Jan
16

Die Zinsmärkte befinden sich weiterhin im Spannungsfeld der Konjunkturerwartungen. Waren noch im Dezember die Zinssätze für kurze Laufzeiten um rund 0,25 Prozentpunkte angestiegen, so hat sich diese Bewegung in den ersten beiden Wochen des neuen Jahres schon wieder umgekehrt. Noch Ende des vierten Quartals 2009 sahen die Investoren das Konjunkturglas halb voll und tippten auf eine erste Leitzinserhöhung der US-Notenbank und der Europäischen Zentralbank (EZB) für Sommer 2010. Nun macht sich die Überzeugung breit, dass frühestens im vierten Quartal 2010 der erste Zinsschritt kommen wird. Damit fühlen sich die eher nervösen Anleger in langlaufenden Anleihen wieder etwas sicherer und die Zinsen für diese Instrumente sind zuletzt um rund 0,15 Prozentpunkte gefallen. Die weltweite Konjunkturentwicklung zeigt weiterhin eine klare Zweiteilung. Die USA, Europa und Japan, also die alten Industrieländer, bauen immer noch Arbeitsplätze ab und belasten so den privaten Konsum und damit ihre Wachstumspotentiale. China, Indien, Brasilien und viele weitere Emerging Markets wachsen dagegen sehr dynamisch und bieten den alten Industrieländern zumindest Exportchancen. Diese Länder profitieren aber auch von den für ihr Wachstum viel zu niedrigen Zinsen, die aufgrund der Dollar-Koppelungen ihrer Währungen eigentlich von der US-Notenbank gesetzt werden. Ähnliches haben wir in den vergangenen zehn Jahren in Euroland gesehen, wo Länder wie Spanien, Irland, Portugal oder Griechenland von Euro-Zinsen profitiert haben, die in Bezug auf ihr eigenes Wachstumstempo viel zu tief waren und zu spekulativen Entwicklungen führten, die geplatzt sind. Im Kern ist die US-Notenbank die Welt-Notenbank geworden, die einerseits die dramatisch angeschlagene US-Wirtschaft unterstützen soll, andererseits für Blasenbildungen in China und den aufstrebenden Märkten verantwortlich gemacht werden wird. Solange die US-Notenbank bei den Leitzinsen tief bleibt, kann auch die EZB nur still halten, will sie nicht einen deutlich stärkeren Euro und damit einen Konjunkturdämpfer für Europa produzieren. Die Notenbanken sind nicht zu beneiden. Schwere Monate stehen ihnen bevor.
Baugeldkunden profitieren derzeit jedoch in zweifacher Hinsicht: einerseits von den niedrigen absoluten Zinsen am Kapitalmarkt, andererseits aber auch von der wieder verbesserten Bereitschaft einzelner Banken, diese günstigen Kapitalmarktzinsen an die Kunden weiter zu geben, nachdem die Refinanzierungsmöglichkeiten der Institute sich erneut verbessert haben. Umso wichtiger ist es, den Markt genau zu durchleuchten, um den richtigen Finanzierungspartner zu finden. Die Spezialisten bei Interhyp können auf inzwischen mehr als 200 Banken zugreifen und unterstützen Sie gerne dabei. Prinzipiell sollten Baugeldkunden derzeit die Absicherung auf lange Frist suchen. Die meisten Finanzierungen laufen rund 25 Jahre bis zur endgültigen Rückzahlung. Daher ist es mit erheblichen Risiken verbunden, wenn man zu kurze Zinsbindungen wählt. Es wäre unseriös, heute Zinsprognosen auf fünf oder gar zehn Jahre zu machen, denn das wirkliche Prolongationsrisiko ist nur nach Wahrscheinlichkeiten einzuschätzen. Im historischen Vergleich gehören die heutigen Zinssätze für lange Laufzeiten jedoch zu den tiefsten der letzten 50 Jahre. Damit ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass in fünf oder zehn Jahren die Zinssätze deutlich höher liegen. Dieses Risiko sollten deshalb gerade Käufer mit engen Budgets ausschließen. Über lange Zinsbindungen können Sie heute schon die monatlichen Belastungen auf viele Jahre festzurren. Mit der Wahl der richtigen Tilgungsmöglichkeiten ist eine schnelle Entschuldung möglich und durch den optimalen Einsatz von Fördermitteln lässt sich zusätzlich Geld sparen.

Tendenz
kurzfristig: seitwärts
mittelfristig: aufwärts

Nov
01

Seit dem letzten Konjunkturbericht der amerikanischen Notenbank (FED), dem so genannten Beige Book, ist in allen zwölf FED-Distrikten entweder eine Stabilisierung oder eine leichte Verbesserung in vielen Sektoren eingetreten. Vor allem der private Immobiliensektor und das produzierende Gewerbe sendeten positive Signale. Dieser Aufwärtstrend wird aber immer noch als klein oder vereinzelt beschrieben. Der Markt für Geschäftsimmobilien sei immer noch der schwächste Sektor, er wird allgemein als einer der größten verbleibenden Sorgen der Finanzbranche gesehen. Auch der Arbeitsmarkt bereitet der FED weiterhin Probleme. Zwar seien einzelne Verbesserungen zu erkennen, aber die Bedingungen werden weiterhin als schwach oder gemischt beschrieben. Allgemein haben sich die wirtschaftlichen Rahmendaten in den USA zuletzt verbessert. Das Tempo, mit der sich die Wirtschaft in den USA von der mit Abstand schwersten Rezession seit Jahrzehnten zu erholen beginnt, bleibt allerdings niedrig.
Nach Einschätzung des Notenbankers Richard Fisher macht es deshalb derzeit keinen Sinn die Leitzinsen zu erhöhen, da die Inflation kein Risiko darstelle. Er ist dagegen sehr besorgt über die hohe Arbeitslosigkeit. Analysten gehen davon aus, dass die FED im kommenden Jahr langsam beginnen wird, die massive Unterstützung für die Wirtschaft Schritt für Schritt zurückzufahren. Sollte sich die Belebung der Konjunktur als robust erweisen, so wird mit einer ersten Leitzinserhöhung im zweiten Halbjahr 2010 gerechnet.
Für die Eurozone hält Bundesbankpräsident Axel Weber einen erneuten Rückfall der Wirtschaft in die Rezession für sehr unwahrscheinlich. Eine Reihe von Faktoren würden auf einen ziemlich freundlichen Konjunkturausblick hindeuten. Zudem würde ein großer Teil, der von Regierungen und Notenbanken durchgeführten Maßnahmen, ihre Wirkung erst im Jahr 2010 voll entfalten. Die Deflationsgefahren seien angesichts der wieder steigenden Rohstoffpreise und der sich erholenden Konjunktur quasi verschwunden. Auf der anderen Seite gebe es auf kurze Sicht so gut wie keine Inflationsgefahren. Vor zu großem Optimismus warnt Weber jedoch.
Bei den Baugeldzinsen waren in der letzten Zeit Schwankungen mit allgemein steigender Tendenz zu beobachten. Kurzfristig ist ein weiter Anstieg nicht auszuschließen. Daher raten wir allen Baugeldinteressenten, sich jetzt um eine
günstige Finanzierung zu bemühen, denn die Zinsen für eine Immobilienfinanzierung sind immer noch auf einem historisch günstigen Niveau.
Allen Immobilienbesitzer, deren Zinsbindung der Erstfinanzierung in den nächsten fünf Jahren ausläuft, raten wir jetzt ein Forward-Darlehen abzuschließen. Auch bei den Forward-Aufschlägen ist eine Tendenz nach oben zu erkennen. Hierzu ein Beispiel: Wird ein Darlehen von 150.000 Euro 36 Monate im Voraus abgeschlossen und beträgt der Forward-Aufschlag je Monat nur einen Basispunkt anstatt drei Basispunkten, so beträgt die Ersparnis in zehn Jahren gut 10.000 Euro.

Tendenz
Kurzfristig: leicht steigend
Langfristig: steigend

Quelle: Kommentar zur Zinsentwicklung der Dr.Klein & Co.AG