Aug
30

Die Nullzinspolitik der großen Zentralbanken soll die Gesundung des Bankensystems unterstützen und Investitionskredite verbilligen, um damit die Wirtschaft anzukurbeln. In beiden Bereichen sind ganz klare Erfolge zu erkennen: In Kombination mit direkten staatlichen Stützungsmaßnahmen konnten sowohl das Bankensystem stabilisiert als auch die Verfügbarkeit von Krediten zu günstigen Konditionen sichergestellt werden. Doch die Nullzinspolitik hat auch weitreichende und gefährliche Nebenwirkungen. Die Finanzkrise 2008/2009 war schon die Folge einer über zehn Jahre andauernden viel zu lockeren Geldpolitik der Notenbanken. Mit dieser frei verfügbaren Liquidität wurden die Bankbilanzen aufgeblasen und dort, wo das Eigenkapital nicht mehr reichte, Quasi-Banken geschaffen, um den kreditfinanzierten privaten Konsum in den USA und Teilen Europas sowie die gehebelten Investitionen in Immobilien und Unternehmenskäufe weltweit zu befeuern. Mit dem Einbruch des amerikanischen Immobilienmarktes sind die Dominosteine gefallen. Die Rettungsmaßnahmen der Regierungen und Notenbanken nahmen ihren Lauf. Und womit bekämpfen die Notenbanken die Krise? Mit noch mehr Liquidität! Kurzfristig hat das geholfen. Mittelfristig wird es aber einen hohen Preis haben, wenn nicht bald eine Rückbesinnung stattfindet. Das jetzt stattfindende Treffen der Notenbanker in Jackson Hole wäre eine Gelegenheit dazu. Denn geringere Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft und die hohe Unsicherheit aufgrund der enormen Verschuldung in weiten Teilen der Welt haben zu einer Risikoaversion bei den Investoren geführt. Viele Anlageklassen werden gemieden. Stattdessen versuchen Privatleute, Banken, Versicherungen, Investmentfonds und die Notenbanken selbst ihre Mittel in sogenannten sicheren Staatsanleihen bester Bonität zu parken. Die enorme Nachfrage nach diesen Parkplätzen treibt die Preise dieser Staatsanleihen nach oben und damit die Renditen auf immer neue historische Tiefstände. Das gilt ganz besonders für US-Treasuries, deutsche Bundesanleihen und japanische Staatsanleihen. Somit lässt sich vorerst der kräftig gestiegene Finanzierungsbedarf der Staatshaushalte problemlos abdecken. Da es für kurzlaufende Zinsanlagen praktisch keine Verzinsung mehr gibt, treibt diese Politik die Investoren immer mehr in längere Laufzeiten und drückt auch dort die Renditen. Dadurch sind inzwischen alle großen Anleihemärkte auf Deflation und vielleicht sogar Depression gepreist. In den aktuellen Renditen für 10- bis 30-jährige Staatsanleihen lassen sich keine Risikoprämien für zukünftige Inflation und normales Wirtschaftswachstum mehr erkennen. Wir sind überzeugt, dass die Notenbanken hiermit die Blasen aus den Immobilienmärkten und Aktienbewertungen in den Staatsanleihenmarkt bewegt haben. Alle Investorengruppen sitzen daher immer mehr in einem Parkhaus, das von außen einen sicheren Eindruck macht. Es wird sich erst beim Rausfahren zeigen, dass nur eine Ausfahrt für so viele Parkende nicht genügt.

Selbst wenn der aktuelle Zinsrückgang die Banken kurzfristig zur Senkung der Baufinanzierungskonditionen zwingt, sollten Kunden auf der Hut bleiben und nicht vergessen, dass ihre Finanzierung in der Regel 25 Jahre läuft. Es kann kein Fehler sein, diese Periode heute zu historisch tiefen Zinssätzen abzusichern. Durch die Anpassung der Banken sollten sich auch in den nächsten Tagen wieder sehr attraktive Konditionen ergeben. Wir empfehlen, zumindest einen großen Teil der Finanzierungssumme über lange Sollzinsbindungen festzuschreiben, um für Kalkulationssicherheit zu sorgen. Baufinanzierungskunden müssen in Zeithorizonten von 20-30 Jahren denken, in denen sie monatliche Zahlungen leisten. Daher sollten sie sich auf keine Spekulation einlassen. Grundsätzlich empfehlen wir, bei diesem niedrigen Zinsniveau eine Tilgung von zwei bis drei Prozent zu wählen, damit die Gesamtlaufzeit des Darlehens überschaubar bleibt. Gefragt sind momentan zum Beispiel sogenannte Volltilger-Darlehen. Dabei steht über eine höhere laufende Tilgung heute schon eine Rate fest, die nach 20 oder 25 Jahren zur vollständigen Rückzahlung des Darlehens führt. Das Risiko, später zu deutlich höheren Zinsen eine Anschlussfinanzierung vornehmen zu müssen, wird somit bereits jetzt ausgeschlossen. Die Finanzierungsspezialisten der Interhyp können auf mehr als 250 Banken zugreifen und erarbeiten gerne eine individuelle Lösung. Zur Analyse der eigenen Situation und zur Beobachtung der Zinsentwicklung eignen sich auch die Zins-Charts und Tools auf der Interhyp-Website.

Tendenz:
kurzfristig: abwärts
mittelfristig: aufwärts

Quelle: Kommentar zur Zinsentwicklung der Interhyp AG vom 27.08.2010

Mrz
29

Nachdem die US-Notenbank auch diesen Monat die Leitzinsen nicht angehoben hat und zugleich in ihrer Rhetorik darauf schließen lässt, dass bei der Zinsentwicklung 2011 in 2010 kaum mit einer Anhebung zu rechnen ist, haben die Anleger ihre Investitionen in verschiedenen risikobehafteten Assetklassen nochmals verstärkt. Eigentlich wollen die Notenbanken mit Nullzinsen die Investitionstätigkeit der Unternehmen stützen und den Banken die Kreditvergabe leichter machen. Da derzeit aber aufgrund der schwachen Nachfrage niemand investiert und die Kreditnachfrage der Unternehmen folglich gering ist, bleibt dieses Ziel nur ein Nebenschauplatz. Der viel größere Effekt der Nullzinspolitik spielt sich auf der Anlageseite ab. Dort merken momentan Hunderte Millionen Sparer von den USA über Euroland bis nach Hongkong, dass sie für ihre kurzfristigen Geldanlagen bei Banken praktisch kaum Verzinsung bekommen. Wurde noch vor zwei Jahren das Parken von Liquidität mit 3 – 5% bezahlt, so haben die Leitzinssenkungen zu Einlagenzinsen geführt, die nur selten über 1% liegen. Damit wirken bei der Zinsentwicklung 2011 plötzlich lange Laufzeiten von Staatsanleihen, die zwar historisch gesehen extrem tiefe Zinsen bieten, mit 3 – 4% attraktiv. Unternehmensanleihen mit sehr schwacher Bonität sehen bei 5 – 6% plötzlich wie Schnäppchen aus. Und auch Aktienwerte, die Dividenden bezahlen, erscheinen als smartes Investment. In Hongkong haben mit demselben Argument Immobilienpreise im Jahr 2009 um 45% zugelegt. Damit bietet sich ein sonderbares Bild: In einer Welt, die gerade von der schlimmsten Finanzkrise seit 80 Jahren getroffen wurde, in der das Wirtschaftswachstum nur mit gigantischen staatlichen Rettungspaketen wieder in Gang gebracht werden kann, in der die Staaten tief in der Verschuldungsfalle sitzen, steigen sämtliche Anlageklassen gleichzeitig. Die krampfhafte Suche nach Rendite macht derzeit für die Risiken blind. Potentielle Kursverluste bei steigenden Zinsen oder fallenden Aktienkursen werden mit dem Argument der guten laufenden Verzinsung ausgeblendet. Den Notenbanken und Politikern kommt das nur recht. Vielleicht gelingt es ihnen im Zusammenspiel auf diese Weise, die Staatsschulden zu Tiefstzinsen in lange Laufzeiten zu übertragen und an der Börse notwendiges Eigenkapital zur Restrukturierung ganzer Branchen bei hohen Kursen zu erwerben. Wenn es dann am Ende sogar gelingen würde, die Wirtschaft wieder zum Wachsen zu bringen, wird Inflation aufkommen und Leitzinserhöhungen sind notwendig. Spätestens dann platzt die Blase am Rentenmarkt und auch der Aktienmarkt wird ebenfalls kräftig leiden. Den Preis zahlen dann wieder einmal die Investoren, die auf die vorausschauende Politik der Notenbanken vertraut haben.

Für Baufinanzierungskunden dagegen sind die aktuell tiefen Zinsen ein Segen. Wir befinden uns praktisch in allen Laufzeiten am untersten Ende der Bandbreite, die wir in den vergangenen 50 Jahren gesehen haben. Es kann daher kein Fehler sein, auf Sicherheit zu setzen und dieses Zinsniveau mit langfristigen Zinsbindungen abzusichern. Baufinanzierungskunden müssen in Zeithorizonten von 20 bis 30 Jahren denken, in denen sie monatliche Zahlungen leisten. Sie sollten sich deshalb auf keine Spekulation einlassen, wenn die Wahrscheinlichkeiten schief verteilt sind. Gefragt sind derzeit auch sogenannte Volltilger-Darlehen. Dabei steht über eine höhere laufende Tilgung schon heute eine Rate fest, die nach 20 oder 25 Jahren zur vollständigen Rückzahlung des Darlehens führt. Das Risiko, später zu deutlich höheren Zinsen eine Prolongation vornehmen zu müssen, wird damit bereits bei Abschluss ausgeschlossen. Grundsätzlich empfehlen wir bei diesem niedrigen Zinsniveau eine Tilgung von mindestens 2% zu wählen, damit die Gesamtlaufzeit des Darlehens überschaubar bleibt. Die Finanzierungsspezialisten der Interhyp können auf mehr als 250 Banken zugreifen und erarbeiten gerne eine individuelle Lösung für Sie. Zur Analyse der eigenen Situation und zur Beobachtung der Zinsentwicklung eignen sich auch die Zins-Charts und Tools auf der Interhyp-Website.

Tendenz
kurzfristig: seitwärts
mittelfristig: aufwärts

Quelle: Kommentar zur Zinsentwicklung 2011 und 2010 der Interhyp AG vom 26.03.2010

Mrz
12

Im Wochenverlauf ist es am europäischen Zinsmarkt nur zu geringen Bewegungen gekommen. Dazu hat die vorläufige Stabilisierung in Griechenland ebenso beigetragen wie das Fehlen von neuen Konjunkturdaten. Überraschend ist, dass die starke Erholung des Aktienmarktes in den vergangenen beiden Wochen – der Dax bewegt sich gerade auf die 6.000er Marke zu – nicht zu einer Schwäche am Rentenmarkt geführt hat. Die bekannte Logik, dass der Rentenmarkt immer dann steigt, wenn die Börse schwächelt und umgekehrt, gilt also derzeit nicht. Vielmehr scheint der Euroland-Rentenmarkt die zu erwartende langfristige Wachstumsschwäche in Europa vorwegzunehmen. Die Welt ist aktuell in drei Zonen mit sehr unterschiedlichen Wachstumsgeschwindigkeiten einzuteilen. Da gibt es die dynamischen BRIC-Länder, allen voran China, die die Finanzkrise recht schnell überstanden haben und zu den alten Wachstumswerten zurückgekehrt sind. Dort droht aufgrund der Nullzinspolitik in den USA sogar eine Überhitzung. Danach kommen die USA, die bereits wieder Wachstum zeigen, auch wenn dieses auf verhältnismäßig schwachen Beinen steht. Zuletzt blicken wir auf Europa mit den momentan schwächsten Kennzahlen. Da die ehemaligen europäischen Wachstumstreiber England, Spanien, Portugal, Irland und Griechenland gerade ein fiskalisches Fiasko erleben, tief in der Rezession stecken und die Konsumenten in den europäischen Kernländern noch mehr sparen als vor der Finanzkrise, sind auch die Wachstumsaussichten für die nächsten Jahre schlecht. Dies spiegelt sich in den tiefen Eurozinsen wieder. Die große Frage, die derzeit viele Investoren beschäftigt, ist: Wirkt diese Stagnation in Euroland disinflationär bzw. sogar deflatorisch? Oder erleben wir bald eine Stagflation, also eine Kombination aus ganz schwachem Wachstum, aber steigenden Preisen. Dass dieses Szenario nicht komplett ausgeschlossen wird, sieht man an den historisch hohen Zinsabständen zwischen ganz kurzen und langen Laufzeiten der Staatsanleihen in den USA und auch in Euroland. Die Notenbanken haben aktuell keinen Spielraum für Leitzinserhöhungen, die Investoren wollen aber eine Sicherheitsprämie für lange Zinsbindungen. Wir gehen davon aus, dass die Höhe dieser Sicherheitsprämie noch steigen wird und erwarten in den nächsten Monaten Aufwärtsdruck bei den langen Zinsbindungen.

Wir empfehlen Baufinanzierungskunden daher, zumindest den größten Teil ihrer Finanzierungssumme langfristig festzuschreiben. Die meisten Finanzierungen laufen rund 25 Jahre bis zur endgültigen Rückzahlung. Somit ist es mit erheblichen Risiken verbunden, zu kurze Zinsbindungen zu wählen. Es wäre unseriös, heute Zinsprognosen auf fünf oder gar zehn Jahre zu machen, denn das wirkliche Prolongationsrisiko ist nur nach Wahrscheinlichkeiten einzuschätzen. Im historischen Vergleich gehören die heutigen Zinssätze für lange Laufzeiten zu den tiefsten der vergangenen 50 Jahre. Damit ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass in fünf oder zehn Jahren die Zinssätze deutlich höher liegen. Dieses Risiko sollten deshalb gerade Käufer mit engen Budgets ausschließen. Über lange Zinsbindungen können sie heute schon die monatlichen Belastungen auf viele Jahre festzurren. Mit der Wahl der richtigen Tilgungsmöglichkeiten ist eine schnelle Entschuldung möglich und durch den optimalen Einsatz von Fördermitteln lässt sich zusätzlich Geld sparen. Dafür sollte man bei der Erarbeitung des richtigen Finanzierungskonzeptes Sorge tragen. Die Finanzierungsspezialisten bei Interhyp können auf mehr als 250 Banken zugreifen und erarbeiten gerne eine individuelle Lösung für Sie.

Tendenz

kurzfristig: seitwärts
mittelfristig: aufwärts

Jan
11

Entgegen den Erwartungen vieler Analysten hat die US-Wirtschaft auch im Dezember 85.000 Arbeitsplätze abgebaut. Die Arbeitslosenquote liegt damit unverändert mit 10,0% im zweistelligen Bereich. Während also der Aktienmarkt weiter eine rasante Erholung der Konjunktur vorwegnimmt, enttäuschen die realen Daten. Diese Konstellation verschlimmert das Dilemma der Notenbanken nur noch mehr. Mit der Nullzinspolitik befeuern sie die Kapitalmärkte und treiben die Aktienkurse und Vermögenswerte weltweit nach oben. Die auf die Realwirtschaft wirkenden Wachstumsimpulse dieser im historischen Vergleich lockersten Geldpolitik sind aber enttäuschend gering. Natürlich haben die direkten Ausgabenprogramme im Automobil- oder im Infrastrukturbereich und die Konjunkturpakete in China Impulse gezeigt. Die Frage bleibt aber, ob die Erholung auch selbsttragend sein wird. Für die Notenbanken bedeutet das eine fast unlösbare Aufgabe: Bleiben sie bei ihrer Nullzinspolitik und die Konjunktur fängt sich überraschend gut, riskieren sie einen Inflationsschub, den sie dann nur durch kräftige Zinserhöhungen wieder einfangen können. Entziehen sie die Liquidität zu rasch und die Konjunktur sackt doch wieder ab, so wird es zu harten Auseinandersetzungen mit der Politik kommen, die unter dem bereits bestehenden Budgetdefizit-Druck auf jeden Fall weitere Konjunkturpakete verhindern möchte. Da die Notenbanken ihre Käufe am Anleihemarkt reduzieren bzw. einstellen werden, bleibt die Ungewissheit zur Zinsentwicklung 2010, wer genau das große Angebot an neuen Anleihen abnehmen wird. Tendenziell spricht also viel für höhere langfristige Zinsen im Verlauf der nächsten Monate. Günstige Tage am Zinsmarkt, wie sie sich aufgrund der Arbeitsmarktzahlen Anfang der nächsten Woche ergeben werden, sollten daher zur Absicherung der Baugeldzinsen genutzt werden.

Dabei ist es wichtig, den Markt genau zu durchleuchten, um den richtigen Finanzierungspartner zu finden. Die Finanzierungsspezialisten bei Interhyp können auf inzwischen mehr als 200 Banken zugreifen und unterstützen Sie gerne dabei. Prinzipiell sollten Baugeldkunden derzeit die Absicherung auf lange Frist suchen. Die meisten Finanzierungen laufen rund 25 Jahre bis zur endgültigen Rückzahlung. Daher ist es mit erheblichen Risiken verbunden, wenn man zu kurze Zinsbindungen wählt. Es wäre unseriös, heute Zinsprognosen auf 5 oder gar 10 Jahre zu machen, denn das wirkliche Prolongationsrisiko ist nur nach Wahrscheinlichkeiten einzuschätzen. Im historischen Vergleich gehören die heutigen Zinssätze für lange Laufzeiten jedoch zu den tiefsten der letzten 50 Jahre. Damit ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass in 5 oder 10 Jahren die Zinssätze deutlich höher liegen. Dieses Risiko sollten deshalb gerade Käufer mit engen Budgets ausschließen. Mit langen Zinsbindungen können Sie heute schon die monatlichen Belastungen auf viele Jahre festzurren. Mit der Wahl der richtigen Tilgungsmöglichkeiten ist eine schnelle Entschuldung möglich und mit dem optimalen Einsatz von Fördermitteln lässt sich zusätzlich Geld sparen.

Tendenz
kurzfristig: seitwärts
mittelfristig: aufwärts

Dez
30

Historische Zinstiefs in 2009 erreicht / Günstiges Baugeld dauerhaft sichern / Langfristige Baukredite und Forward-Darlehen werden teurer

(München, 22. Dezember 2009) Das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu – ein guter Zeitpunkt, um eineZinsprognose für die Entwicklung der Baugeldzinsen in 2010 zu wagen. Robert Haselsteiner, Zinsexperte und Vorstand der Interhyp AG, erklärt im Anschluss die jüngsten Marktentwicklungen, deren Folgen für Baugeld-Konditionen und worauf Immobilienkäufer und Eigenheimbesitzer im neuen Jahr unbedingt achten sollten.

Robert Haselsteiner zum aktuellen und zukünftigen Zinsumfeld für Baugeld: “Das Jahr 2009 war maßgeblich von der anhaltenden Finanzmarktkrise und Rezession in USA und Europa geprägt. Die Notenbanken haben die Leitzinsen massiv gesenkt und verharren seit Mai auf Rekordtief. Diese Nahe-Nullzinspolitik sowie die sinkenden Renditen von Staatsanleihen haben zu historisch niedrigen Baugeldzinsen in Deutschland geführt. Kurzum, 2009 waren Bauherren und Immobilienkäufer klare Gewinner der Finanzmarktkrise.
In 2010 wird entscheidend sein, wie die Zentralbanken ihre Leitzinspolitik ausrichten. Wir gehen davon aus, dass die Europäische Zentralbank ihren Leitzins die nächsten sechs Monate bei 1,0 Prozent halten wird. Damit dürften die Baugeldzinsen mit kurzen Laufzeiten relativ stabil bleiben. Bei den Zinskonditionen mit langfristiger Fixierung hingegen wird es starke Schwankungen geben. Im zweiten Halbjahr wird es dann zu ersten Leitzinserhöhungen kommen, die höhere Baugeldzinsen nach sich ziehen werden. Daher sollten Bauherren und Immobilienkäufer die ersten Monate des neuen Jahres nutzen, um die dann noch günstigen Baugeldkonditionen für einen möglichst langen Zeitraum festzuschreiben. Des Weiteren erlauben die niedrigen Zinsen eine erhöhte Tilgungsrate und damit eine schnellere Schuldenfreiheit.

Mit Top-Konditionen von unter 4,5 Prozent effektiv gehören die aktuellen Zinssätze für lange Laufzeiten zu den tiefsten der vergangenen 50 Jahre. So kann selbst bei einer Tilgung von 2 Prozent mit einer Monatsrate von 800 Euro ein 15jähriges Darlehen über 150.000 Euro aufgenommen werden. Für ein 200.000 Euro-Kredit fällt eine monatliche Rate von 1.050 Euro an.
Auch Darlehensnehmer, die bereits in den eigenen vier Wänden wohnen, sollten das Frühjahr 2010 nutzen, um mit einem unabhängigen Berater abzuklären, wie sie bei ihrer Anschlussfinanzierung ein späteres Zinsanstiegs-Risiko vermeiden können. Denn auch wenn die Zinsbindung bestehender Baukredite erst in 12 bis 60 Monaten abläuft, können Anschlussfinanzierer auch jetzt von den aktuell niedrigen Zinsen profitieren – je nach Vorlaufzeit durch bereitstellungszinsfreie Baukredite oder Forward-Darlehen.”

Quelle: Pressemitteilung der Interhyp AG

Okt
10

Die Zins- und Aktienmärkte haben in der vergangenen Woche wieder stärkere Schwankungen gezeigt und sehr nervös gehandelt. Die enorme Liquidität, die im Markt vorhanden ist, treibt vorerst alle Anlageklassen: Anleihe-, Aktien-, Rohstoff- und Goldkurse steigen. Natürlich findet sich auch für jede dieser Bewegungen eine schlüssige Argumentationskette, aber der Verdacht bleibt, dass viele Anlageentscheidungen nicht auf Vernunft basieren, sondern von technischen Faktoren getrieben werden, die ihre Ursache in der Null-Zins-Politik der Notenbanken haben. So führt die Tatsache, dass derzeit für kurzfristige Geldmarktanlagen praktisch keine Zinsen mehr zu erhalten sind, dazu, dass Investoren immer längere Zinsbindungen kaufen und wie wild Unternehmensanleihen einsammeln – und das bei extrem tiefen Langfristzinsen. Gleichzeitig kaufen Anleger Aktien, weil sie sich dort Dividenden versprechen, die attraktiver sind als Festgeldkonditionen unter einem Prozent. Die Notenbanken haben durch ihre Nullzinspolitik damit schon wieder einmal sicher gestellt, dass Investoren weltweit Risiken eingehen, die sie nicht verstehen und tragen können. So wie schon in jeder Krise der letzten 15 Jahre, von der Russland- über die Asienkrise und New Economy Blase bis zur jetzigen US-Immobilienmarkt- und Bankenkrise mussten es immer Leitzinssenkungen richten. Jetzt sind wir aber bei Nullzinsen angelangt und wenn die Notenbanken nicht die Kontrolle mittelfristig verlieren wollen, dann werden sie schon in den nächsten Monaten anfangen müssen, die Überschussliquidität wieder einzusammeln, die Leitzinsen hoch zu nehmen und damit für 2010 ein steigende Zinsentwicklung in Kauf zu nehmen. Die Politik wird dagegen wettern, weil diese Maßnahmen zu Korrekturen an den Aktienmärkten und am Rentenmarkt führen werden. Behalten die Notenbanken aber die Nullzinspolitik zu lange bei, werden die nächsten spekulativen Blasen entstehen und es wird dann kein Spielraum mehr da sein, die Konsequenzen über Zinspolitik aufzufangen. Gerade in Bezug auf die Zinsentwicklung 2010 stehe die Präsidenten der US-Notenbank und der Europäischen Zentralbank, Ben Bernanke und Jean-Claude Trichet, vor den entscheidensten Wochen ihrer Karrieren.

Quelle: Kommentar zur Zinsentwicklung 2010 der Interhyp AG