Nov
28

Der energetische Zustand einer Immobilie beeinflusst zunehmend die Kaufentscheidung von Immobilieninteressenten. Bei der Einschätzung des Objekts wird jedoch der Energieausweis oft als wenig hilfreich wahrgenommen. Das ist das Ergebnis des aktuellen Immobilienbarometers von Interhyp und ImmobilienScout24, für das 1.896 Immobilienkäufer befragt wurden.

Die energetischen Eigenschaften einer Immobilie werden immer bedeutender für die Kaufentscheidung. Für mehr als ein Viertel der derzeitigen Interessenten einer Kaufimmobilie (26 Prozent) sind Bausubstanz und Heizungsanlage ebenso wichtig wie Preis, Lage oder Ausstattung des Objekts. Weitere 61 Prozent der befragten Käufer achten darauf, dass die energetischen Eigenschaften in einem vernünftigen Verhältnis zum Preis von Haus oder Wohnung stehen. Nur jedem Zehnten ist der energetische Zustand weniger wichtig und lediglich drei Prozent ist er gänzlich egal.

Für Laien ist es jedoch oft schwer, die Qualität von Heizungsanlage, Dämmung oder Verglasung einzuschätzen. Seit 2009 soll der Energieausweis, der beim Besitzer angefordert werden kann, für Klarheit sorgen. Doch nur wenige Immobilienkäufer fühlen sich durch ihn ausreichend informiert. Mehr als jeder fünfte Käufer attestiert dem Dokument keinerlei Hilfestellung bei der Prüfung der Energiebilanz der Immobilie. Etwa die Hälfte der aktuellen Immobilienkäufer (48 Prozent) schätzt den Energieausweis als nur bedingt nützlich ein.

Im Hinblick auf die energetische Beschaffenheit ihres Wahlobjekts legen die Suchenden den größten Wert auf eine moderne Heizungsanlage (60 Prozent), eine gute Außenwand- und Dachdämmung (58 Prozent und 47 Prozent) und Fenster mit Mehrfachverglasung (57 Prozent). Dabei sind die Interessenten auch bereit zusätzliches Geld in die Verbesserung des Energiezustands zu stecken: Mehr als die Hälfte der potenziellen Käufer rechnet mit Folgeinvestitionen und jeder zweite davon mit mehr als 20.000 Euro.

“Die Umfrage macht deutlich, dass viele Käufer mit den Angaben im Energieausweis überhaupt nichts anfangen können”, kommentiert Marc Stilke, CEO von ImmobilienScout24, die Ergebnisse. Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender der Interhyp AG, fügt hinzu: “Der Hauptgrund für die mangelnde Akzeptanz ist, dass er häufig nur über den Energieverbrauch der vorherigen Bewohner, nicht jedoch über den tatsächlichen Energiezustand des Objekts, informiert.”

Quelle: Pressemitteilung von Immobilienscout 24 und der Interhyp AG vom 28.11.2011

Jul
28

Energieausweis bleibt hinter Erwartungen zurück: Nur 48 Prozent der Kaufinteressenten und 30 Prozent der Mietwilligen erkundigen sich bei Besichtigungsterminen danach / Interessenten vertrauen eher dem Auge als dem Papier – das zeigt die Studie Marktmonitor Immobilien 2011  von immowelt.de, eines der führenden Immobilienportale, und Prof. Dr. Stephan Kippes von der Hochschule Nürtingen-Geislingen

Kein Erfolgsmodell: Obwohl Mieter und Käufer von Immobilien Wert auf einen hohen Energiestandard legen, interessieren sie sich bei der Besichtigung kaum für den Energieausweis. Das zeigt die repräsentative Studie Marktmonitor Immobilien 2011 von immowelt.de, eines der führenden Immobilienportale, und Prof. Dr. Stephan Kippes von der Hochschule Nürtingen-Geislingen. Gerade einmal 48 Prozent der Kauf- und 30 Prozent der Mietinteressenten erkundigen sich bei der Besichtigung des Objekts nach dem Dokument. Wichtiger ist der augenscheinlich gute Energiestandard einer Immobilie.

Bedeutung für Kaufinteressenten am größten
Noch das höchste Interesse am Energieausweis zeigen Kaufinteressenten. 48 Prozent der Kunden, die ein Objekt erwerben wollen, fragen laut der Makler nach dem Energiedokument. Aus gutem Grund: Ein niedriger Energiestandard weist auf nötige Sanierungsmaßnahmen und damit auf zusätzliche Kosten hin. Entsprechend setzen 44 Prozent der Befragten den Energieausweis bei Kaufobjekten auch als Werbeargument in Exposés ein. Wichtiger als die im Energieausweis dokumentierten Messwerte ist den Kaufinteressenten offensichtlich der klar erkennbare Sanierungsstatus. Sie wollen beispielsweise wissen, ob Fassade oder Dach gedämmt sind.

Mietinteressenten überzeugt der Augenschein
Bei den Mietkunden zeigt sich die Situation noch deutlicher. Nur knapp ein Drittel der zukünftigen Mieter hat nach Auskunft der Befragten Interesse am Energieausweis. Konsequenter Weise nutzt auch nur knapp ein Drittel der befragten Makler das Dokument für die Werbung. Viel entscheidender ist für Mietkunden, ob die Fenster wärmeschutzverglast sind oder auf welchem Stand der Technik die Heizung ist. Diese Faktoren entscheiden über die Nebenkosten, die zum Mietzins hinzukommen. Die Mietinteressenten überzeugen sich nach Erfahrung der Befragten lieber anhand der sichtbaren Merkmale davon, was sie erwartet.

Die repräsentative Studie Marktmonitor Immobilien 2011 wurde in Zusammenarbeit von immowelt.de und Prof. Dr. Stephan Kippes von der Hochschule Nürtingen-Geislingen erstellt. Befragt wurden 397 zufällig ausgewählte Makler aus ganz Deutschland. Die gesamte Studie Marktmonitor Immobilien kann hier heruntergeladen werden: http://www.marktmonitor-immobilien.de

Quelle: Pressemitteilung der Immowelt AG vom 26.07.2011

Jul
20

Die von der Bundesregierung beschlossene Energiewende wird auch den Trend zu energiesparenden Immobilien verstärken. Zu Recht, denn Wohnungen und Häuser mit einer guten Energiebilanz schützen die Eigentümer und Mieter vor steigenden Nebenkosten und bieten meist auch einen überdurchschnittlichen Wohnkomfort. Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) rät deshalb allen, die nach einem neuen Zuhause suchen, sich vor Abschluss eines Kauf- oder Mietvertrags den bedarfsbasierten Energieausweis zeigen zu lassen. Er weist die energetische Qualität eines Hauses aus. “Zukünftige Hausbesitzer sollten einen genauen Blick auf den energetischen Zustand des Hauses werfen. Immerhin verbrauchen deutsche Haushalte die meiste Energie für die Heizung: Rund 87 Prozent der von Haushalten insgesamt benötigten Endenergie entfallen auf die Erzeugung von Wärme”, betont Christian Stolte, Bereichsleiter der dena. Schlecht gedämmte Wände und Dächer sowie alte Fenster können dann schnell zu hohen Energiekosten führen.

Der Energieausweis nimmt ein Gebäude genau unter die Lupe und bewertet den Zustand von Wänden, Fenstern, Dach und Heizung. Das Herzstück des Energieausweises ist eine Farbskala von grün bis rot. Sie zeigt, wie viel Energie in diesem Gebäude im Durchschnitt für Heizung und Warmwasser benötigt wird. Liegt der angezeigte Wert des Gebäudes im grünen Bereich, verbraucht es wenig Energie für die Wärmeerzeugung. Liegt er dagegen im roten Bereich, werden die Energiekosten bei durchschnittlichem Heizverhalten hoch ausfallen.

Für Käufer von Immobilien ist neben der Farbskala der Blick in die Modernisierungsempfehlungen im Energieausweis besonders wichtig. Diese individuellen Maßnahmen zeigen, wie hoch der Sanierungsbedarf ist und welche Kosten eventuell in den nächsten Jahren auf den neuen Besitzer zukommen. Bei einem Neubau oder einem energetisch sanierten Gebäude gibt es keine Empfehlungen.

Den Energieausweis gibt es in zwei Varianten. Der Verbrauchsausweis basiert auf dem Energieverbrauch der Bewohner in den letzten drei Jahren und wird durch die Heizkostenabrechnungen bestimmt. Bei der Ausstellung eines Bedarfsausweises nimmt der Fachmann dagegen die baulichen Bestandteile eines Gebäudes genau unter die Lupe. “Die dena empfiehlt für Wohngebäude den bedarfsbasierten Energieausweis. Dieser Ausweis analysiert den Zustand des Hauses und nicht das Verhalten der Bewohner wie der Verbrauchsausweis. Ob jemand viel oder wenig heizt, spielt beim Bedarfsausweis keine Rolle”, so dena-Experte Stolte. Ist ein dena-Gütesiegel drauf, können sich Eigentümer auf die Qualität des Energieausweises verlassen und haben ein Dokument vor sich, das viele nützliche Informationen über den energetischen Zustand des Gebäudes und seine mögliche Verbesserung enthält.

Seit 2008 besteht in Deutschland die Energieausweispflicht für Wohnhäuser. Eigentümer, die eine Wohnung oder ein Haus vermieten, verkaufen oder verpachten, müssen potenziellen Interessenten einen Energieausweis vorlegen. Unter www.zukunft-haus.info/energieausweis sind weitere Informationen zum Energieausweis zu finden.

Quelle: Pressemitteilung der Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) vom 18.07.2011

Dez
11

Bereits im Frühjahr 2008 hatte die Verbraucherzentrale NRW Anbieter von Online-Energieausweisen getestet. Nach dem damals erschreckenden Ergebnis führte das Institut nun einen weiteren Test durch . Doch das ernüchternde Ergebnis des Checks von 88 Plattformen durch die Verbraucherzentrale NRW – die Onlineanbieter von Energieausweisen bieten im Internet ungültige Dokumente feil. Umso niederschmetternder, weil die Verbraucherschützer die Aussteller nach einem ersten verpatzten Test im Frühjahr 2008 aufgefordert hatte, die mangelhafte Erfassung wichtiger Merkmale nachzubessern, um – wie gesetzlich vorgeschrieben – auch Empfehlungen zur Gebäudemodernisierung geben zu können.

Wie sahen die Ergebnisse im Detail aus?

Nachdem die Verbraucherzentrale NRW Online-Anbieter daraufhin aufgefordert hatte, die Datenabfrage zum Ernergieausweis qualitativ zu verbessern, stellte sie im Oktober die Verbrauchsausweise via Internet erneut auf die Probe. 88 der insgesamt 97 Portale aus der ersten Stichprobe boten weiterhin Energieausweise im World Wide Web an. Doch ihre Hausaufgaben in Sachen gesetzeskonformer Ausstellung hatten nur wenige gemacht: Nicht einmal 20 % der Onlineanbieter fragte auch beim zweiten Test alle 14 Pflichtdaten des Energieausweises ab, die zur Ausstellung eines formal korrekten Energiepasses notwendig wären.

Insbesondere beheizte Kellerflächen (19 Prozent der Anbieter), längere Leerstandszeiten (14 Prozent) oder die genauen Verbrauchszeiträume (11 Prozent) als wichtige Faktoren zur Ermittlung des Energiekennwerts beachteten die Anbieter nicht.

Auch die Fragen nach einer nachträglich Dämmung des Gebäudes oder ob die Heizungsanlage erneuert wurde wurden von einem Drittel der Internetseiten auch beim Nach-Check immer noch nicht ab. Und das, obwohl diese Angaben zum baulichen Zustand des Gebäudes wichtige Größen sind, um die Plausibilität der vom Eigentümer übermittelten Daten zu überprüfen und sinnvolle Maßnahmen zur energetischen Sanierung vorzuschlagen – und Aussteller der Energieausweise hierzu ausdrücklich verpflichtet sind. Weil Modernisierungen im Altbau immer möglich sind, sind diese Energieausweise nicht zu gebrauchen, raten die Energiefachleute der Verbraucherzentrale NRW zur Vorsicht. Ihre Empfehlung lautet, nur solche Energieverbrauchsausweise online zu ordern, die neben der genauen Erfassung des Energieverbrauchs auch den baulichen Zustand des Gebäudes sowie die Art der Heizungstechnik abfragen. Zudem sollte ein Foto des Gebäudes – per Post oder online übermittelt – im Energieausweis Platz finden.

Zur Gesetzeslage und Hintergrund:

Seit 1. Juli 2008 muss für Gebäude die vor 1965 gebaut wurden ein Energieausweis vorgelegt werden, wenn sie verkauft oder neu vermietet werden. Steckbriefartig wird in diesen Energiepässen über den Energiestandard eines Gebäudes informiert, damit es Miet- und Kaufinteressenten nun leichter haben, den Heizenergiebedarf des neuen Domizils abzuschätzen. Zahlreiche Aussteller bieten im Internet Plattformen mit Eingabemasken, mit deren Hilfe Energieausweis-Interessenten die notwendige Daten zur Erstellung von Verbrauchsausweisen selbst übermitteln können.

Ein erster Test der Verbraucherzentrale NRW von Eingabemasken und Datenblättern bei 97 Online-Anbietern von Energieausweisen hatte im Frühjahr 2008durchweg ein “mangelhaft” erbracht: Lediglich ein Aussteller fragte alle 14 Pflichtdaten von den Kunden ab. Dafür hatten 40 Prozent die für die Ermittlung des Energiekennwerts wichtigen Faktoren wie Kellerbeheizung und Leerstände außen vor gelassen. Und bei 20 Prozent der untersuchten Online-Angebote musste der Besteller keine Angaben über die Warmwasserversorgung des Gebäudes machen – gleichwohl dies für einen Energiepass verpflichtend vorgeschrieben ist.