Apr
16

Wenig überraschend hat die Europäische Zentralbank (EZB) am Mittwoch vorletzter Woche noch keinen Ausstieg ihrer expansiven Geldpolitik signalisiert und den Leitzins unverändert bei 1,0 Prozent belassen. EZB-Chef Mario Draghi hält die Diskussion über eine Strategie zum Ausstieg aus der Niedrigzinspolitik für verfrüht. Auf die Spekulationen ob, wann und unter welchen Bedingungen er aus der Politik des billigen Geldes aussteigen will, ist der Italiener nicht eingegangen, da er die Konjunkturaussichten in Europa immer noch kritisch einschätzt.

Die bisherigen Finanzspritzen in Höhe von einer Billion Euro im Dezember und im März, mit denen sich die Banken mit Geld zu sehr günstigen Konditionen für den langen Zeitraum von drei Jahren versorgen konnten, hatten sich zunächst positiv auf die Finanzmärkte ausgewirkt: Die Zinsen italienischer und spanischer Staatsanleihen sanken merklich und die Aktienkurse explodierten geradezu. Diese Tendenzen setzen sich allerdings aktuell in Spanien nicht fort: für Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt wurden Anfang April wieder höhere Renditen gefordert, so dass die Refinanzierungskosten des Landes erneut gestiegen sind. In den früheren Hochzinsländern ist deshalb das Nachziehen der versäumten Strukturreformen zur Bekämpfung der hohen Arbeitslosigkeit und zur Konjunkturbelebung zwingend erforderlich, um langfristig Stabilität zu schaffen.

Der EZB-Chef zeigt sich in einer ersten Bilanz mit der Liquiditätsspritze zufrieden, da diese eine Kreditklemme verhindert und den Staaten durch den Langfristtender Zeit zu Reformen verschafft hätten. Den Banken rät er erzielte Gewinne einzubehalten, um ihr Eigenkapital zu stärken. Allerdings muss abgewartet werden, wie sich die geldpolitischen Maßnahmen langfristig auswirken. Deshalb wird in den kommenden Wochen und Monaten nicht mit einer Kursänderung der EZB zu rechnen sein und der Leitzins wird voraussichtlich noch lange Zeit auf diesem Niveau verharren – höchstwahrscheinlich noch ein ganzes Jahr.

Der eingeschlagene Weg zur Bekämpfung der Schuldenkrise birgt aber die Gefahr einer Inflation in Deutschland. Die EZB sieht im Moment trotzdem keinerlei Handlungsbedarf in Sachen Geldwertstabilität, da der Anstieg der Teuerungsrate in den letzten Monaten vor allen Dingen durch den starken Anstieg von Rohstoffpreisen getrieben wurde. Der EZB-Chef erwartet über den für die Geldpolitik relevanten Zeithorizont den Einklang von Preisentwicklung und Preisstabilität. Andere Töne schlägt dagegen der Bundesbankpräsident Weidmann an. Er fordert einen Ausstieg aus den Krisenprogrammen, da seiner Ansicht nach diese neben einer Inflationsgefahr außerdem das Risiko des Verlusts der Unabhängigkeit der Notenbank bergen. Die Tendenz einer Überhitzung auf dem deutschen Immobilienmarkt, insbesondere in den Ballungszentren, wird von anderen Experten mit Besorgnis betrachtet.

Sollten sich inflationäre Tendenzen in der Eurozone verstärken, werde die Notenbank – falls erforderlich – „zeitnah“ auf diese reagieren, sagte Mario Draghi. Des Weiteren erwartet er weiterhin ein moderates Wachstum, das durch die Weltwirtschaft und die niedrigen Zinsen gestützt wird. Es ist deshalb zu erwarten, dass die Leitzinsen zunächst tief bleiben und eine Rückkehr zu den klassischen EZB-Instrumenten zur Abschöpfung von Liquidität, wie längerfristige Einlagen oder die Ausgabe von Schuldverschreibungen, so schnell noch nicht erfolgen wird. Die Rendite von sicheren deutschen Staatsanleihen wird weiterhin interessant bleiben, was auch die langfristigen Kapitalmarktzinsen und damit auch die Baugeldkonditionen in Deutschland auf tiefem Niveau hält. Die Perspektiven für Baufinanzierer bleiben also gut. Auch in den nächsten Wochen und Monaten kann mit sehr attraktiven Zinsen gerechnet werden. Auf lange Sicht ist allerdings zu erwarten, dass anziehende Inflationsraten die Kosten für langfristige Laufzeiten steigen lassen. Die Herausforderung wird darin bestehen, den richtigen Zeitpunkt für den Abschluss zu finden. Aufgrund des langfristigen Charakters von Immobilienfinanzierungen sollte Planungssicherheit im Vordergrund stehen. Wir empfehlen deshalb weiterhin sehr lange Laufzeiten mit einer hohen Anfangstilgung oder direkt Volltilgerdarlehen abzuschließen. Unsere kompetenten Berater unterstützen Sie gerne bei der optimalen Finanzierung für Ihr persönliches Vorhaben!

Tendenz:
Kurzfristig: seitwärts schwankend
Langfristig: steigend

Mrz
02

Schuldenschnitt trifft private Investoren
Auch in den vergangenen Wochen sind die deutschen Kapitalmarktzinsen historisch tief geblieben. Die Details zum Schuldenschnitt in Griechenland haben die Marktteilnehmer in ihrer Vermutung bestätigt, dass die Politik gerne zu Lasten privater Anleihegläubiger ihre eigenen Versäumnisse korrigiert. Investments in Staatsanleihen schwacher Euro-Länder sind daher, zumindest für private Käufer, sehr riskante Unterfangen. Denn im Gegensatz zum Internationalen Währungsfonds (IWF) oder der Europäischen Zentralbank (EZB), die im Griechenland-Desaster in ihrer Stellung als Gläubiger klar besser gestellt sind, trifft die privaten Investoren der Schuldenschnitt voll. Warum sollten private Anleger dann in Zukunft eigentlich schwächeren Ländern überhaupt noch Geld leihen? Das hält die Nachfrage nach deutschen Bundesanleihen vorerst hoch und damit die Renditen tief.
Die Ereignisse der letzten Wochen bestätigen das von uns schon mehrfach beschriebene Drehbuch zur Krisenbewältigung. Dieselben Politiker, die noch vor 18 Monaten private Investoren und Banken dazu aufgefordert haben, Griechenland zu finanzieren und auf die Prognosen von EU-Kommission und IWF in Bezug auf die Sanierungsanstrengungen der Griechen zu vertrauen, haben jetzt einseitig zu Lasten genau dieser privaten Gläubiger die Entschuldung Griechenlands gestartet. Das Ganze wird auch noch als freiwilliges Paket bezeichnet, obwohl es sich natürlich um einen klaren Fall von Staatsbankrott handelt. Dieses Muster wird weitergehen. Über die nächsten Jahre wird Land für Land, beginnend demnächst mit Portugal, auf diese Weise eine Schuldenreduktion versuchen – ohne die betroffenen Länder aus dem Euro-Verbund herauszunehmen. Da jedoch mit den begleitenden Sparpaketen die jeweiligen Volkswirtschaften völlig stranguliert werden, werden diese Schuldenschnitte am Ende doch nicht reichen und der Austritt aus dem Euro wird kommen.

EZB gibt Politik Flankenschutz
Der wichtigste Verbündete für die Politik ist inzwischen die EZB geworden. Vor Jahren noch undenkbar, war die EZB bzw. die Bundesbank doch bis dahin ein Regulativ der Politik und kein Handlanger. Mit der gestrigen Zuteilung von 530 Mrd. Euro für drei Jahre zu einem Zinssatz von 1% an über 800 Banken hat die EZB dem Patienten nach Dezember die zweite Dosis Morphium gespritzt. Damit hat die EZB den Banken mittlerweile mehr als 1.000 Mrd. Euro Liquidität praktisch umsonst zur Verfügung gestellt. Und wie schon im Januar werden sich viele dieser Banken dankbar erweisen, indem sie spanische, italienische und französische Staatsanleihen mit Laufzeiten bis zu drei Jahren kaufen und sich über die sicher verdiente Zinsmarge freuen. So kann man Staaten finanzieren, Zinskosten für diese Staaten senken und gleichzeitig seinen Banken zu mehr Gewinn verhelfen. Das klingt nach einem perfekten ‚Tischlein deck Dich‘ und genau so sieht das auch Präsident Sarkozy, der dieses Vorgehen mit Vehemenz gefordert hat. Wenn sich jemand fragt, wo denn diese 1.000 Mrd. Euro der EZB eigentlich herkommen – ja, die Antwort ist richtig: Sie kommen aus dem Nichts, sie sind einfach nur ein Eintrag in der Bilanz der EZB. Im Volksmund nennt man das ‚Geld drucken‘. Genau dieser Flankenschutz der EZB ist es, der die Politiker inzwischen trotz allem Stress der ewigen und mühsamen Rettungspaket-Verhandlungen wieder ruhig schlafen lässt. Der Vorrat an Morphium bei der EZB ist ja unbeschränkt und jetzt, wo wir wissen, dass dort jemand operiert, der gerne und jederzeit Morphium spritzt, kann man sich darauf verlassen. Aus der Medizin wissen wir, dass die Belastung des Körpers trotzdem irgendwann zum finalen Kollaps führt, auch wenn keine Schmerzen zu spüren sind.
Obwohl Frau Merkel in der internationalen Presse als die Eiserne Lady gezeichnet wird, die halb Europa mit ihrer Spardisziplin terrorisiert, sind die Weichen längst anders gestellt. Deutschland steht als einsamer Rufer da. Alle anderen großen EU-Länder wollen sich harte Reformen ersparen und werden versuchen, über eine Inflationierung das Problem der Staatsschulden an ihre Sparer und Gläubiger abzudrücken. Spanien und Italien werden diesen Weg gehen. England ist schon voll dabei mit Inflationsraten von 5% und Zinsen von 2%. Frankreich wird mit dem wahrscheinlichen Wahlsieg von Francois Hollande die ohnehin zaghaften Konsolidierungsbemühungen von Sarkozy genauso wie die von Deutschland geforderte Schuldenbremse kippen. Wenn die Achse Paris-Berlin unter Spannung gerät, dann startet die wirklich prägende Phase zur Zukunft des Euro. Derzeit sieht es so aus, als ob die großen Mittelmeerländer mit der EZB Deutschland isolieren könnten.

Historische Chance zur Sicherung langfristiger Tiefzinsen
Für den Immobilienfinanzierungskunden hat das vorerst noch positive Konsequenzen. Die Baugeldzinsen sind auf historisch tiefem Niveau festgezurrt, mit wenig Spielraum nach oben. Deutsche Staatsanleihen bleiben als Hort der Sicherheit gefragt und das drückt auch die Baugeldzinsen. Damit ist weiterhin der Baufinanzierungskunde in Deutschland der große Profiteur der Euro-Krise. Und die Immobilienpreise steigen in vielen strukturstarken Gebieten auch an. Ohne die Krise wären die Zinssätze in Deutschland, bezogen auf unsere eigene Konjunkturentwicklung, zumindest 2-3 Prozentpunkte höher. Diese historische Chance zur Sicherung langfristiger Tiefzinsen gilt es unbedingt zu nutzen, solange sie besteht.

Quelle: Zinskommentar 2012 von Interhyp vom 02.03.2012

Feb
06

EZB als Staatenfinanzierer und Bankensanierer
Während die europäischen Politiker wöchentlich von einem Krisenmeeting zum anderen stürmen und sich besonders die Situation um Griechenland immer stärker zuspitzt, verhält sich die Europäische Zentralbank (EZB) unaufgeregt und ruhig. Wenig ist derzeit von Herrn Draghi zu hören und das ist kein Zufall. Hat doch die EZB mit der Bereitstellung von rund 500 Mrd. Euro für drei Jahre zu einem Zinssatz von 1% an die europäischen Banken längst ihren Beitrag zur Abarbeitung der Krise geleistet. Längst hat die Notenbank mit ihren Prinzipien gebrochen und ist in das Geschäft der Staatenfinanzierung und der Bankensanierung eingestiegen. Kein Wunder also, dass die Refinanzierung von Spanien, Frankreich und Italien gerade im kurzen Laufzeitbereich in den ersten Wochen des Jahres plötzlich wieder zu niedrigeren Zinssätzen möglich war und auch erfolgreich verlaufen ist. Dank der billigen Refinanzierung durch die EZB ergeben sich für die Banken wunderbare Zinsüberschüsse. Indirekt finanziert also die EZB zusätzlich zu den offiziellen Aufkäufen von Staatsanleihen auch auf diesem Wege die Defizite der schwächeren Euroländer. Zumindest für Italien, Spanien und Frankreich hat das zu einer erheblichen vorläufigen Entspannung geführt. Ganz anders die Situation in den Top-Krisenländern Griechenland und Portugal. Dort haben die Marktteilnehmer bereits ihr finales Urteil gefällt. Griechische Staatsanleihen handeln je nach Laufzeit nur noch bei 20-40% ihres Nominalwertes. Das heißt, dass niemand mehr an die Rückzahlung zu 100% glaubt und inzwischen ein Schuldenschnitt von rund 70% unterstellt wird. Bemerkenswert ist nur, dass der mit wahrscheinlich rund 100 Mrd. Euro inzwischen größte Gläubiger, nämlich die EZB, sich an den Umschuldungsverhandlungen mit Griechenland gar nicht beteiligt und so tut, als ob sie ihren Einsatz, den sie bei den Aufkäufen der vergangenen zwölf Monate geleistet hat, wieder zurückbekommt. Im Kern baut sich allerdings in der Bilanz der EZB ein drastischer Abschreibungsbedarf auf, der am Ende von den Steuerzahlern in den Mitgliedsländern getragen werden muss. Spätestens am 20. März, wenn Griechenland 15 Mrd. Euro für eine fällige Staatsanleihe an seine Gläubiger überweisen muss, ist der Tag der Wahrheit. Diese 15 Mrd. Euro werden nämlich vom Rettungsfonds kommen müssen, kurz in Griechenland eingebucht, um dann sofort zum größten Teil wieder ins Ausland überwiesen zu werden. Nicht „die Griechen“ profitieren also von dieser Hilfe, sondern hauptsächlich die Anleihehalter im Ausland und die griechischen Banken, die diese Papiere halten.

Lösungsdruck für Griechenland wächst, Portugal nächster Krisenkandidat
Bis März muss es also eine Lösung zum Thema Umschuldung geben. Wichtig wird sein, ob Griechenland am Ende aber die Auflagen und Nebenbedingungen für diesen Schuldenschnitt akzeptieren kann und das Volk dies auch will. Ein überraschender Konkurs oder Austritt Griechenlands aus dem Korsett des Euros kann kommen, wenn sich die Positionen festfahren und Herr Papademos die Kontrolle über sein Land verliert. Um das zu verhindern, müsste die Politik final den großen Wurf machen, der aus vier Maßnahmen besteht: 1) drastische Entschuldung inklusive der Forderungen der EZB, 2) Euro-Quarantäne für Griechenland für 7-10 Jahre – d.h. Einführung einer Währung, die in einer bestimmten Bandbreite zum Euro mit einem deutlich tieferen Einstiegskurs handelt. 3) Investitionsförderung der EU für die Restrukturierung der griechischen Wirtschaft, 4) tiefgreifende Reform der griechischen Verwaltung und des Steuerregimes. Nach der Quarantäne würde dann eine Wiederaufnahme geprüft werden. Zu befürchten ist, dass alle bisher diskutierten Lösungen immer zu kurz gedacht sind und dem Land nicht helfen, die Probleme zu lösen. Beide Vorgehensweisen sind mit enormen Kosten für die europäischen Länder verbunden. Der zweite Weg würde aber zumindest die Chance auf Erfolg haben.

Der Lösungsdruck wird dabei von Woche zu Woche größer, da sich mit Portugal gerade das zweite Land anschickt, den „griechischen Weg“ zu gehen. Die portugiesischen Staatsanleihenzinsen liegen bereits nahe an 20% und das Signal der Märkte sagt jetzt schon, dass keine Hoffnung besteht, dass Portugal ohne Schuldenschnitt über die Runden kommt. Spanien könnte als Nächster unter Druck geraten. Die Politik der kleinen Trippelschritte, so wie sie derzeit von der europäischen Politik geübt wird, reicht längst nicht, um diese Entwicklung aufzuhalten.
Womit wir wieder bei der EZB wären. Während die Politik wie ein angeschlagener Boxer von einer Ecke des Ringes in die andere taumelt, hat die EZB die Seile gespannt, die den Boxer vor dem Sturz bewahren und immer wieder in die Mitte des Rings zurückwerfen. Nullzinspolitik im Geldmarkt, Aufkäufe von Staatsanleihen, Refinanzierungslinien für die Banken, Manipulation der langfristigen Kapitalmarktzinsen – alle Register werden gezogen, um den Boxer im Ring zu halten.

Baufinanzierungskunden profitieren weiter
Für den Immobilienfinanzierungskunden hat das weiterhin nur gute Konsequenzen. Die Baugeldzinsen scheinen auf historisch tiefem Zinsniveau 2012 einzementiert und haben nur wenig Spielraum nach oben. Deutsche Staatsanleihen bleiben als Hort der Sicherheit gefragt und das drückt auch die Zinsen für Baugeld. Damit ist vorerst der Baufinanzierungskunde in Deutschland der große Profiteur der Euro-Krise. Denn ohne die Krise wären die Zinssätze in Deutschland – bezogen auf unsere eigene Konjunkturentwicklung – zumindest 2-3 Prozentpunkte höher. Diese historische Chance sollte daher genutzt werden, solange sie besteht.

Jan
18

Effektivzins für 10-jährige Baukredite sinkt deutlich unter 3 Prozent / Optimaler Zeitpunkt dank niedrigem Refinanzierungszins

Das Jahr 2012 beginnt vielversprechend für Immobilienkäufer und Bauherren: Die Pfandbriefrenditen – ein wichtiger Indikator für die Entwicklung von Baugeld – haben ein Rekordtief erreicht. Vergangenen Freitag lag die sogenannte DGZF-Rendite für zehnjährige Pfandbriefe bei 2,40 Prozent, das ist der niedrigste Wert seit dessen Veröffentlichung 1980. “Einige Banken kalkulieren bereits mit diesem niedrigen Pfandbriefniveau, d.h. Häuslebauer und Eigenheimerwerber in Deutschland haben nun die Gelegenheit zu historisch günstigen Zinskonditionen zu finanzieren”, weiß Benjamin Papo, Vorstand bei der Interhyp AG.

Langfristige Konditionen wie Hypothekenzinsen entstehen durch Angebot und Nachfrage am Anleihemarkt. Als Orientierungsgröße für Entstehung und Verlauf der Baugeldzinsen eignet sich daher die Renditeentwicklung von deutschen Staatsanleihen und Pfandbriefsätzen wie die DGZF-Pfandbriefkurve. Um auf eine effektive Topkondition zu kommen, sind zum DGZF-Satz je nach Bank ab 0,30 Prozentpunkte Marge dazu zu rechnen.

“Der Großteil der Interhyp-Bankpartner passt seine Konditionen täglich an. Damit haben Immobilienkäufer Gelegenheit, unmittelbar von den jüngsten Marktentwicklungen zu profitieren und ihr Eigenheim zum absoluten Tiefpreis zu finanzieren. Seit Anfang dieser Woche sind Immobilienkredite mit zehnjähriger Sollzinsbindung für sogar unter 3,0 Prozent effektiv erhältlich – das ist so günstig wie noch nie”, erklärt Papo. Aber auch für Kapitalanleger ist die jetzige Situation ideal: Die niedrigen Zinsen wirken sich positiv auf die Finanzierungsbedingungen und dementsprechend auf die langfristig erzielbare Rendite aus.

Papos Empfehlung für Immobilienkäufer und Eigenheimbesitzer mit baldigem Finanzierungsbedarf lautet: “Angesichts vielerorts steigender Immobilienpreise sollten Interessenten mit Kaufwunsch nicht länger warten, sondern aktiv werden. Dabei gilt es, die sehr niedrigen Zinsen für einen möglichst langen Zeitraum zu sichern und so doppelt zu profitieren: Von einer geringen Darlehensrate bei gleichzeitig hoher Kalkulationssicherheit.”

Quelle: Zinsprognose 2012 der Interhyp AG vom 17.01.2012

Jan
10

Euro-Krise wird auch das Jahr 2012 bestimmen
Im abgelaufenen Jahr 2011 haben Baugeldkunden in Deutschland massiv von der Schuldenkrise in Euroland profitiert und Vorteile aus der Tatsache ziehen können, dass deutsche Bundesanleihen von internationalen Investoren als letzter Hort der Sicherheit innerhalb des Euroraumes gesehen werden. Nicht nur die Flucht aus den Staatsanleihen der bekannten Krisenländer Griechenland, Portugal und Spanien, sondern auch Verkäufe von italienischen und französischen Staatstiteln haben die Zinsen in diesen Ländern auf Niveaus steigen lassen, die wir seit 1994 nicht mehr gesehen hatten. Also zu einer Zeit, als die einzelnen Länder in Europa noch eigene Währungen hatten und die Währungsunion nur eine Absichtserklärung war. Die wirtschaftliche Stärke Deutschlands und die vermeintliche Haushaltsdisziplin lassen daher deutsche Bundesanleihen als letztes gutes Risiko erscheinen und die hohe Nachfrage hat die Renditen von zehnjährigen Bundesanleihen unter 2% und die Verzinsung von einjährigen Staatstiteln auf nahe 0% fallen lassen. Bei einer gleichzeitig vorherrschenden Inflationsrate von rund 2,5% wird jedoch klar, dass diese Zinsniveaus derzeit weniger von rationalen Überlegungen der Investoren als vielmehr von Angst und Panik über die Zukunft des Euroraumes getrieben werden. Die Investoren akzeptieren bewusst eine deutlich negative Realverzinsung, um eventuelle Kapitalverluste aus Engagements in schwächeren Ländern zu vermeiden. Diese Verluste können bei Euroländern, die in Insolvenzgefahr geraten und deren Zinsen nach oben explodieren, plötzlich 75% des Einsatzes ausmachen, wie das Beispiel Griechenland zeigt. Dazu kommen noch die Befürchtungen, dass bei einem Auseinanderbrechen der Währungsunion die dann entstehenden neuen Währungen der Krisenländer signifikant an Wert verlieren würden. So lange die Marktteilnehmer daher die Lösungsversuche der europäischen Politiker als unzureichend bewerten, bleibt es bei einer Zinslandschaft, die den eigentlichen ökonomischen Fundamentaldaten in den Mitgliedsländern überhaupt nicht entspricht, ja sogar diametral entgegensteht. Das derzeit konjunkturell starke Deutschland hat viel zu tiefe Kapitalmarktzinsen und die mit Rezession kämpfenden Südländer und Frankreich sehen sich aus ihrer Sicht viel zu hohen Kapitalmarktzinsen gegenüber, die Investitionen und die Finanzierung bestehender Schulden praktisch unmöglich machen. Damit wird auch schnell verständlich, dass es der Politik in 2012 dringend gelingen muss, den Glauben an die Fähigkeit aller Mitgliedsländer wiederherzustellen, dass diese ihre Schulden bedienen können. Je länger die Zweifel darüber bestehen bleiben, desto länger wird diese Zinsdivergenz bestehen bleiben und es ist völlig ausgeschlossen, dass unter diesen Umständen die Krisenländer in der Lage sein werden, den Spagat zwischen Budgetkonsolidierung und Wirtschaftswachstum zu schaffen. Ein Land nach dem anderen wird dann zum Transferempfänger und zum unwiderruflichen Sanierungsfall. Und es ist auch klar, dass sich Deutschland vielleicht ein Griechenland, aber nicht fünf davon leisten kann.

Baugeldkonditionen könnten steigen
Da die Politik Zeit braucht, um die schwierigen Anpassungen in den europäischen Verträgen hin zu einer integrierten Wirtschafts- und Finanzpolitik zu schaffen, kommt in 2012 der Europäischen Zentralbank (EZB) eine Schlüsselrolle zu. Die Notenbank muss das System am Laufen halten, um den Kollaps zu vermeiden. Die ihr zur Verfügung stehenden Mittel sind Geld zu drucken und die Zwischenfinanzierung der Staaten sicherzustellen. Dazu wird sie die Leitzinsen tief halten und mehr und mehr Staatsanleihen schwacher Länder aufkaufen. Wir gehen also davon aus, dass die EZB die Schleusen öffnen wird. Dann sollte es zu fallenden Zinsen in den Krisenländern führen, während die Zinsen für längere Bundesanleihen vorerst deutlich steigen könnten, da viele Investoren ihre spekulativen Positionen „Short Krisenländer – long Bundesanleihen“ schließen und die Belastungen für Deutschland über Transferleistungen in den folgenden Jahren drastisch zunehmen würden. Die Zinsprognose 2012 könnte deshalb auch zu einem deutlichen Anstieg der Baugeldkonditionen in Deutschland im Laufe des ersten Halbjahres 2012 führen.

Langfristige Zinssicherheit ist oberstes Gebot
Im späteren Jahresverlauf gehen wir aber davon aus, dass die EZB alles daran setzen wird, die langfristigen Kapitalmarktzinsen in Euroland grundsätzlich sehr tief zu halten, um einen Effekt der kontrollierten Inflationierung zu erreichen. Eine Vorgehensweise, wie sie auch schon von der amerikanischen und britischen Zentralbank praktiziert wird. Das sollte im Verlauf der Zinsentwicklung 2012 auch deutschen Hypothekenkunden wieder zu Gute kommen. Das Gebot der Stunde heißt aber: die aktuellen historisch tiefen Zinsen sichern und möglichst langfristig festschreiben. Damit wird die Immobilieninvestition mit Kalkulationssicherheit versehen und zukünftige Verwerfungen an den Kapitalmärkten können ohne Stress für die Finanzierung des eigenen Heimes beobachtet werden.

Quelle: Kommentar zur Zinsentwicklung 2012 der Interhyp AG vom 06.01.2012

Dez
06

EZB-Käufe werden kommen
Der Druck auf Angela Merkel nimmt täglich zu. Nicht nur die Anleger auf den Finanzmärkten treiben seit Wochen die Renditen von Spanien und Italien zu neuen Höchstständen und erzwingen damit kurzfristige Antworten der Politik. Auch die europäischen Politiker selbst erhöhen den Druck auf Deutschland, seine gewohnten Prinzipien aufzugeben. Nicolas Sarkozy kämpft um die Chance einer Wiederwahl bei den kommenden Präsidentschaftswahlen und versucht den unmöglichen Spagat zwischen Verschonung seiner Wähler und Sparmaßnahmen, die ihm das AAA-Rating für sein Land retten könnten. Den Ausweg hat er schon längst gefunden und so versucht er seit Wochen Angela Merkel davon zu überzeugen: Die Europäische Zentralbank (EZB) muss die Schleusen aufmachen und sicherstellen, dass alle Euroländer ihre Staatsfinanzierung durch Aufkäufe der EZB sichern können. Die nächste rhetorische Attacke kam am Mittwoch von Währungskommissar Oli Rehn. Der stellte sich plötzlich vor die Fernsehkameras und erklärte, dass sich das Schicksal des Euro in den nächsten zehn Tagen entscheiden werde. Damit haben alle Marktteilnehmer begonnen, die Tage runterzuzählen. Der Druck für Merkel und Sarkozy, bis zum Gipfel am nächsten Wochenende eine wahrhaft umfassende Lösung zu präsentieren, ist noch einmal dramatisch gewachsen. In gegenseitiger Abstimmung haben die großen Notenbanken der Welt die Refinanzierung für Banken günstiger gemacht und damit eine Kursrally an den Börsen ausgelöst, da immer mehr Investoren inzwischen glauben, dass das der nächste Hinweis auf die “große Lösung” ist: Die uneingeschränkte Erklärung der EZB, dass sie alle Anleihen von Krisenstaaten kaufen wird, die ihr angeboten werden. Immer noch hält Frau Merkel an ihrer Rhetorik fest, dass sie weder Eurobonds noch EZB-Käufe zulassen wird. Tatsache ist aber, dass sie fünf vor zwölf einknicken und das für sie einfach zu argumentierende Eingreifen der Notenbank zulassen wird. Schließlich ist die EZB ja “unabhängig”. Wenn die EZB daher bereit ist, diesen Schritt zu gehen, so kann das Frau Merkel gar nicht verhindern. Vielmehr wird sie sich dafür feiern lassen, dass sie die “Pest”, nämlich Eurobonds, die direkt den Kredit Deutschlands unterminieren würden, verhindert hat.

Schulden werden weginflationiert
Es wird auch argumentiert werden, dass damit die Zeit gewonnen wird, um nachhaltige Änderungen in den EU-Verträgen umzusetzen – mit automatischen Sanktionen und harten Strafen für Sünder. Was passiert aber mit den enormen Staatsschulden, die ja aufgrund von Sparprogrammen, schwächerer Konjunktur und damit ausfallenden Steuereinnahmen zumindest in den nächsten zwei Jahren eher weiter ansteigen werden, bevor eine Chance besteht, über die mittelfristigen Wirkungen einen tatsächlichen Rückgang der Neuverschuldung oder gar einen Schuldenabbau zu sehen? Mit dem Eingreifen der EZB wird im letzten großen Wirtschaftsraum das Projekt “weginflationieren der Schulden” gestartet. Die USA machen das schon seit zwei Jahren vor. Die Notenbank setzt bei der Zinsentwicklung 2012 die kurzfristigen Zinsen auf Null und manipuliert dann auch für die Zinsentwicklung 2013 die langfristigen Zinsen für Staatsanleihen durch massive Aufkäufe gegen Null. Damit finanziert der Staat sich zu minimalen Kosten und kann auch eine exorbitante Staatsschuld locker bedienen. Parallel steigen die Preise durch eine immer größere Geldmenge, die im Umlauf ist (die Notenbank druckt ja schließlich Geld, um die Staatsanleihen kaufen zu können). Inflation entsteht. Das heißt aber auch, dass die Wirtschaft nominal wächst, auch wenn real davon nichts übrigbleibt. Die Staatsverschuldung hat im Nenner das nominale Bruttoinlandsprodukt. Im Zähler steht der nominale Schuldenstand. Sind die Zinsen für eine längere Periode extrem tief bzw. deutlich unter der Inflationsrate, dann wird der Zähler im Vergleich zum Nenner kleiner. Die Verschuldungsquote sinkt.

Aber wer bezahlt für diese “Rückführung der Verschuldung”? Jeder Sparer. Egal ob er direkt Staatsanleihen mit extrem tiefer Rendite kauft, einen Rentenfonds, eine Kapitallebensversicherung oder ein Tagesgeld- oder Sparkonto bei der Bank hat. Schon jetzt handeln deutsche Bundesanleihen mit einjähriger Laufzeit bei 0% Rendite. Zehnjährige Bundesanleihen liegen knapp über 2%. Rechnet man davon noch die Steuer ab, bleiben bestenfalls 1,5% übrig bei jetzt schon 2,5% Inflationsrate in Deutschland. Das Spiel hat also schon längst begonnen. In England liegt die Inflationsrate bereits bei 5% und die zehnjährigen Staatsanleihen rentieren bei 2,2%. Das zeigt, was eine Notenbank, die mit der Regierung kooperiert, bewegen kann.
Steigende Baugeldzinsen zum Jahresende möglich – Zinsprognose 2012
Sollten also die Schleusen der EZB in den nächsten zwei Wochen geöffnet werden, dann sollte das zu fallenden Zinsen in den Krisenländern führen, während die Zinsen für längere Bundesanleihen vorerst deutlich steigen könnten, da viele Investoren ihre spekulativen Positionen “Short Krisenländer – long Bundesanleihen” schließen würden. Bezüglich der Zinsprognose 2012 könnte ein deutlicher Anstieg der Baugeldkonditionen gegen Jahresende die Folge sein. Mittelfristig gehen wir aber davon aus, dass die EZB alles daran setzen wird, die Zinsen grundsätzlich in Euroland sehr tief zu halten. Das sollte 2012 auch deutschen Hypothekenkunden wieder zu Gute kommen.

Quelle: Kommentar zur Zinsentwicklung 2012 der Interhyp AG vom 02.12.2011

Nov
19

Der neue Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, der sein Amt am 1.11.2011 angetreten hat, gab in der ersten Novemberwoche eine Leitzinssenkung bekannt: Die Zinssenkung von 0,25 Prozentpunkten auf nunmehr 1,25 Prozent wurde dabei mit einer leichten Rezession im Euroraum begründet, die die Notenbanker zum Jahresende hin befürchten. Viele Marktteilnehmer wurden von diesem Schritt überrascht, da die Inflationsrate im vergangenen Monat im Euroraum bei 3,0 Prozent lag und sich damit deutlich über der Zielmarke von zwei Prozent befindet. Das EZB-Ratsmitglied Nowotny deutet sogar an, dass die EZB im Dezember den Leitzins erneut senken könnte, wenn sich die Wirtschaftsaussichten weiter eintrübten.

Kritiker befürchten aufgrund des aktuellen Vorgehens der EZB, dass sich die eigentlich unabhängige Zentralbank zunehmend von der Politik instrumentalisieren lässt, um einen Rückgang der Wirtschaft auf jeden Fall zu verhindern und das bisher oberste Ziel der Preisstabilität dabei zukünftig an Bedeutung verliert. Für diese These spricht zudem, dass die EZB auch weiterhin Staatsanleihen von Ländern aufkauft (diese Maßnahme war immer als vorübergehend und im Volumen begrenzt bezeichnet worden), um die Zinsen künstlich niedrig zu halten, was diesen Ländern aktuell bei der Refinanzierung von Schulden hilft: So stiegen z.B. in Italien die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen zwischenzeitlich auf über sieben Prozent, da sich Investoren massenhaft von diesen trennten. Nur durch die Intervention der EZB stiegen die Anleihenkurse wieder, und Italien konnte sich bei der letzten Emission von Staatsanleihen Zinsen von knapp über sechs Prozent bei einer Laufzeit von zehn Jahren sichern.
Das Vorgehen der EZB kann – wie die letzten Wochen gezeigt haben – aber immer nur kurzfristig die Märkte beruhigen. Als ein Indikator, wie nervös die Finanzmärkte derzeit sind, können die Übernachteinlagen von Banken bei der EZB dienen: Je mehr die Banken bei der EZB „parken“, desto weniger leihen sie sich untereinander: Das Vertrauen der Banken gegenüber anderen Banken nimmt ab. Am 7.11. erreichte dieser Wert ein neues 17-Monatshoch. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, kann es dazu kommen, dass Banken restriktiver in der Kreditvergabe an Unternehmen und Privatpersonen agieren und das Wirtschaftswachstum negativ beeinflusst wird, weil notwendige Investitionen ausbleiben.

Die strukturellen Probleme, dass Staaten in den vergangenen Jahren auf Pump gelebt haben und die Ausgaben immer weiter ausgeweitet wurden, müssen die Staaten dringend und nachhaltig angehen, sodass ein Übergreifen der Schuldenkrise von Ländern wie Griechenland, Irland oder Portugal auf Volkswirtschaften wie Italien oder Spanien verhindert wird – der gerade beschlossene Rettungsschirm wäre nicht annähernd ausreichend, um diese beiden großen Volkswirtschaften zu stützen. Ob die Politik, wie z.B. durch gerade beschlossene Spar- und Wachstumsprogramme in Italien, das Vertrauen der Finanzmärkte in die finanzielle Stabilität zurückgewinnen kann, bleibt zu hoffen. Ansonsten ist davon auszugehen, dass die EZB zukünftig Anleihen in großem Stil aufkaufen muss (wie dies z.B. vom renommierten US-Ökonom Krugman gefordert wird), um letztendlich ein Auseinanderbrechen der Europäischen Union zu verhindern. Letzteres Vorgehen würde dabei einem vollständigen Kurswechsel der EZB gleichkommen.
Da die Bonität der Bundesrepublik Deutschland aktuell in keiner Weise von Investoren angezweifelt wird, kaufen diese nach wie vor vermehrt Staatsanleihen, was es möglich macht, dass sich Deutschland derzeit zu extrem günstigen Zinsen refinanzieren kann. Diese Sonderbedingung spiegelt sich ebenfalls auf dem Deutschen Pfandbriefmarkt und somit auf dem Markt für Baufinanzierungszinsen wider: Der deutsche Staat sowie Kunden, die zurzeit eine Immobilienfinanzierung benötigen, profitieren eindeutig von der Schuldenkrise unserer europäischen Nachbarländer. Gerade Anschlussfinanzierer, die in den nächsten Monaten ihre Finanzierung prolongieren müssen, aber auch Immobilienbesitzer, die erst in zwei oder drei Jahren prolongieren müssen (Forwarddarlehen), sollten das aktuelle Zinsniveau nutzen. Hierbei empfehlen wir Eigenheimbesitzern, entweder durch einen höheren Tilgungssatz, eine längere Zinsbindung oder die Kombination aus beidem die Darlehen so abzuschließen, dass am Ende der neuen Zinsbindung die Immobilie lastenfrei ist. Unsere Berater helfen Ihnen bei der Optimierung Ihrer persönlichen Finanzierung.

Kurzfristig: stark seitwärts schwankend
Langfristig: seitwärts

Quelle: Zinsprognose 2012 der Dr. Klein & Co. AG auf Zinsentwicklung.de vom 15.11.2011

Mai
20

Im Rahmen ihrer ersten Leitzinserhöhung Anfang April hatte die Europäische Zentralbank (EZB) ihrem Postulat Ausdruck verliehen, die Inflation unterhalb des Ziels von 2% halten zu wollen. Analysten rechneten auf Grund der Rhetorik des EZB-Präsidents, Trichet, bereits im Juni mit einer weiteren Erhöhung. Auf Grund der Aussagen, die auf der monatlichen Sitzung der EZB Anfang Mai getätigt wurden, muss jedoch davon ausgegangen werden, dass ein erneuter Zinsschritt erst im Juli evtl. sogar noch später im Jahr erfolgen wird.

Als Konsequenz fiel der Wert des Euros in den darauf folgenden Tagen deutlich, da Investoren Kapital abzogen, die in naher Zukunft eher mit einer höheren Verzinsung Ihrer Anlage gerechnet hatten. Die Zinsen für Baugeld unterschiedlicher Zinsbindung verbilligten sich in den letzten zwei Wochen deutlich um bis zu 0,20 Prozentpunkte. Das zögerliche Handeln der EZB bei den Leitzinsen wirft Fragen auf, zumal die EZB noch im April beteuerte, Zweitrundeneffekte (z.B. Lohnerhöhungen in Folge gestiegener Lebenshaltungskosten) um jeden Preis verhindern zu wollen. Mit jedem Monat, den die EZB nicht reagiert, wird jedoch genau dieses Risiko größer. So kletterte z.B. die Inflation im wirtschaftlich starken Deutschland im April um 2,7% (Euroraum: 2,8%), welches dem höchsten Wert seit 2008 – also dem Beginn der Finanzkrise – entspricht.

Haben die Mitglieder der EZB die Befürchtung, das europäische Wirtschaftswachstum durch eine zu schnelle Leitzinserhöhung auszubremsen? Oder wird gar auf die wirtschaftlichen Belange einzelner, wirtschaftlich angeschlagener Mitgliedsstaaten – wie Griechenland, Portugal oder Irland – Rücksicht genommen, deren Wirtschaft besonders anfällig für die Verteuerung von Krediten ist?

Apropos Griechenland: Die finanzielle Situation entwickelt sich mittlerweile zur größten Bewährungsprobe für unsere gemeinsame Währung. Auf Grund eines schwachen Wirtschaftswachstums (+0,8% im ersten Quartal 2011), hoher Arbeitslosigkeit sowie eines Reform-, Spar- und Privatisierungswillens der griechischen Regierung, welcher von Vertretern sowohl der EU als auch des Internationalen Währungsfonds (IWF) als noch zu gering angestuft wird, steigt die Verschuldung nach wie vor an. Analysten gehen zumindest bis 2013 von einer weiteren Zunahme aus, bis die jetzigen Maßnahmen Wirkung zeigen werden. Der Abschluss eines weiteren Rettungspakets mit einem Volumen von bis zu 60 Mrd. Euro wird immer wahrscheinlicher, um Griechenland bis 2013 Luft zu verschaffen.

Der deutliche Rückgang der Baugeldzinsen in den letzten Wochen ist unseres Erachtens der Sorge um den Euro geschuldet. Sollten das Thema „Inflation“ in den nächsten Wochen wieder in den Vordergrund rücken, dürfte sich der Aufwärtstrend weiter fortsetzen. Da die Zinsaufschläge für Darlehen mit 15, 20 oder sogar 30 Jahren Zinsbindung nur moderat sind (flache Zinsstrukturkurve), sollten Kunden die eine Finanzierung benötigen, die Vorzüge einer langfristigen Zinsbindung prüfen. Die letzten acht Monate haben eindrucksvoll gezeigt, wie schnell der Zinsmarkt ansteigen kann.

Quelle: Zinsprognose 2012 der Dr. Klein & Co. AG vom 19.05.2011 auf Zinsentwicklung.de

Mai
11

Kaum hatten sich die Märkte auf eine Phase steigender Leitzinsen in Euroland eingestellt, überrascht Trichet, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), schon wieder. Mit der gestrigen Entscheidung, den Leitzinssatz, der Anfang April um 0,25% auf 1,25% angehoben worden war, unverändert zu lassen, hat Trichet eine Reihe von Fragezeichen hinterlassen. Die Aussagen von Trichet im Rahmen der Pressekonferenz deuten sogar darauf hin, dass erst wieder im Juli eine weitere Zinsanhebung folgen könnte – oder auch nicht. Während also die Inflationsdaten in Euroland genauso wie in den meisten anderen wichtigen Währungsräumen eindeutig über den von der EZB postulierten Zielwerten liegen, stoppt die Notenbank den gerade eingeschlagenen Weg noch bevor sie richtig angefangen hat. Sieht so eine glaubwürdige Stabilitätspolitik aus? Die meisten Marktbeobachter hatten erwartet, dass die EZB ihr Mandat nutzen würde, um bei der Zinsprognose 2012 relativ rasch den Leitzins von dem Krisenniveau von 1% auf eine neutrale Größe von 2-2,5% zu bewegen.

Abwartende EZB-Haltung schafft Raum für Spekulationen
Die derzeit höheren Inflationsraten wären besonders gegenüber der Politik ein gutes Argument gewesen, die Leitzinsen schnell anzuheben und damit auch ein klares Zeichen zu setzen, dass man es mit dem Management von Inflationserwartungen ernst meint. Natürlich hätte ein solcher Schritt auch den Euro gegen den Dollar weiter steigen lassen und damit einerseits Importe verbilligt, Exportchancen aber geschwächt. Aber genau darum geht es eben: Sorgt sich die EZB um Preisstabilität oder beginnt sie schrittweise mehr als Handlanger der Politik im Management des Wirtschaftswachstums zu agieren? Warum hat die EZB der Mut verlassen? Ist es die Furcht vor einem neuerlichen Rückfall der USA in die Rezession nach den zuletzt enttäuschenden Konjunkturzahlen und den eventuellen Auswirkungen auf Euroland? Ist es die Befürchtung, dass die Budgetkonsolidierungsmaßnahmen in den Euro-Mitgliedsländern in den nächsten Quartalen das Wachstum stärker einbremsen werden als derzeit erwartet – und dass daher eine Serie von Zinserhöhungen den Bremseffekt verstärken würde? Ist es vielleicht die Sorge, dass die angeschlagenen Banken von rasch steigenden kurzfristigen Zinsen in ihrer Gesundung gefährdet würden? Oder ist bei allem öffentlichen Gerede über Inflation in den Köpfen der Notenbanker immer noch die Angst vor Deflation vorhanden? Die vorschnellen Zinserhöhungen in Japan Anfang des letzten Jahrzehnts, die immer wieder zurückgenommen werden mussten, weil die Wirtschaft in die nächste Rezession rutschte, könnten ihnen als Warnung gelten.

Tatsache ist: Eine Notenbank, die der Geldwertstabilität verpflichtet ist, ein Inflationsziel von unter 2,0% hat und die Inflationsrate am Beginn einer Wirtschaftserholung auf 3% zusteuern sieht, kann – bei gleichzeitiger massiver Liquiditätsversorgung des Bankensektors – nicht ernsthaft einen Leitzins von 1,25% für richtig halten. Es sei denn, sie sieht die nächste Konjunkturabschwächung schon um die Ecke kommen oder nimmt trotz öffentlicher Warnungen die Inflationsgefahr in der internen Diskussion nicht ernst. Die dritte Variante, dass die EZB zwar gerne die Zinsen anheben möchte, der politische Einfluss aber inzwischen so stark ist, dass man viel langsamer vorgeht als gewollt, ist trotz der personellen Rochaden in der Bundesbank und der offensichtlichen Machtspiele im Poker um die Neubesetzung der EZB-Führung als unwahrscheinlich einzuschätzen. Aber natürlich werden der von Kanzlerin Merkel besetzte neue Bundesbank-Präsident Weidmann und der von Sarkozy und den Südländern designierte EZB-Präsident Draghi beweisen müssen, ob sie in diesen schwierigen Phasen dem Einfluss ihrer Ziehmütter und Ziehväter widerstehen können. Die EZB ist schon heute die letzte Bastion unter den großen Notenbanken. Nicht wenige Politiker in Europa arbeiten daran, sie zu Fall zu bringen und die Geldpolitik in den Dienst ihrer schlechten Wirtschafts- und Finanzpolitik zu stellen.

Leicht rückläufige Baugeldzinsen nutzen
Für die Zinsentwicklung am Anleihemarkt und damit auch für die Hypothekenzinsen bedeutet das Stillhalten der EZB vorerst eine Stabilisierung nach vielen Monaten steigender Zinsen. Die aktuell leicht rückläufigen Zinsen sind aus unserer Sicht aber eine technische Korrektur in einem Aufwärtstrend und keine Trendänderung. Wir sehen bezüglich der Zinsprognose 2012 nach einigen Wochen die Gefahr, dass die alten Befürchtungen in Bezug auf steigende Inflationsraten wieder in den Vordergrund treten werden und damit die Gefahr höherer Langfristzinsen erneut zunehmen wird. Für die nächsten Wochen gilt es, die günstigeren Konditionen zu nutzen und gerade mit längeren Laufzeiten für Kalkulationssicherheit zu sorgen.

Quelle: Zinsprognose 2012 der Interhyp AG vom 06.05.2011

Jan
16

Auf dem letzten EU-Gipfel vor Weihnachten hat sich die Deutsche Bundesregierung mit ihrer ablehnenden Haltung zu den Euro-Bonds durchgesetzt. Die unbegrenzte Haftung deutscher Steuerzahler für fiskalpolitische Entscheidungen anderer Länder, ohne die Chance diese zu beeinflussen, ist damit vorerst vom Tisch. Mit der Einführung dieser Euro-Bonds würde sich der Charakter der Währungsunion grundlegend ändern. Leider wurden auf dem EU-Gipfel nur die großen Linien für das weitere Vorgehen festgelegt, Details wurden offen gelassen. So ist nicht klar, wie der ab 2013 geplante Stabilitätsmechanismus umgesetzt werden soll.

Als nächster Kandidat wird wohl das schwer angeschlagene Portugal nach Griechenland und Irland im Kampf gegen die Ausbreitung der Euro-Schuldenkrise die Töpfe der Europäischen Union (EU) und des internationalen Währungsfonds (IWF) anzapfen. Anders als Privatkunden, die ihre Kredite zurückzahlen und damit schuldenfrei sind, nehmen Staaten neue Schulden auf, um alte Verbindlichkeiten zurückzuzahlen. Ist aber niemand mehr bereit, die von solchen Staaten begebenen Anleihen zu kaufen, stehen diese vor der Pleite. In dieser Phase befindet sich vermutlich gerade Portugal. Der Preis 10-jähriger portugiesischer Staatsanleihen liegt derzeit etwa 4 Prozent über denen deutscher. Diese Kosten wird Portugal auf Dauer nicht tragen können. Unter Einbeziehung der Europäischen Zentralbank (EZB) und mit einem angemessenen Druck auf diese Staaten, energische Sparmaßnahmen umzusetzen, kann deren nötige Solvenz wieder hergestellt werden. Um zu verhindern, dass die Gemeinschaftswährung auf lange Sicht unter diesen Umständen leidet, muss die Architektur der Währungsunion jedoch grundlegend geändert werden. Die Verantwortlichen in der Europäischen Union müssen sich schnell um eine Reform bemühen, um eine weitere Krise zu vermeiden.

Der Chef der US-Notenbank (Fed) Ben Bernanke stellte kürzlich fest, dass die US-Wirtschaft wieder in Schwung käme, die Erholung aber noch nicht ausreiche. Die Arbeitslosenquote ist deutlich gesunken und inzwischen auf einem so niedrigen Niveau, wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr. Leider stellt sich die Lage aber nicht so positiv dar. Mit lediglich 103.000 neuen Jobs im Dezember bekamen deutlich weniger Menschen eine neue Chance als von vielen Experten erwartet. Mit diesem Tempo wird sich die Arbeitslosenquote nicht signifikant reduzieren. Um zu einem normalen Niveau zurückzukehren, könnten somit noch vier bis fünf Jahre vergehen. Allgemein wird davon ausgegangen, dass die Fed von ihrer aktuellen Nullzinspolitik erst abrückt, wenn die Arbeitslosenquote unter neun Prozent gesunken ist. Dies hat auch Einfluß auf die Zinsprognose 2012.

Die aktuellen Schuldenkrisen in weiten Teilen Europas und den USA sind einer der Gründe für die Zinsentwicklung der letzten Monate. Die Notenbanken unterstützen durch unterschiedliche Maßnahmen die angeschlagenen Volkswirtschaften. Da klar ist, dass die Notenbanken nicht auf Dauer die Staatsdefizite finanzieren können, steigen die Preise für langlaufende Anleihen. Dies wirkt sich direkt auf die Finanzierungskosten in Deutschland aus. Die Zinsprognose 2012 ist deshalb, dass die Zinsen steigen. Unter Berücksichtigung historischer Werte sind aber heute besonders noch lange Zinsbindungen interessant. Wir empfehlen nicht, auf Zinsschwankungen zu spekulieren. Die Vorteile des niedrigen Zinsniveaus sollten unbedingt für eine höhere Tilgung verwendet werden. Denn nur so ist sichergestellt, dass zum Ende der Sollzinsbindung kein bösen Überraschungen folgen. Wer seine Sollzinsbindung über die gesamte Laufzeit des Darlehens bindet, umgeht solche Risiken völlig. Welche Kombination für Sie die Beste ist, analysieren unsere Baufinanzierungsspezialisten gerne persönlich mit Ihnen. Sprechen Sie uns einfach an!

Tendenz:
Kurzfristig: seitwärts
Langfristig: steigend

Quelle: Kommentar zu Zinsentwicklung 2012 der Dr.Klein & Co. AG