Mai
18

Im April sind die Preise in allen drei Bereichen des Hauspreis-Index HPX gesunken, liegen jedoch durchgängig über ihrem Vorjahresniveau. Die Neubaupreise sinken stärker als im März. Schwächer als im Vormonat ist der Preisrückgang für bestehende Ein- und Zweifamilienhäuser sowie für Eigentumswohnungen. Der rückläufige Gesamt-HPX fällt mit 99,86 Punkten leicht unter seinen Ausgangswert von 100 Punkten. Vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlich stabilen Lage ist bei diesen Preisen von einer erhöhten Nachfrage nach Immobilien auszugehen.

Bewertung und Prognose:
Der erste Schritt heraus aus den Niedrigzinsen ist getan. Wann kommt der nächste? Nach ihrer Leitzinserhöhung auf 1,25 Prozent im April hat die EZB aktuell von einer weiteren Zinsanhebung abgesehen. Zwar hat der Inflationsschutz für die EZB Priorität, das hat sie im April signalisiert. Gleichzeitig muss sie jedoch den Balanceakt zwischen Preisstabilität und der Schuldenkrise der Euro-Länder Portugal und Griechenland meistern. Die Zinsen für Immobilienfinanzierungen steigen schon seit vergangenem September. Momentan befinden sie sich wieder auf dem Niveau vom August 2009. Aus der langfristigen Perspektive – und diese sollten sowohl Häuslebauer als auch Investoren berücksichtigen – ist dieser Zinssatz noch immer sehr attraktiv. Denn die historischen Tiefstwerte der vergangenen Monate sind nun definitiv passé. Sinkende Häuserpreise, eine steigende Inflation und noch günstige Zinsen sprechen nicht nur für, sondern fordern geradezu den Erwerb des Betongoldes.

HPX-Gesamtindex: sinkende Immobilienpreise

Auch im April spiegelt der Gesamtindex den allgemein sinkenden Preistrend der Immobilienpreise aus den Einzelinizes wider: Im Vergleich zum März sinkt der HPX-Gesamt um 0,28 Prozent (März 2010: 100,14 Punkte). Erstmals seit Dezember 2010 fallen die Häuserpreise damit leicht unter den Basiswert von 100 Punkten. Nach wie vor liegt der Hauspreisindex HPX aber über dem Vergleichswert des Vorjahres (April 2010: 96,59 Punkte).

Eigentumswohnungen („apartments“): Sinkende Wohnungspreise
Mit einem Indexwert von 99,50 Punkten sinkt das Preisniveau für Eigentumswohnungen im April um 0,25 Prozent im Vergleich zum März 2011 (99,75 Punkte). Der Rückgang der Wohnungspreise ist jedoch weniger stark als im Vormonat (Rückgang im März um 0,38 Prozent bei einem Indexwert von 99,75 Punkten).

Preise für neue Ein- und Zweifamilienhäuser („new homes“): ebenfalls Sinkend

Den zweiten Monat in Folge sinken die Preise für Neubauten: Nachdem der HPX “new homes” bis Februar 2011 drei Monate lang gestiegen war, sinkt der Index im April um 0,31 Prozent auf 107,82 Punkte (März 2011: 108,15 Punkte). Im Drei-Monats-Vergleich sinken die Preise um 0,32 Prozent (Januar 2011: 108,17 Punkte).

Häuserpreise für bestehende Ein- und Zweifamilienhäuser („existing homes“) Sinken
Bestehende Ein- und Zweifamilienhäuser werden mit einem Minus von 0,28 Prozent im April zwar günstiger, aber weniger stark als noch im Vormonat (März 2011: 92,52 Punkte). Wie bereits im März entwickelt sich der Preis analog zum Vorquartal: Auch im Januar 2011 betrug der Indexwert 92,26 Punkte. Eine Übereinstimmung mit dem Vorquartal war schon im März 2011 festzustellen. Im Jahresvergleich übersteigen die Preise mit einem aktuellen Plus von 6,30 Prozent die Vorjahreswerte erneut deutlich (Wert April 2010: 86,79 Punkte).

Quelle: Hauspreisindex HPX der Hypoport AG vom April 2011

Apr
22

Die Angebotspreise für Wohneigentum sind im ersten Quartal 2011 spürbar angestiegen. Insbesondere die Wohnungspreise befinden sich derzeit auf einem absoluten Rekordniveau. Das zeigt der aktuelle Angebotspreisindex IMX von ImmobilienScout24, der auf Basis von über zehn Millionen Immobilienangeboten gebildet wird.

Anbieter von Immobilien wittern derzeit gute Geschäfte. So erreicht der IMX für Wohnungen in Deutschland Ende März 2011 die höchsten Werte seit Indexerstellung. Den stärksten Anstieg erlebten die Angebotspreise für neu gebaute Wohnungen. Der IMX ist hier im letzten Quartal um mehr als 3,3 Punkte gestiegen. Bei Bestandswohnungen beträgt der Zuwachs 0,9 Punkte.

Auch die Entwicklung der Angebotspreise für Häuser verläuft stabil. So ist der IMX für Häuser im Bestand seit Jahresbeginn um rund 0,6 Punkte angestiegen. Damit zeigt die entsprechende Preiskurve seit Ende 2009 kontinuierlich nach oben. Neu gebaute Häuser verlieren im ersten Quartal 2011 hingegen ein wenig an Wert. Der IMX liegt jedoch mit 106,3 Punkten noch deutlich über dem Vorjahresniveau.

Neubaupreise für Häuser: Berlin und Frankfurt folgen Bundestrend
In Berlin und Frankfurt sinken die Angebotspreise für neu gebaute Häuser ebenfalls und folgen damit dem Bundestrend. Eine Entwicklung, die sich im ersten Quartal 2011 noch verstärkt hat. Dies liegt zum einen daran, dass derzeit verstärkt Objekte in einfacheren Lagen angeboten werden. Andererseits wird diese Entwicklung durch einen marktüblichen saisonalen Preisrückgang bei Neubauhäusern verstärkt.

Ganz andere Entwicklungen lassen sich derzeit in München und Hamburg beobachten. Trotz einer steigenden Bautätigkeit sorgt die hohe Nachfrage in den beiden Spitzenregionen dafür, dass noch immer zu wenige Neubauwohnungen auf dem Markt sind. Dies führt in beiden Städten zu einer vergleichsweise starken Preissteigerung bei Bestandswohnungen, weil Kaufinteressenten zunehmend auf solche Objekte ausweichen.

“Immobilieninvestments sind weiterhin im Fokus vieler Anleger. Vor allem in den guten und gefragten Lagen können Verkäufer aufgrund des knappen Angebots ihre Preisforderungen ohne Abschläge durchsetzen. Viele Käufer sind deshalb gezwungen, auf benachbarte Lagen auszuweichen. Das wird auch in den kommenden Monaten für eine stabile Preisentwicklung sorgen”, erläutert Michael Kiefer, Leiter Immobilienbewertung bei ImmobilienScout24.

Quelle: Mitteilung der Immobilien Scout GmbH vom 21.04.2011