Nov
09

Der Kurs der EZB hat gewechselt

Bereits in seiner ersten Sitzung als neuer Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) hat Mario Draghi die Leitzinsen überraschend um 0,25 Prozentpunkte auf nunmehr 1,25% gesenkt. Bereits nach wenigen Tagen im Amt macht Herr Draghi damit die Beteuerungen zum Primat der Preisstabilität seines Vorgängers Trichet vergessen. Eine neue Zeitrechnung hat somit begonnen, denn ab jetzt ist die EZB genauso wie die US-Notenbank, die Bank of England und die Bank of Japan ein Verbündeter der Politik im krampfhaften Versuch, das Wirtschaftswachstum um jeden Preis und mit jedem Mittel zu fördern. Die unabhängige und zum Teil stark disziplinierende Geldpolitik, so wie wir sie von der Deutschen Bundesbank kannten und wie sie uns von der EZB versprochen wurde, ist damit Geschichte. Herr Draghi hat schnell und ohne Zögern seinen offensichtlich von den Politikern geforderten Beitrag zur vermeintlichen Lösung der Schuldenkrise geleistet. Die Begründung für die Zinssenkung – ein mögliches Abgleiten in eine leichte Rezession in Euroland – lässt völlig außer Acht, dass die Inflationsrate sehr deutlich über dem Zielwert der EZB liegt. Damit können wir auch für die Zinsentwicklung 2013 von historisch tiefen Leitzinsen ausgehen und erwarten auch, dass Herr Draghi, ähnlich wie der US-Notenbank-Chef Bernanke, alles daran setzen wird, die längerfristigen Kapitalmarktzinsen tief zu halten. Schon jetzt wird in den USA über eine Wiederaufnahme der Notenbank-Käufe von Hypothekenanleihen gesprochen. Quantitative Easing Nummer 3 – also die dritte Runde an Aufkäufen von Staatsanleihen und weiteren Schuldtiteln – steht kurz vor der Tür. Im Kern handelt es sich dabei um eine Manipulation der Kapitalmarktzinsen in enormem Ausmaß, die den hoch verschuldeten Staaten zu geringeren Zinszahlungen verhilft, gleichzeitig aber die privaten Anleger um eine rechtmäßige Verzinsung ihrer Kapitalanlagen bringt. Auf diese Weise wird vorerst die Finanzierung der aufgelaufenen Schulden erträglich gemacht und Zeit gewonnen.

Krisen und Lösungsansätze überschlagen sich

Gleichzeitig scheint die Nachfrage weltweit schon wieder rückläufig zu sein. Parallel zu diesen geldpolitischen Entwicklungen läuft die europäische Schuldenkrise mit immer absurderen Facetten ab. Binnen weniger Monate hat sich die Höhe der von Griechenland benötigten Mittel von 100 Mrd. auf über 200 Mrd. Euro mehr als verdoppelt. Das neue Rettungspaket, das nun geschnürt wurde, wird auch noch mit einem Hebel ausgestattet. So können mit 440 Mrd. Euro am Ende möglichst über 1.000 Mrd. Euro an Finanzierungen für die klammen Staaten des Südens dargestellt werden. Die Politik versieht also ihren Rettungsschirm mit „Leverage“ – ein Begriff, den vor allem die bei Politikern verrufenen Hedge Fonds bekannt gemacht haben. Genau diesen Hedge Fonds möchten daher die gleichen Politiker, die den Hebel beim Rettungsschirm einführen, über strengere Regulierungen das Handwerk legen. Die Absurdität kennt keine Grenzen mehr!

Den größten Bock aber haben in den letzten 48 Stunden doch wieder die Griechen geschossen. Ihr Regierungschef hat sich kurzerhand entschlossen, das Volk darüber abstimmen zu lassen, ob es die Rettung durch Europa und den IWF zu den verhandelten Konditionen überhaupt annehmen möchte. In einer Demokratie ein eigentlich ehrenwerter Schritt – nur hängt an dieser Zustimmung leider das gesamte Euroland-Weltbild von Frau Merkel und Herrn Sarkozy. Sie wollen daher mit massivem Druck diese Volksabstimmung verhindern, um nicht das Risiko einer Absage einzugehen. Was macht Herr Papandreou folglich? Er sagt die Volksabstimmung einfach wieder ab. Eine Politposse erster Güte, die sich hier zwischen G8, G20 und weiß Gott welchen weiteren Krisensitzungen, die inzwischen mindestens einmal wöchentlich stattfinden, abspielt.

Immobilienkäufer und Anschlussfinanzierer profitieren

Dem Baugeldkunden kann eine solche Zinsentwicklung bis 2013 am Ende nur Recht sein. Die EZB-Politik sorgt für tiefe Zinsen und die Regierungen versuchen die Konjunktur am Laufen zu halten. In wirtschaftlich starken Ländern wie Deutschland bedeutet das ein gutes Umfeld für Wohnimmobilien. Kunden mit guter Bonität können ähnlich wie Deutschland auf Staatsebene zu extrem tiefen Zinsen finanzieren. Diese Chance gilt es zu nutzen, ist doch der Kauf eines Eigenheims kein Konsum sondern eine Investition in Substanz und deckt dazu noch die größte Ausgabe im Alter ab. Wichtig dabei bleibt, die aktuell tiefen Zinsen für höhere Tilgungen und damit eine schnellere Entschuldung zu nutzen. Denn langfristig auf zu hohen Schulden zu sitzen ist kein gutes Rezept – wie uns die Staaten gerade aufzeigen.

Quelle: Kommentar zur Zinsentwicklung 2013 der Interhyp AG vom 04.11.2011

Mrz
10

Zur Überraschung der Marktteilnehmer hat der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag nicht nur klar und deutlich vor den Inflationsgefahren im Euroraum gewarnt, sondern auch eine Leitzinserhöhung schon für die nächste Sitzung im April in den Bereich des Möglichen gerückt. Damit hat er die Renditen am Anleihemarkt erst einmal kräftig nach oben schnappen lassen, nachdem sich in den Wochen zuvor eher eine Tendenz sinkender Renditen gezeigt hatte. Auf den ersten Blick erscheinen die Aussagen von Herrn Trichet logisch und im Sinne einer stabilitätsorientierten Geldpolitik der EZB nur konsequent. Fast möchte man sagen, Herr Trichet wollte damit bewusst zeigen, dass der Abgang von Bundesbankpräsident Axel Weber, den viele Beobachter ja als klaren Protest gegen eine zukünftig politisch opportun agierende Notenbank interpretiert haben, unbegründet ist. Also ein klares Zeichen an die Politik und an die Märkte, dass die EZB auch in Zukunft unabhängig von politischen Einflüssen agieren wird. Dazu muss man auch sehen, dass Herr Trichet am Ende seiner Amtszeit steht und nichts mehr zu verlieren hat. Auf jeden Fall möchte er als erfolgreicher und konsequenter Notenbanker in die Geschichtsbücher eingehen und nicht als derjenige, der die EZB der Willkür der Politik ausgeliefert hat. Aber gerade dieser Trichet war es auch, der gegen den Widerstand der Bundesbank und einiger anderer Traditionalisten das Ankaufsprogramm für Staatsanleihen gestartet hat und damit den eigentlichen Sündenfall aus Sicht Vieler verantwortet. Ist der jetzt eingeschlagene scharfe Ton also doch nur eine Maßnahme, um die eigene Reputation wieder zu verbessern?

Preissteigerungen bei Energie-, Rohstoff- und FinanzierungskostenKlar ist, dass die zuletzt stark gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise und die gut laufende Konjunktur in einer Reihe von Ländern zu Preissteigerungen führen. Besonders in den BRIC-Ländern, die besonders dynamisch wachsen, ist dieser Druck mit Sorge zu erkennen. Eine Hauptursache für die Dynamik in diesen Ländern liegt aber auch in der Dollar-Koppelung ihrer Währungen und damit im Import der Null-Zins-Politik der USA. Zinserhöhungen in der Eurozone werden daran nichts ändern, solange nicht auch die US-Notenbank auf einen restriktiveren Kurs einschwenkt. Davon ist aber vorerst nichts zu sehen. Die jetzige Ankündigung treibt vielmehr den Euro gegenüber dem Dollar und den anderen dollargebundenen Währungen nach oben und schwächt so die europäischen Wachstumsaussichten. Dazu kommt, dass der starke Anstieg der Energiepreise auch von der aktuell instabilen Lage in den nordafrikanischen und arabischen Ländern getrieben wird. Gegen diese Preistreiber können aber auch höhere Zinsen nichts ausrichten – im Gegenteil, sie erhöhen die Kreditkosten und führen zu noch mehr Preisauftrieb. Zu guter Letzt ist zu beachten, dass die Welt und auch Europa derzeit unter einer schweren Schuldenkrise leidet und daher jeder Anstieg der Finanzierungskosten zu einer weiteren Erhöhung der Defizite führt. Zinserhöhungen führen somit zu weiteren Spannungen im Eurogebiet, da besonders die schwachen Euroländer bereits an der Kippe zu Zahlungsunfähigkeit stehen. Aber auch in den noch als stark geltenden Ländern ist die Schuldenlage kritisch und schränkt bereits jetzt die Handlungsfähigkeit der Regierungen ein. Auch wenn Herr Trichet mit den Äußerungen von gestern den Finanzmärkten ein Zeichen der Berechenbarkeit und der Stabilitätsorientierung senden wollte, so muss man sich doch über das Timing wundern.Bezüglich der Zinsentwicklung 2011 scheinen Leitzinserhöhungen in Euroland schon im April auf jeden Fall zu früh zu sein. Die Gefahr besteht, dass man sich von der Konjunkturerholung in Deutschland blenden lässt und vorschnell auf Bremsmanöver setzt während der große Rest Europas in einer strukturellen Krise verharrt und durch einen restriktiven Kurs der Notenbank behindert wird. Japan hat in den vergangenen zehn Jahren mehrmals diesen Fehler gemacht und ist damit immer tiefer in die Deflationsspirale geraten.

Tendenz zu höheren Zinsen über alle Laufzeiten
Ziel von Herrn Trichet ist es sicher auch, durch eine Erhöhung der kurzen Zinsen auch die Inflationserwartungen und damit die Risikoaufschläge für langlaufende Staatsanleihen zu kontrollieren. Gestern ist ihm das nicht gelungen. Die Märkte sind eher verunsichert worden, weil davon ausgegangen wird, dass es nicht bei einem Zinsschritt bleibt, wenn Trichet erst mal anfängt die Leitzinsen zu erhöhen. Wir gehen davon aus, dass diese Verunsicherung auch die nächsten Wochen anhalten wird und erwarten recht deutliche Schwankungen am Zinsmarkt mit einer Tendenz zu höheren Zinsen bei allen Laufzeiten.

Quelle: Kommentar zur Zinsentwicklung 2011 der Interhyp AG von 04.03.2011

Feb
24

Die Politik und Finanzwelt wurde vor kurzem von Axel Weber, Präsident der Bundesbank, überrascht, der mitteilte, seinen Posten zu Ende April dieses Jahres ruhen zu lassen. Weber gilt als Zentralbanker, der konsequent auf das Ziel der Preisstabilität bedacht ist und dieses auch offen gegenüber seinen europäischen Amtskollegen vertritt. So stellte er sich als Mitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) im Rahmen der Euro-Verschuldungskrise gegen den Plan, Staatsanleihen finanziell schwacher, europäischer Länder durch die EZB aufzukaufen und warnte stattdessen vor schwer zu prognostizierenden Inflationsrisiken. Mit seinem designierten Nachfolger, Jens Weidemann, tritt nun ein erst 42-jähriger jedoch beruflich erfahrener Ökonom seine Nachfolge an. Als enger Mitarbeiter der Bundeskanzlerin verantwortete er unter anderem die Vorbereitung von G-8 und G-20 Treffen der Staats- und Regierungschefs und war gerade in jüngster Zeit maßgeblich in die Ausarbeitung der Krisenrettungs-Pläne im Rahmen der europäischen Finanz- und Wirtschaftkrise eingebunden. Es bleibt abzuwarten, wie schnell sich der neue Bundesbankpräsident, der bereits einmal als
Abteilungsleiter für Geldpolitik und monetäre Analyse bei der Bundesbank tätig war, in seiner neuen Aufgabe gegenüber der Politik profilieren kann und mit welcher Deutlichkeit dann auch das Thema Geldwertstabilität auf europäischer Ebene weiterverfolgt wird. Apropos Geldwertstabilität: Während Jean-Claude Trichet (Chef der EZB) Ende Januar noch keine nachhaltigen Inflationsgefahren sah, deutete das EZB-Mitglied Bini-Smaghi letzte Woche vielleicht schon die Zinswende an: „ Da die Wirtschaft sich schrittweise erholt und der Inflationsdruck steigt, muss die geldpolitische Lockerung überprüft und möglicherweise korrigiert werden.“ Zu der Entwicklung der Rohstoffpreise stellte er weiterhin fest, dass diese ebenfalls einen unvermeidbaren Einfluss hätte, die EZB die Inflationserwartung kontrollieren müsse und dass man dazu bereit wäre – falls nötig – auch vorbeugende Maßnahmen zu treffen.

Ein zusätzlicher Anstieg des Ölpreises – neben anziehender wirtschaftlicher Entwicklung weltweit – ist seit kurzem der Entwicklung in einigen arabischen und nordafrikanischen Staaten geschuldet: Zum einen produzieren einige Staaten selbst Öl zum anderen sind manche Anrainer-Staaten am Suezkanal, einem der wichtigsten Seewege für die westliche Welt. Unruhen oder gar Bürgerkriege hätten weiter steigende Ölpreise bzw. erhöhte Frachtkosten auf Grund längerer Seewege zur Folge. Ungeachtet aller europäischen und weltwirtschaftlichen Ereignisse entwickelt sich die Stimmung im deutschen Unternehmenssektor dynamisch. Der Ifo-Geschäftsklimaindex verbesserte sich im Februar erneut und erreichte wieder einen Rekordwert seit der Wiedervereinigung. Auf europäischer Ebene bleibt abzuwarten, ob Portugal – entgegen eigenen Aussagen – EU-Hilfe in Anspruch nehmen und unter den Rettungsschirm schlüpfen muss. Die nächsten Anleihe-Auktionen von Portugal stehen zwar erst in der ersten und zweiten Märzwoche an, schon jetzt ist allerdings zu beobachten, dass die Renditeaufschläge z.B. gegenüber Bundesanleihen wieder signifikant ansteigen.
Auf Grund der vielschichtigen, marktbewegenden Themen gehen wir in den nächsten Wochen von überdurchschnittlich stark schwankenden Entwicklungen auf dem Zinsmarkt aus. Finanzierungskunden sollten vorübergehende Rückgänge konsequent nutzen, um Finanzierungen langfristig mit einer Tilgung von mindestens 2 Prozent abzuschließen. Eine 15-jährige Zinsbindung ist derzeit 0,40 Prozentpunkte teurer als eine 10-jährige Zinsbindung. Obwohl dies auf den ersten Blick deutlich teuer erscheint, kann sich der Finanzierungskunde weitere fünf Jahre Zinssicherheit erkaufen. Sollten die Zinsen in zehn Jahren noch einmal deutlich günstiger sein, steht darüber hinaus einer Umschuldung auf Grund des gesetzlichen Sonderkündigungsrechts nichts im Wege. Welche Zinsbindung die geeignete ist, erörtert gerne einer unserer Baufinanzierungsberater.

Tendenz:
Kurzfristig: seitwärts
Langfristig: aufwärts

Quelle: Kommentar zur Zinsentwicklung 2012 der Dr. Klein & Co. AG vom 24.02.2011

Jan
31

Auch in der vergangenen Woche hat sich der Aufwärtstrend bei den Zinsen fortgesetzt. Weiterhin gute Wirtschaftskennzahlen und Prognosen für Deutschland als neue Konjunkturlokomotive Europas und für China, die Lokomotive der Weltwirtschaft, lassen die Erwartungen auf ein starkes Wirtschaftswachstum in 2011 und 2012 steigen. Eine starke Weltkonjunktur treibt aber auch zunehmend die Preise für Rohstoffe und Energie und führt damit zu steigenden Inflationserwartungen bei den Produzenten und Konsumenten. Gleichzeitig bleibt die Geldpolitik der US-Notenbank extrem locker, da man dort vor allem die schwächelnde US-Wirtschaft im Blick hat und die potentiellen Nebeneffekte wie eine Überhitzung in den Wachstumsmärkten billigend in Kauf nimmt. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) steigt noch nicht auf die monetäre Bremse, sondern versucht vorerst, nur mit warnender Rhetorik die Märkte zu beeinflussen. Die großen Performanceunterschiede zwischen den wachstumsstarken Ländern des ehemaligen D-Mark-Blocks Deutschland, Holland und Österreich einerseits und den wachstumsarmen Ländern mit hohen Defiziten und Strukturproblemen andererseits, zu denen auch Frankreich und Italien gehören, machen es für die EZB sehr schwer, die richtige Zinspolitik zu finden. Vorerst führt diese Konstellation zu einem sehr positiven Bild für Deutschland. Die Zinsen steigen hier zwar ebenso, sind aber im Vergleich zum Wirtschaftswachstum immer noch sehr niedrig. Für den deutschen Immobilienmarkt bedeutet dies starken Rückenwind nach fast 15 Jahren der Stagnation. Höhere Beschäftigung, höhere Einkommen und das steigende Interesse an Sachwerten führen zu steigendem Kaufinteresse. Da diesem Interesse ein immer noch sehr zurückhaltender Immobilien-Neubau gegenübersteht, steigen die Preise für Bestandsimmobilien inzwischen auf breiter Front. Und auch die Mieten werden von den Vermietern nach oben genommen. Damit wird klar, dass die Aussichten für die nächsten Jahre für Immobilienbesitzer und -käufer sehr gut sind. Da darf man sich von den zuletzt schon gestiegenen Zinsen nicht verunsichern lassen – diese spiegeln nur die verbesserten Wachstumsaussichten wider. Im historischen Kontext liegen die Baugeldzinsen immer noch im untersten Bereich.

Wir empfehlen Kreditnehmern daher weiterhin, die aktuellen Zinsen möglichst lange zu sichern und nicht auf sinkende Zinsen zu spekulieren. Auch diese Woche haben eine Reihe von Banken die steigenden Kapitalmarktzinsen in Form erhöhter Baugeldkonditionen weitergegeben. Dieser Trend sollte vorerst anhalten. Grundsätzlich ist bei diesem historisch gesehen immer noch sehr niedrigen Zinsniveau eine Tilgung von 2% bis 3% ratsam, damit die Restlaufzeit des Darlehens verkürzt wird. Gefragt sind auch sogenannte Volltilger-Darlehen. Dabei steht über eine höhere laufende Tilgung heute schon eine Rate fest, die zur vollständigen Rückzahlung des Darlehens führt. Das Risiko, später zu deutlich höheren Zinsen noch eine weitere Anschlussfinanzierung vornehmen zu müssen, wird damit schon heute ausgeschlossen. Die Finanzierungsspezialisten bei Interhyp können auf mehr als 250 Banken zugreifen und erarbeiten gerne eine individuelle Lösung. Zur Analyse der eigenen Situation und zur Beobachtung der Zinsentwicklung eignen sich auch die Zins-Charts und Tools auf der Interhyp-Website.

Tendenz
kurzfristig: aufwärts
mittelfristig: aufwärts

Quelle: Kommentar zur Zinsentwicklung 2011 der Interhyp AG

Nov
24

Ein höheres Reformtempo beim Kampf gegen die Schuldenkrise in Europa und eine Verschärfung des Europäischen Stabilitätspaktes sind kurzfristig unabdingbar und der Garant, um nicht teuer für die Versäumnisse der Vergangenheit zu bezahlen. Den sich in den vergangenen Jahren in den EU-Mitgliedsländern entwickelten Ungleichgewichten muss rasch gegengesteuert werden. Hier bleibt die konkrete Entwicklung abzuwarten. Konsens besteht zu diesem Thema in Europa leider noch nicht.

Einigkeit besteht jedoch in der Euro-Zone darüber, dass dem überschuldeten Irland mit einer Finanzspritze geholfen wird, sofern ein entsprechender Hilfsantrag gestellt würde. Die entsprechenden Mittel stehen bereit. Auch wenn die irische Regierung weiterhin hofft, die Lage eigenständig in den Griff zu bekommen, prüfen die Euro-Staaten jetzt, ob Irland Liquiditätshilfen aus dem Rettungsfonds benötigt.

Die Märkte konnte die irische Regierung bisher nicht überzeugen und das Vertrauen der Investoren konnte sie auch nicht zurückgewinnen. Nur so ist der Anstieg irischer Staatsanleihen auf einen Rekordwert zu erklären. Auch für Portugal und Spanien ist die Situation noch nicht ausgestanden. Deren sehr volatile Anleihemärkte sind Ausdruck nervöser Investoren auf der Suche nach der besten Anlagealternative.

Von der positiven Entwicklung der europäischen Wirtschaft, viele Experten haben ihre Wirtschaftsprognosen nochmals deutlich angehoben, kann man in den USA leider nur träumen. Mit ihrer kürzlich beschlossenen Geldschwemme versucht die US-Notenbank (FED) ihren Beitrag zur Ankurbelung der US-Konjunktur zu leisten. Die weltwirtschaftlichen Wechselwirkungen lässt sie dabei leider weitgehend außer acht. Das ist auch der Grund für die weltweiten Proteste zu den jüngsten Maßnahmen. Der deutliche Kursrückgang des Dollars als direkte Folge dieser Maßnahmen trifft Industriestaaten und Schwellenländer gleichermaßen. Ihre Exportchancen verschlechtern sich dadurch sehr. Mit ihrer Forderung, dass Länder wie Deutschland und China ihre Exportüberschüsse begrenzen, konnten sich die USA auf dem G20-Gipfel in Seoul zum Glück nicht durchsetzen. Nicht alles was gut für die US-Wirtschaft ist, ist auch für die Weltwirtschaft gut.

Im Vorfeld des G20-Gipfels war deshalb bereits von einem drohenden Währungskrieg die Rede. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Schäuble zufolge wurden diese Befürchtungen jedoch ausgeräumt.

Nichtsdestotrotz bleibt der Blick auf die Vorgänge in den USA wichtig, um Rückschlüsse für die weitere Entwicklung in Europa schließen zu können. Sobald die Konjunkturhilfen dort ihre Wirkung zeigen, werden in Europa die Zinsen steigen.

Gerade unter Berücksichtigung dieses Aspekts gehen wir nicht von weiteren Zinssenkungen aus und raten unseren Kunden, die derzeit sehr günstigen Zinsen möglichst lange zu sichern. Mit Zinsbindungen von 20, 25 oder sogar 30 Jahren können Sie das Zinsänderungsrisiko, welches normalerweise nach Ablauf der ersten Zinsbindung besteht, vollständig ausschließen. Eine anfängliche Tilgung von mindestens 2,0 Prozent schützt Sie vor der so genannten Tilgungsfalle und gewährleistet, dass Sie das Darlehen in einem überschaubaren Zeitraum zurückführen. Unsere Finanzierungsspezialisten beraten Sie bei der Wahl der für Sie richtigen Tilgung und Zinsbindung und stehen Ihnen auch für alle weiteren Fragen rund um die Baufinanzierung zur Verfügung.

Tendenz:
Kurzfristig: gleichbleibend
Langfristig: steigend

Quelle: Kommentar zur Zinsentwicklung 2011 der Dr. Klein & Co. AG vom 18.11.2010

Sep
25

Die Notenbanken stecken momentan in einem Dilemma. Um die Erholung nach der weltweiten Wirtschaftskrise nicht aufs Spiel zu setzten, wollen sie auf der einen Seite nicht zu früh aus der extrem lockeren Geldpolitik aussteigen. Um nicht Inflation und neue Finanzexzesse zu schüren, wollen sie aber andererseits nicht zu lange an ihrem aktuellen Kurs festhalten. Dies führt zu unterschiedlichen Schwerpunkten der Notenbanken. Die amerikanische Notenbank (Fed) kündigte neue Käufe von Staatsanleihen an, um die Wirtschaft zu stützen. Notenbankchef Ben Bernanke begründete dies mit der Verlangsamung des Wirtschaftswachstums. Diese Entscheidung konnte die Fed aber nur gegen großen internen Widerstand treffen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat dagegen einen früheren Ausstieg geplant. Dafür will sie, sobald sich die Märkte normalisieren, die außergewöhnlichen Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft schrittweise zurückfahren. Doch nachdem die schlechten Nachrichten aus Irland die Angst vor Staatsanleihen erneut entfachte, hat die EZB wieder Stützungskäufe im Umfang von 173 Millionen Euro getätigt. Laut Jean-Claude Trichet, EZB-Präsident, normalisieren sich die Märkte aber bereits schrittweise. Die Lage sei zwar weiter unsicher, aber er sehe derzeit weder Inflations- noch Deflationsgefahren in der Eurozone.

Bei der Bank of England (BoE) gehen die Meinungen um den richtigen Kurs weit auseinander. Die Inflationsrate in Großbritannien liegt weit höher als in der Eurozone oder den USA. Es gibt zudem Anzeichen, dass das zuletzt kräftige Wirtschaftswachstum ins Stocken gerät. Doch ein eindeutiger Trend lässt sich aus den jüngsten Zahlen nicht ablesen. Während ein Notenbanker auf der letzten Sitzung der BoE dafür war, den Zins von aktuell 0,5 Prozent sofort anzuheben, sind andere im Zweifelsfall bereit, die Staatsanleihekäufe auszuweiten. Spätestens nach der Veröffentlichung der Wachstumsrate für das dritte Quartal im November dürfte die BoE sich auf einen Kurs festlegen.

Die Organisation der Industriestaaten OECD hat derweil die Notenbanken gewarnt, den Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik aufzuschieben. Laut ihrer Zinsprognose bis 2011 wird sich die Wirtschaft in den Industrieländern stärker abschwächen als bislang erwartet. Diese Verlangsamung ist laut OECD allerdings nur vorübergehend. Doch sie fordert sogar neue geldpolitische Maßnahmen, sollte die Abschwächung länger anhalten. Diese Empfehlungen stützt die OECD auf ihre revidierte Prognose, dass in der zweiten Jahreshälfte auf das Jahr hochgerechnet für die G7-Staaten nur noch anderthalb Prozent Wachstum zu erwarten ist.

Unsere Empfehlung für alle Baugeldinteressenten lautet weiterhin: Jetzt zugreifen und dabei mindestens eine Tilgung von zwei Prozent vereinbaren! Das aktuelle Zinstief wird nicht ewig auf diesem Niveau verharren, daher sollten Sie sich jetzt um die passende Finanzierung bemühen. Um nicht in die Tilgungsfalle zu tappen, sollte die Tilgung möglichst hoch gewählt werden. Wählt man eine Tilgung von einem Prozent, so liegt die Laufzeit des Darlehens bei dem jetzigen Zinsniveau bei über 40 Jahren. Die Laufzeit kann mit einer höheren Tilgung weit verringert werden, bei einer Tilgung von zwei Prozent liegt sie bei etwa 30 Jahren.

Tendenz:
Kurzfristig: schwankend
Langfristig: steigend

Quelle: Kommentar zur Zinsentwicklung der Dr.Klein & Co. AG

Aug
30

Die Nullzinspolitik der großen Zentralbanken soll die Gesundung des Bankensystems unterstützen und Investitionskredite verbilligen, um damit die Wirtschaft anzukurbeln. In beiden Bereichen sind ganz klare Erfolge zu erkennen: In Kombination mit direkten staatlichen Stützungsmaßnahmen konnten sowohl das Bankensystem stabilisiert als auch die Verfügbarkeit von Krediten zu günstigen Konditionen sichergestellt werden. Doch die Nullzinspolitik hat auch weitreichende und gefährliche Nebenwirkungen. Die Finanzkrise 2008/2009 war schon die Folge einer über zehn Jahre andauernden viel zu lockeren Geldpolitik der Notenbanken. Mit dieser frei verfügbaren Liquidität wurden die Bankbilanzen aufgeblasen und dort, wo das Eigenkapital nicht mehr reichte, Quasi-Banken geschaffen, um den kreditfinanzierten privaten Konsum in den USA und Teilen Europas sowie die gehebelten Investitionen in Immobilien und Unternehmenskäufe weltweit zu befeuern. Mit dem Einbruch des amerikanischen Immobilienmarktes sind die Dominosteine gefallen. Die Rettungsmaßnahmen der Regierungen und Notenbanken nahmen ihren Lauf. Und womit bekämpfen die Notenbanken die Krise? Mit noch mehr Liquidität! Kurzfristig hat das geholfen. Mittelfristig wird es aber einen hohen Preis haben, wenn nicht bald eine Rückbesinnung stattfindet. Das jetzt stattfindende Treffen der Notenbanker in Jackson Hole wäre eine Gelegenheit dazu. Denn geringere Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft und die hohe Unsicherheit aufgrund der enormen Verschuldung in weiten Teilen der Welt haben zu einer Risikoaversion bei den Investoren geführt. Viele Anlageklassen werden gemieden. Stattdessen versuchen Privatleute, Banken, Versicherungen, Investmentfonds und die Notenbanken selbst ihre Mittel in sogenannten sicheren Staatsanleihen bester Bonität zu parken. Die enorme Nachfrage nach diesen Parkplätzen treibt die Preise dieser Staatsanleihen nach oben und damit die Renditen auf immer neue historische Tiefstände. Das gilt ganz besonders für US-Treasuries, deutsche Bundesanleihen und japanische Staatsanleihen. Somit lässt sich vorerst der kräftig gestiegene Finanzierungsbedarf der Staatshaushalte problemlos abdecken. Da es für kurzlaufende Zinsanlagen praktisch keine Verzinsung mehr gibt, treibt diese Politik die Investoren immer mehr in längere Laufzeiten und drückt auch dort die Renditen. Dadurch sind inzwischen alle großen Anleihemärkte auf Deflation und vielleicht sogar Depression gepreist. In den aktuellen Renditen für 10- bis 30-jährige Staatsanleihen lassen sich keine Risikoprämien für zukünftige Inflation und normales Wirtschaftswachstum mehr erkennen. Wir sind überzeugt, dass die Notenbanken hiermit die Blasen aus den Immobilienmärkten und Aktienbewertungen in den Staatsanleihenmarkt bewegt haben. Alle Investorengruppen sitzen daher immer mehr in einem Parkhaus, das von außen einen sicheren Eindruck macht. Es wird sich erst beim Rausfahren zeigen, dass nur eine Ausfahrt für so viele Parkende nicht genügt.

Selbst wenn der aktuelle Zinsrückgang die Banken kurzfristig zur Senkung der Baufinanzierungskonditionen zwingt, sollten Kunden auf der Hut bleiben und nicht vergessen, dass ihre Finanzierung in der Regel 25 Jahre läuft. Es kann kein Fehler sein, diese Periode heute zu historisch tiefen Zinssätzen abzusichern. Durch die Anpassung der Banken sollten sich auch in den nächsten Tagen wieder sehr attraktive Konditionen ergeben. Wir empfehlen, zumindest einen großen Teil der Finanzierungssumme über lange Sollzinsbindungen festzuschreiben, um für Kalkulationssicherheit zu sorgen. Baufinanzierungskunden müssen in Zeithorizonten von 20-30 Jahren denken, in denen sie monatliche Zahlungen leisten. Daher sollten sie sich auf keine Spekulation einlassen. Grundsätzlich empfehlen wir, bei diesem niedrigen Zinsniveau eine Tilgung von zwei bis drei Prozent zu wählen, damit die Gesamtlaufzeit des Darlehens überschaubar bleibt. Gefragt sind momentan zum Beispiel sogenannte Volltilger-Darlehen. Dabei steht über eine höhere laufende Tilgung heute schon eine Rate fest, die nach 20 oder 25 Jahren zur vollständigen Rückzahlung des Darlehens führt. Das Risiko, später zu deutlich höheren Zinsen eine Anschlussfinanzierung vornehmen zu müssen, wird somit bereits jetzt ausgeschlossen. Die Finanzierungsspezialisten der Interhyp können auf mehr als 250 Banken zugreifen und erarbeiten gerne eine individuelle Lösung. Zur Analyse der eigenen Situation und zur Beobachtung der Zinsentwicklung eignen sich auch die Zins-Charts und Tools auf der Interhyp-Website.

Tendenz:
kurzfristig: abwärts
mittelfristig: aufwärts

Quelle: Kommentar zur Zinsentwicklung der Interhyp AG vom 27.08.2010

Mai
15

Das am vergangenen Wochenende von den EU-Staatschefs, unter dem Druck der Märkte, beschlossene monumentale Rettungspaket hat weitreichende Konsequenzen. Im Gegensatz zum erst vor zwei Wochen beschlossenen Rettungspaket für Griechenland hat man sich jetzt entschieden nicht auf bilaterale Zahlungen und Beiträge der einzelnen Mitgliedsländer zu setzen, sondern bei der EU selbst eine Finanzierungsgesellschaft zu gründen. Diese wird am Kapitalmarkt als Kreditnehmer auftreten und dieses Geld dann den schwächsten Ländern bereitstellen. Damit stellen die stärksten Länder de facto, allen voran Deutschland, ihre Bonität den anderen zur Verfügung. In den vergangenen Jahren hatte es von deutscher Seite für solche Überlegungen immer wieder vehemente, und auch berechtigte, Absagen gegeben. Angesichts der aktuellen Krise ist Deutschland hier eingeknickt. Die zweite und noch viel dramatischere Entwicklung ist die Entscheidung der EZB, jetzt selbst Staatsanleihen von schwachen Ländern aufzukaufen und damit die Kreditaufnahme dieser Länder zu stützen. Damit hat die EZB ihre Prinzipien über Bord geworfen und begonnen Geld zu drucken. Wie auch immer die EZB das jetzt darstellen und erklären will, Tatsache ist, dass die EZB ihren Status als letztes Bollwerk einer unabhängigen Geldpolitik aufgegeben hat. Somit stellt sie sich in eine Reihe mit den politisch beeinflussten Notenbanken in den USA, England und Japan. Es ist damit genau das geschehen, was viele Beobachter immer wieder als größte Gefahr für den Euro gesehen haben: Die Politiker werden eine Krisensituation schamlos ausnutzen und die EZB praktisch unter ihre Kontrolle bringen und zum Handlanger der eigenen schlechten Wirtschafts- und Finanzpolitik machen. Genau das ist an diesem Wochenende passiert. Trotz angeblich erbitterten Widerstands der Vertreter der deutschen Bundesbank, die genau wissen, dass die Stabilität des Euros langfristig viel mehr an einer glaubwürdigen und unabhängigen Notenbank hängt, als an irgendwelchen Rettungspaketen von wankelmütigen Politikern, die in einigen Jahren längst abgewählt sein werden und deren angebliches Interesse an Nachhaltigkeit vom eigenen Drang zum Machterhalt überlagert wird. Für die Zinsmärkte und für den Euro bedeutet das vor allem Unsicherheit. War bis letzten Freitag die EZB ein berechenbarer und vertrauenssichernder Fels in der Brandung, so ist die Berechenbarkeit jetzt verschwunden. Wer einmal einen Tabubruch begeht, der wird auch vor dem nächsten nicht zurückschrecken. Potenziell ist auch das bisherige Primat der Inflationskontrolle auf niedrigem Niveau in Gefahr. Das kann mittelfristig die Risikoaufschläge für Euro-Anleihen steigen lassen. Die Rolle der EZB als Wächter und Gegenspieler der finanzpolitischen Ambitionen der Politiker in vielen europäischen Ländern ist damit gefallen. Im Moment sieht es so aus, als ob sich Herr Trichet zum Verbündeten der Schuldenmacher machen hat lassen.

Die Konditionen für Bundesanleihen und damit auch für Baugeld haben sich im Wochenverlauf auf niedrigem Niveau stabilisiert. Wir erwarten für die nächsten Tage allerdings weitere Schwankungen, da die Finanzmärkte gerade dabei sind diese neuen Rahmenbedingungen zu verarbeiten und die weitere Entwicklung abzuschätzen. Das Spektrum reicht dabei von Deflationsgefahr bis Inflationsangst. Für Baugeldkunden bieten die aktuell niedrigen Zinsen jedenfalls eine ausgezeichnete Chance die Konditionen langfristig günstig festzuschreiben und für Kalkulationssicherheit zu sorgen. Wir empfehlen daher einen großen Teil der Finanzierung auch über lange Laufzeiten abzusichern und dabei auch eine Tilgung von 2-3% zu wählen, um in einem Zeithorizont von rund 20 Jahren schuldenfrei zu sein. Die Finanzierungsspezialisten bei Interhyp können auf mehr als 250 Banken zugreifen und erarbeiten gerne eine individuelle Lösung. Zur Analyse der eigenen Situation und zur Beobachtung der Zinsentwicklung eignen sich auch die Zins-Charts und Tools auf der Interhyp-Website.

Tendenz
kurzfristig: seitwärts
mittelfristig: aufwärts

Mrz
11

Dank des Konjunkturprogramms und der lockeren Geldpolitik ist die US-Wirtschaft im vierten Quartal schneller gewachsen als ursprünglich geschätzt. Das Plus lag bei 5,9 Prozent, das ist der stärkste Zuwachs seit sechs Jahren. Die Prognosen für 2010 sehen diesen Aufwärtstrend weiter bestehen, wenn auch verhaltener. Trotz der günstigen Prognose erholen sich die USA nur langsam von der schwersten Rezession seit Jahrzehnten, denn der Aufschwung kommt auf dem Arbeitsmarkt nicht an. Das birgt die Gefahr, dass die Verbraucher sich mit ihren Ausgaben immer mehr zurückhalten und mehr und mehr Hausbesitzer in Zahlungsschwierigkeiten geraten.

Ben Bernanke, Chef der US-Notenbank (FED), versucht derweil, die Märkte zu beruhigen. Seiner Meinung nach befindet sich die Erholung der Wirtschaft erst am Anfang. Zudem wird die FED die Leitzinsen entgegen der Befürchtung von Investoren noch für geraume Zeit niedrig lassen. Ein endgültiger Ausstieg aus den billionenschweren Konjunkturstützungsprogrammen stehe vorerst nicht an, so Bernanke. In der Finanzkrise hatte die FED nicht nur den Leitzins sehr stark gesenkt, sondern auch für über eine Billion Dollar Hypotheken aufgekauft, um den Hypothekenmarkt zu stützen. Als die FED dann überraschend den Diskontsatz, also den Zins für Notfallkredite an Banken, anhob, weckte dies Ängste vor einer schneller als erwartet kommenden und konjunkturschädigenden Straffung der Geldpolitik. Bernanke bezeichnete die Maßnahmen der FED aber als „Normalisierung“ und nicht als „Straffung“ der Geldpolitik.

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) hat angekündigt, dass sie bei der Zinsentwicklung 2011 ihre großzügige Geldversorgung der Banken länger aufrechterhalten will. Zwar fährt sie die Liquiditätsspritzen langsam zurück, doch noch bis Mitte Oktober können Finanzhäuser bei den wöchentlichen Finanzierungsgeschäften so viel Geld abrufen, wie sie wünschen. Das gab EZB-Präsident Jean-Claude Trichet nach der Sitzung des EZB-Rates bekannt. Seit Ausbruch der Finanzkrise können Banken so viel Geld abrufen, wie sie brauchen. Bis zur Finanzkrise mussten sie üblicherweise in einem Bieterverfahren um frisches Geld kämpfen. Ziel der EZB ist es, langfristig zu dem alten Verfahren zurückzukehren.

Die Zinsen für Baugeld bewegen sich weiterhin auf einem historisch günstigen Niveau. So lagen die Konditionen für ein Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung vor gut einem halben Jahr noch etwa 0,40 Prozent über dem heutigen Zinssatz. Bei einem Darlehen von 150.000 Euro entspricht das auf die Zinsbindungsdauer gesehen einem Zinsmehraufwand von 6.000 Euro. Nutzen Sie daher jetzt die günstigen Konditionen. Läuft bei Ihrer Erstfinanzierung die Zinsbindung aus, so können wir Ihnen auch hier attraktive Konditionen bieten. Lassen Sie sich von unseren Baufinanzierungsexperten beraten und kommen Sie so in den Genuss eines Zinsabschlags von bis zu 0,20 Prozent bei Umschuldungen.

Tendenz
Kurzfristig: schwankend
Langfristig: steigend

Jan
14

Die Teuerungsrate im Euroland ist so hoch wie seit Monaten nicht mehr und hat zum Jahresende deutlich zugelegt. Die jährliche Inflationsrate betrug im Dezember 0,9 Prozent, wie das europäische Statistikamt Eurostat mitteilte. Im November hatten die Preise 0,5 Prozent über dem Vorjahresniveau gelegen und in den Monaten davor waren sie sogar rückläufig gewesen. Als Hauptgrund für die steigenden Lebenshaltungskosten gilt der höhere Ölpreis. Ökonomen erwarten dennoch keine Inflationswelle, da wahrscheinlich hohe Arbeitslosenzahlen und schlechte Aussichten der Industrie eine Blasenbildung verhindern.
Einige Ökonomen, Notenbanker und Vertreter von Finanzministerien machen die lange Zeit lockere Geldpolitik vor allem der USA für die derzeitige Finanzkrise mitverantwortlich. Daher warnen sie davor, die gleichen Fehler noch einmal zu begehen, und drängen die Notenbanken, frühzeitig Szenarien für einen Ausstieg aus der großzügigen Liquiditätsbereitstellung festzulegen und die Geldpolitik wieder zu straffen.
Die Europäische Zentralbank (EZB) reduziert derweil die Liquidität, mit der sie seit Ausbruch der Finanzkrise das europäische Bankensystem gestützt hat. Im vergangenen Jahr ist die Bilanzsumme der EZB, die die an die Kreditwirtschaft geflossenen Mittel widerspiegelt, bereits um 9,5 Prozent zurückgegangen.
Ben Bernanke, Chef der US-Notenbank (FED), hat erneut die Politik der FED vor Ausbruch der Finanzkrise verteidigt und sagte, dass nicht der niedrige Leitzins, sondern “exotische Hypotheken” und ein zu starkes Vertrauen in die Immobilienpreise die schlimmste Rezession in den USA seit den 1930er Jahren ausgelöst hätten. Der beste Weg, die Blase am Häusermarkt und den Konjunktureinbruch zu verhindern, sei eine strengere Finanzregulierung gewesen, so Bernanke. Sorge bereitet den Mitgliedern der FED zurzeit zunehmend der Arbeitsmarkt. Im Vergleich zu früheren schweren Rezessionen gestaltet sich die Erholung nach Meinung von Mitgliedern der FED eher verhalten. Die Arbeitslosigkeit in den USA werde vermutlich für einige Zeit hoch bleiben, die Wirtschaft werde sich hingegen erholen, so die FED. Weiterhin rechnen einige Mitglieder der FED mit Risiken durch den Ausstieg aus dem massiven Ankauf von hypothekengesicherten Anleihen. Dadurch könne die Erholung des Immobilienmarktes gefährdet werden.
2009 lagen die Zinsen für Baugeld weit unter dem historischen Mittelwert. Besonders zum Jahresende sanken die Zinsen noch einmal. Im Vergleich zum Herbst 2008 sind die Konditionen für ein Darlehen mit einer zehnjährigen Zinsbindung etwa ein Prozent günstiger. Wir raten allen Kunden, diese Ersparnis zur höheren Tilgung einzusetzen und so schneller zu entschulden. Doch die Baugeldzinsen werden auf dem günstigen Niveau nicht verharren. Gerade die Zinsen für Finanzierungen mit einer Zinsbindung von fünf oder zehn Jahren werden vermutlich in den nächsten Monaten steigen. Handeln Sie daher rasch und sichern Sie sich so die günstigen Konditionen. Ihr Finanzierungsexperte von Dr. Klein berät Sie gern!

Tendenz
Kurzfristig: schwankend
Langfristig: steigend