Prozent und mehr wählen, was den Schuldenabbau beschleunigt. „Wer eine zweiprozentige Anfangstilgung wählt, ist bereits nach 27 Jahren schuldenfrei“, erklärt Oppel.

Die Studie in Zahlen:

Warum lohnt es sich, zum aktuellen Zeitpunkt eine Immobilie zu kaufen?
· Zinsen sind günstig: 54 Prozent
· Preise sind moderat und werden in den nächsten Jahren steigen : 23 Prozent
· Kapitalanlagen sind riskant und wenig rentabel: 18 Prozent
· Steuervorteile für Immobilienbesitzer: 10,44 Prozent

Welche Darlehenssumme gibt es aktuell realistischerweise für eine Monatsrate von 800 Euro?
· Etwa 160.00 Euro: 31 Prozent (richtige Antwort)
· Etwa 120.000 Euro: 29 Prozent
· Etwa 80.000 Euro: 29 Prozent
· Etwa 220.000 Euro: 9 Prozent
· Etwa 300.000 Euro: 2 Prozent

Quelle: Pressemitteilung von HypothekenDiscount vom 15.04.2011

Apr
21

Nach knapp zwei Jahren Stillstand auf absolutem Tiefniveau hat die Europäische Zentralbank heute die in Aussicht gestellte Leitzinserhöhung vorgenommen und den Schlüsselzins von 1,0 auf 1,25 Prozent festgesetzt. Grundsätzlich schlagen aber Erhöhungen oder Senkungen des Schlüsselzinses nicht direkt und automatisch auf die langfristigen Baugeldkonditionen durch. Für Häuslebauer und Immobilienkäufer ist vielmehr die Entwicklung der langfristigen Kapitalmarktzinsen entscheidend.

Anders als oftmals angenommen stehen Baugeldkonditionen und Leitzins nicht in direktem Zusammenhang. Während die Europäische Zentralbank (EZB) durch die Festlegung des Leitzinses die kurzfristigen Marktzinsen – also die Überziehungs-, Dispo- oder Tages- und Festgeldzinsen – unmittelbar beeinflusst, entstehen langfristige Konditionen wie Hypothekenzinsen durch Angebot und Nachfrage am Anleihemarkt. Als Orientierungsgröße für die Zinsentwicklung 2011 eignen sich daher Anleihen- und Pfandbriefsätze.

Im Nachgang zur Lehman Brothers-Pleite im September 2008 musste die EZB zur Vermeidung der Rezession den Leitzins innerhalb weniger Monate von 4,25 Prozent auf historisch niedrige 1,0 Prozent senken. Seit Mai 2009 ließ die EZB den Schlüsselzins unverändert auf diesem Niveau. In dieser Zeit fielen zwar auch die langfristigen Baugeldzinsen, aber weit weniger drastisch: Ihr Rekordtief erreichten sie im September 2010, also rund 1,5 Jahre nach der erstmaligen Festsetzung des Leitzinses auf 1,0 Prozent.

Nach diesem Tiefpunkt hat eine Zinswende eingesetzt. Seitdem gehen die Konditionen kontinuierlich nach oben: Der Anstieg der Bauzinsen beträgt seit September mehr als 1,2 Prozentpunkte. Dass diese Richtung auch mittelfristig so bleiben wird, darüber sind sich die Experten von Interhyp einig. Sowohl die Vorgaben aus den USA als auch die steigenden Inflationserwartungen in Deutschland selbst werden die langfristigen Zinsen weiter nach oben treiben.

Daher rät Interhyp allen Immobilienkäufern und Anschlussfinanzierern zu handeln, um sich die historisch betrachtet immer noch sehr niedrigen Zinsen für einen möglichst langen Zeitraum zu sichern und so doppelt zu profitieren: Von einer niedrigen Darlehensrate bei gleichzeitig hoher Kalkulationssicherheit.

Quelle: Pressemitteilung der Interhyp AG vom 07.04.2011

Mrz
10

Zur Überraschung der Marktteilnehmer hat der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag nicht nur klar und deutlich vor den Inflationsgefahren im Euroraum gewarnt, sondern auch eine Leitzinserhöhung schon für die nächste Sitzung im April in den Bereich des Möglichen gerückt. Damit hat er die Renditen am Anleihemarkt erst einmal kräftig nach oben schnappen lassen, nachdem sich in den Wochen zuvor eher eine Tendenz sinkender Renditen gezeigt hatte. Auf den ersten Blick erscheinen die Aussagen von Herrn Trichet logisch und im Sinne einer stabilitätsorientierten Geldpolitik der EZB nur konsequent. Fast möchte man sagen, Herr Trichet wollte damit bewusst zeigen, dass der Abgang von Bundesbankpräsident Axel Weber, den viele Beobachter ja als klaren Protest gegen eine zukünftig politisch opportun agierende Notenbank interpretiert haben, unbegründet ist. Also ein klares Zeichen an die Politik und an die Märkte, dass die EZB auch in Zukunft unabhängig von politischen Einflüssen agieren wird. Dazu muss man auch sehen, dass Herr Trichet am Ende seiner Amtszeit steht und nichts mehr zu verlieren hat. Auf jeden Fall möchte er als erfolgreicher und konsequenter Notenbanker in die Geschichtsbücher eingehen und nicht als derjenige, der die EZB der Willkür der Politik ausgeliefert hat. Aber gerade dieser Trichet war es auch, der gegen den Widerstand der Bundesbank und einiger anderer Traditionalisten das Ankaufsprogramm für Staatsanleihen gestartet hat und damit den eigentlichen Sündenfall aus Sicht Vieler verantwortet. Ist der jetzt eingeschlagene scharfe Ton also doch nur eine Maßnahme, um die eigene Reputation wieder zu verbessern?

Preissteigerungen bei Energie-, Rohstoff- und FinanzierungskostenKlar ist, dass die zuletzt stark gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise und die gut laufende Konjunktur in einer Reihe von Ländern zu Preissteigerungen führen. Besonders in den BRIC-Ländern, die besonders dynamisch wachsen, ist dieser Druck mit Sorge zu erkennen. Eine Hauptursache für die Dynamik in diesen Ländern liegt aber auch in der Dollar-Koppelung ihrer Währungen und damit im Import der Null-Zins-Politik der USA. Zinserhöhungen in der Eurozone werden daran nichts ändern, solange nicht auch die US-Notenbank auf einen restriktiveren Kurs einschwenkt. Davon ist aber vorerst nichts zu sehen. Die jetzige Ankündigung treibt vielmehr den Euro gegenüber dem Dollar und den anderen dollargebundenen Währungen nach oben und schwächt so die europäischen Wachstumsaussichten. Dazu kommt, dass der starke Anstieg der Energiepreise auch von der aktuell instabilen Lage in den nordafrikanischen und arabischen Ländern getrieben wird. Gegen diese Preistreiber können aber auch höhere Zinsen nichts ausrichten – im Gegenteil, sie erhöhen die Kreditkosten und führen zu noch mehr Preisauftrieb. Zu guter Letzt ist zu beachten, dass die Welt und auch Europa derzeit unter einer schweren Schuldenkrise leidet und daher jeder Anstieg der Finanzierungskosten zu einer weiteren Erhöhung der Defizite führt. Zinserhöhungen führen somit zu weiteren Spannungen im Eurogebiet, da besonders die schwachen Euroländer bereits an der Kippe zu Zahlungsunfähigkeit stehen. Aber auch in den noch als stark geltenden Ländern ist die Schuldenlage kritisch und schränkt bereits jetzt die Handlungsfähigkeit der Regierungen ein. Auch wenn Herr Trichet mit den Äußerungen von gestern den Finanzmärkten ein Zeichen der Berechenbarkeit und der Stabilitätsorientierung senden wollte, so muss man sich doch über das Timing wundern.Bezüglich der Zinsentwicklung 2011 scheinen Leitzinserhöhungen in Euroland schon im April auf jeden Fall zu früh zu sein. Die Gefahr besteht, dass man sich von der Konjunkturerholung in Deutschland blenden lässt und vorschnell auf Bremsmanöver setzt während der große Rest Europas in einer strukturellen Krise verharrt und durch einen restriktiven Kurs der Notenbank behindert wird. Japan hat in den vergangenen zehn Jahren mehrmals diesen Fehler gemacht und ist damit immer tiefer in die Deflationsspirale geraten.

Tendenz zu höheren Zinsen über alle Laufzeiten
Ziel von Herrn Trichet ist es sicher auch, durch eine Erhöhung der kurzen Zinsen auch die Inflationserwartungen und damit die Risikoaufschläge für langlaufende Staatsanleihen zu kontrollieren. Gestern ist ihm das nicht gelungen. Die Märkte sind eher verunsichert worden, weil davon ausgegangen wird, dass es nicht bei einem Zinsschritt bleibt, wenn Trichet erst mal anfängt die Leitzinsen zu erhöhen. Wir gehen davon aus, dass diese Verunsicherung auch die nächsten Wochen anhalten wird und erwarten recht deutliche Schwankungen am Zinsmarkt mit einer Tendenz zu höheren Zinsen bei allen Laufzeiten.

Quelle: Kommentar zur Zinsentwicklung 2011 der Interhyp AG von 04.03.2011

Feb
07

Auch in dieser Woche sind die Kapitalmarktzinsen weiter angestiegen. Obwohl die US-Notenbank weiterhin keinen Grund sieht, ihre extrem lockere Geldpolitik aufzugeben, und die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag kein Signal für eine baldige Leitzinserhöhung gegeben hat, beruhigt sich die Lage am Anleihemarkt nicht. Die Investoren trauen nicht mehr der Einschätzung der Zentralbanken, die ihre zögerliche Haltung mit dem Verweis auf derzeit noch geringe Inflationsraten rechtfertigen. Inzwischen scheint die allgemeine Meinung zu sein, dass die Zentralbanken bereits jetzt den Geschehnissen an den Märkten hinterherhinken und damit die Kontrolle über die zukünftigen Entwicklungen verlieren könnten. Steigende Öl-, Rohstoff- und Nahrungsmittelpreise sind das Ergebnis einer galoppierenden Wachstumsentwicklung in vielen Emerging Markets, teilweise oligopolistischen Anbieterstrukturen und zunehmenden politischen Spannungen in vielen arabischen Ländern. Dazu kommt noch ein spekulatives Element, da viele Investoren aufgrund von Inflationsängsten aus Nominalwerten, wie zum Beispiel Staatsanleihen, flüchten und in Realwerte wie Rohstoffe investieren.

Staatsverschuldung weiterhin das Hauptproblem
Die größte und auch begründete Sorge machen sich Investoren allerdings über die ausufernde Staatsverschuldung in vielen Ländern und die dadurch ausgelösten unkonventionellen Bekämpfungsmaßnahmen. Allen voran hat sich die US-Notenbank vor den Karren der Politik spannen lassen und ist inzwischen der größte Investor in US-Staatsanleihen. Sie hat in dieser Funktion inzwischen China und Japan überholt, die bis Anfang dieser Woche die größten Gläubiger der USA waren. Da ein großer Teil des Aufkaufprogramms der US-Notenbank noch nicht genutzt ist, wird diese Stellung in den nächsten Monaten noch weiter anwachsen. Das Geld, mit dem die US-Notenbank die Staatsanleihen kauft, ist natürlich nicht da, sondern wird gedruckt. Nicht umsonst bezeichnen führende Volkswirte diese Vorgänge als das größte Schneeballsystem in der Geschichte. Der Devisenmarkt hat inzwischen auch reagiert und der US-Dollar befindet sich auf Talfahrt gegenüber allen anderen Währungen, sogar gegen den selbst in der Schuldenkrise steckenden Euro. Mittelfristig werden daher die Gläubiger der USA nur Teile ihres Geldes wiedersehen.

Europa befindet sich im Sog der Krisenbekämpfung
Die Inflationierung ist also voll im Gange und ausgehend von den USA werden die Auswirkungen natürlich über die Globalisierungseffekte ebenso in Europa und Asien zu spüren sein – vor allem deshalb, weil diese beiden Regionen ihre eigenen Herausforderungen haben. In Euroland ist es die Überforderung der Politik mit den Konstruktionsfehlern der Eurozone. Unterschiedliche Wirtschaftsstrukturen, Wachstumsgeschwindigkeiten, Schuldenstände und Reformbereitschaften lassen eine einheitliche Zins- und Währungspolitik für diese Zone unmöglich erscheinen, wenn nicht die vollständige politische Einheit mit weitreichender Aufgabe nationalstaatlicher Interessen kurzfristig umgesetzt wird. Die aktuellen Versuche, auftretende Spannungen einzeln mit Heftpflaster zu überkleben und auf Zeit zu spielen, werden zu keiner langfristigen Stabilisierung führen. Daher ist es wenig überraschend, wenn Investoren auch in Europa eine Inflationierung befürchten, da sie für die Politiker der einfachere Weg ist, um Schulden loszuwerden. Einzig die Notenbanker aus Deutschland, Österreich und Holland (also des alten DM-Blocks) stehen innerhalb der Eurozone bisher standhaft für die Unabhängigkeit der EZB. Ginge es nach Spanien, Italien und Frankreich, wäre die EZB schon längst in eine Kopie der Federal Reserve verwandelt worden und würde ebenfalls in großen Mengen Geld drucken. Apropos Geld drucken. Das machen selbst die als so solide eingestuften Chinesen. Doch in anderer Weise: Seit Jahren verkauft der chinesische Staat und die Stadtregierungen im großen Stil Land und die damit verbundenen Baurechte an private Investoren. Ein Viertel aller Einnahmen der öffentlichen Hand stammen aus diesen Landverkäufen – Geld, das dann sofort in die nächsten Infrastrukturprojekte fließt und den chinesischen Investitionsboom erst möglich macht. China schöpft also aufgrund seiner im Kommunismus verstaatlichten Grundeigentumsstruktur jetzt buchstäblich aus Erde Geld. Mit einer Überlegenheit des chinesischen Systems gegenüber dem Westen hat das rein gar nichts zu tun.

Die Einschätzungen der Investoren bewegen weiterhin die Zinsen
All diese Entwicklungen werden derzeit von den Investoren am Zinsmarkt argwöhnisch betrachtet und die Risikoaufschläge für längere Laufzeiten steigen an. Selbst bei den Ländern mit der besten Kreditqualität ist das so. Und bei den schwachen Bonitäten erst recht. Doch steigende Finanzierungskosten machen die Bedienung und Rückzahlung der Schulden noch schwerer und gehen zu Lasten anderer Budgetposten wie Investitionen oder Bildung und Forschung. Damit drücken sie auch auf die Wachstumsaussichten der Zukunft. Ein Teufelskreis, der nur durch starken Sparwillen und zwischenzeitlichen Wachstumsverzicht zu durchbrechen ist. Deutschland hat das in den vergangenen 10 Jahren gezeigt. Bleibt nur zu hoffen, dass die aktuelle Regierung diesen Vorsprung nicht unter dem Druck der reformunwilligen Euro-Länder opfert und einer Sozialisierung der Euroländer-Schulden zustimmt. Nicht das Schulden-Gaspedal der Amerikaner, sondern die verfassungsmäßig verankerte Schuldenbremse der Deutschen und Österreicher ist das Gewinner-Modell, an dem sich alle orientieren sollten. Bis sich hier eine klare Richtung abzeichnet, sind Baufinanzierungskunden gut beraten, jetzt die Konditionen für Baugeld langfristig zu sichern.

Quelle: Kommentar zur Zinsentwicklung 2011 der Interhyp AG vom 04.02.2011

Jan
15

Zum ersten Mal seit langer Zeit hat der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, am Donnerstag die Inflationszahlen für den Euroraum kritisch kommentiert und auf die Gefahr steigender Inflation hingewiesen. Damit wollte er offensichtlich dem Markt zeigen, dass die EZB ihren Stabilitätsauftrag weiterhin sehr ernst nimmt und bei Bedarf auch über Leitzinserhöhungen nachdenken wird. Die Inflationsrate liegt derzeit, bedingt durch steigende Rohstoff- und Energiepreise, bei 2,2% und damit leicht über der Zielgröße der EZB. Das klingt noch nicht bedrohlich, ist aber vor dem Hintergrund einer in vielen Ländern Europas weiterhin sehr schwachen Wirtschaftsentwicklung doch überraschend hoch. Da auch in anderen Teilen der Welt – vornehmlich in den Boomländern China, Indien, Brasilien und weiten Teilen Asiens – ebenfalls ein starker Aufwärtsdruck bei den Preisen herrscht, sind zuletzt die langfristigen Kapitalmarktzinsen gestiegen, weil Investoren eine höhere Risikoprämie für diese Anleihen fordern. Offensichtlich hat Herr Trichet auch diese Entwicklung im Blick, wenn er gegenüber den Investoren jetzt erhöhte Aufmerksamkeit der Notenbank auf Preisstabilität signalisiert. Nichts wäre für die Bemühungen zur Krisenbekämpfung der Regierungen und Notenbanken schädlicher als stark steigende Kapitalmarktzinsen. Verlieren die Notenbanken die Kontrolle über diese, werden die Staatsschulden immer weniger beherrschbar und die Investitionsfinanzierungen für die Unternehmen teurer. Dieser Effekt ist in den hochverschuldeten und wachstumsschwachen Ländern Europas bereits zu beobachten. Die drastisch gestiegenen Finanzierungskosten hängen den Griechen, Iren und Portugiesen wie ein Mühlstein um den Hals. Und auch die Spanier spüren das Gewicht schon. Auch wenn die EU versucht, durch einen subventionierten Zinssatz für die Länder unter dem Rettungsschirm die Kapitalkosten vorübergehend zu senken, so zeichnet sich parallel schon ein weiteres Ergebnis ab: Die Kapitalkosten für die Retter steigen. Dieser Effekt ist an den steigenden Renditen der Bundesanleihen genauso zu sehen, wie an den gestiegenen Prämien für eine Ausfallversicherung Deutschlands. Je stärker Deutschland als Garantiegeber für schwache Länder auftritt, desto stärker wird dieser Effekt sichtbar werden. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Retter am Ende nicht übernehmen und damit selbst bei der nächsten Konjunkturdelle in die Defensive oder sogar in die Handlungsunfähigkeit geraten. Derzeit spricht aber vieles für eine starke Entwicklung der deutschen Wirtschaft und damit auch eine anziehende Zinsentwicklung 2011 und 2012. Mehr Beschäftigung, mehr Konsum und höhere Einkommenserwartungen haben auch begonnen, die Aktivitäten am Immobilienmarkt positiv zu beeinflussen. Steigende Neubauaktivität und steigende Nachfrage bei Bestandsobjekten sind die Folge. Sachwerte sind stark gefragt und das mit gutem Grund. In einzelnen Städten sind 2010 die Preise bereits deutlich gestiegen und auch die Mieten bei Neuvermietung haben angezogen. Das ist eine Abkehr von der schwachen Entwicklung der vergangenen zehn Jahre und sollte Immobilieninteressenten aufrütteln. Noch sind die Zinsen für Baugeld im historischen Vergleich extrem günstig und das gilt es zu nutzen.

Quelle: Kommentar zur Zinsentwicklung 2012 der Interhyp AG vom 14.01.2011

Aug
25

Die US-Notenbank (Fed) ist wieder im Krisenmodus: Die US-Wirtschaft entwickelt sich schwächer als von der Fed erwartet. Um die Ökonomie zu stützen, pumpt sie erneut Geld ins System. So kündigte die Notenbank an, fällige Wertpapiere in ihrer Bilanz zu ersetzen, indem sie für das frei werdende Geld Staatsanleihen kauft. Der Bestand an Anleihen soll so stabil gehalten werden – bislang hat die Fed solche Papiere auslaufen lassen und das Geld dem Wirtschaftskreislauf entzogen. Der Beschluss, nur frei werdendes Geld zu nutzen, wird von vielen Experten als Kompromiss innerhalb der Fed gesehen. So gibt es auf der einen Seite Mitglieder der Fed, die angesichts des schwachen Wachstums und der hohen Arbeitslosigkeit weitere Hilfen fordern, und auf der anderen Seite jene, die diese Hilfen ablehnen, weil sie nicht glauben, dass entsprechende Hilfe einen großen Beitrag gegen die aktuellen Probleme der US-Wirtschaft leisten kann.

Die anderen Notenbanken werden durch den Kurswechsel der Fed hin zu weiteren Hilfen für die Wirtschaft unter Druck gesetzt. Durch eine komplett andere Politik und sogar Leitzinserhöhungen würden sie riskieren, dass ihre Währungen stark zum US-Dollar aufwerten. Dies würde die Exporte und die Wirtschaft der jeweiligen Länder stark belasten. Außerdem ist der Einfluss der US-Wirtschaft auf die Weltwirtschaft sehr groß. So hatte die Europäische Zentralbank sich stärker in Richtung Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik bewegt, daraufhin legte der Euro zwischenzeitlich kräftig zu. Auch die Bank of Japan beobachtet genau, was die Fed macht, da der Yen seit langem im Verhältnis zum Dollar steigt.

Die Sorgen um die Banken in Europa und die Verschuldung der Euro-Randstaaten kehren wenige Wochen nach der Veröffentlichung der Stresstestergebnisse zurück. Diesmal steht Irland im Blickpunkt der Finanzmärkte. Es wird um die Standhaftigkeit der irischen Geldhäuser gefürchtet. Dabei kommt es unerwartet, dass Irland so stark betroffen ist. Obwohl Irland durch das jähe Ende eines Immobilienbooms in eine schwere Krise stürzte, gilt es als Vorbild für andere schuldengeplagte Euro-Länder. Die Regierung schlug früh einen strikten Sparkurs ein, der bisher ohne große Schwierigkeiten durchgesetzt werden konnte. Doch nun kommen Zweifel auf: Die Bank of Ireland meldete einen Vorsteuerverlust von 1,2 Milliarden Euro, rund 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Zudem genehmigte die Europäische Kommission eine weitere Kapitalspritze für die verstaatliche Anglo Irish Bank, die höher ausfiel als erwartet. Weiterer Punkt zur Sorge ist die risikoreiche und teure Sanierung des Bankensektors. Als zentraler Bestandteil des Versuchs, die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen, wurde eine Bad Bank gegründet, die den Banken faule Immobilienkredite von rund 80 Milliarden Euro abnehmen soll.

Die Baufinanzierungskonditionen befinden sich momentan auf einem historischen Tiefststand. Für alle Baugeldinteressenten heißt es: Jetzt zugreifen! Bei der Wahl des Tilgungssatzes ist momentan große Sorgfalt geboten: Wählt man eine Tilgung von einem Prozent, so liegt die Laufzeit des Darlehens bei dem jetzigen Zinsniveau bei über 40 Jahren. Unsere Empfehlung ist daher weiterhin, eine erhöhte Tilgung zu wählen. Mit einer Tilgung von zwei Prozent kann die Laufzeit schon deutlich reduziert werden. Durch die von vielen Banken angebotene, oft sogar kostenlose, Option zum Tilgungssatzwechsel während der Sollzinsbindungsperiode, kann aber gleichzeitig die Flexibilität der Finanzierung gewahrt werden.

Tendenz:Kurzfristig: gleichbleibend
Langfristig: steigend

Jan
30

Die Börsen sind enttäuschend in das neue Jahr gestartet und finden sich rund 8% unter den Jahresendkursen von 2009 wieder. Damit zeigt sich, dass im starken Kursaufschwung sehr hohe Erwartungen an die Performance der Unternehmen aufgebaut wurden, die sich bisher nicht erfüllten. In solchen unsicheren Phasen an der Börse parken Investoren die Liquidität gerne in hochqualitativen Staatsanleihen. Damit sind die Renditen in den vergangenen Wochen rund 0,20 Prozentpunkte gesunken. Deutsche Bundesanleihen haben dabei auch noch von der Krise in Griechenland profitiert, wo die Risikoaufschläge für griechische Staatsanleihen drastisch angestiegen sind. Deutschland wird dagegen als bester Schuldner in Euroland gesehen und Bundesanleihen stehen daher bei konservativen Anlegern ganz hoch im Kurs.
Da aus den Konjunkturindikatoren zwar eine leichte Verbesserung, aber keine wirklich dynamische Erholung zu erkennen ist, setzt sich im Markt immer stärker die Meinung durch, dass die Notenbanken im gesamten Jahr 2010 nur wenig Spielraum für eine Leitzinserhöhung haben werden. Auch das stützt vorerst die Nachfrage nach längeren Laufzeiten am Anleihemarkt. Für die nächsten Monate bleiben aber zwei Themen bestimmend: Wie bekommen die Staaten die ausufernden Budgetdefizite in den Griff? Und wie würde die Politik damit umgehen, sollte sich herausstellen, dass die bisherigen Stützungspakete keinen anhaltenden Erfolg bringen und neue Hilfe notwendig ist? Dann würde die Investorenmeinung immer stärker von einer Kombination aus Stagnation und mittelfristiger Inflationsangst über ausufernde Staatsschulden beherrscht. Dies wäre weder für Aktien noch für Anleihen ein gutes Umfeld. Vielmehr würde das zu einer noch steileren Zinskurve, also höheren Langfristzinsen bei weiterhin tiefen Leitzinsen führen.
Für Baugeldkunden ist diese Entwicklung sehr positiv. Sie können von der Flucht der Investoren in sichere deutsche Bundesanleihen profitieren, weil damit auch die Konditionen für langfristige Baugeldzinsen in Deutschland tief bleiben. Der starke Wettbewerb der Banken um das Neugeschäft in der Baufinanzierung, welches derzeit unter der geringen Neubautätigkeit leidet, führt ebenfalls zu attraktiven Angeboten. Es bleibt wichtig, den Markt mit Hilfe eines erfahrenen Baugeldvermittlers genau zu durchleuchten und damit den richtigen Finanzierungspartner zu finden. Die Finanzierungsspezialisten bei Interhyp können inzwischen auf mehr als 200 Banken zugreifen und unterstützen Sie gerne. Prinzipiell sollten Baugeldkunden derzeit die Absicherung auf lange Frist suchen. Die meisten Finanzierungen laufen rund 25 Jahre bis zur endgültigen Rückzahlung. Es ist deshalb mit erheblichen Risiken verbunden, wenn man zu kurze Laufzeiten wählt. Dieses Risiko sollten daher gerade Käufer mit engen Budgets ausschließen und mit langen Zinsbindungen heute schon die monatlichen Belastungen festzurren. Wir empfehlen, die niedrigen Zinsen für höhere Tilgungen zu nutzen und damit die Gesamtlaufzeit der Finanzierung abzukürzen, denn eine möglichst rasche Entschuldung ist die beste Zielsetzung. Mit dem optimalen Einsatz von Fördermitteln lässt sich zusätzlich Geld sparen.

Tendenz
kurzfristig: seitwärts
mittelfristig: aufwärts

Quelle: Kommentar zur Zinsentwicklung der Interhyp AG