Die Nullzinspolitik der großen Zentralbanken soll die Gesundung des Bankensystems unterstützen und Investitionskredite verbilligen, um damit die Wirtschaft anzukurbeln. In beiden Bereichen sind ganz klare Erfolge zu erkennen: In Kombination mit direkten staatlichen Stützungsmaßnahmen konnten sowohl das Bankensystem stabilisiert als auch die Verfügbarkeit von Krediten zu günstigen Konditionen sichergestellt werden. Doch die Nullzinspolitik hat auch weitreichende und gefährliche Nebenwirkungen. Die Finanzkrise 2008/2009 war schon die Folge einer über zehn Jahre andauernden viel zu lockeren Geldpolitik der Notenbanken. Mit dieser frei verfügbaren Liquidität wurden die Bankbilanzen aufgeblasen und dort, wo das Eigenkapital nicht mehr reichte, Quasi-Banken geschaffen, um den kreditfinanzierten privaten Konsum in den USA und Teilen Europas sowie die gehebelten Investitionen in Immobilien und Unternehmenskäufe weltweit zu befeuern. Mit dem Einbruch des amerikanischen Immobilienmarktes sind die Dominosteine gefallen. Die Rettungsmaßnahmen der Regierungen und Notenbanken nahmen ihren Lauf. Und womit bekämpfen die Notenbanken die Krise? Mit noch mehr Liquidität! Kurzfristig hat das geholfen. Mittelfristig wird es aber einen hohen Preis haben, wenn nicht bald eine Rückbesinnung stattfindet. Das jetzt stattfindende Treffen der Notenbanker in Jackson Hole wäre eine Gelegenheit dazu. Denn geringere Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft und die hohe Unsicherheit aufgrund der enormen Verschuldung in weiten Teilen der Welt haben zu einer Risikoaversion bei den Investoren geführt. Viele Anlageklassen werden gemieden. Stattdessen versuchen Privatleute, Banken, Versicherungen, Investmentfonds und die Notenbanken selbst ihre Mittel in sogenannten sicheren Staatsanleihen bester Bonität zu parken. Die enorme Nachfrage nach diesen Parkplätzen treibt die Preise dieser Staatsanleihen nach oben und damit die Renditen auf immer neue historische Tiefstände. Das gilt ganz besonders für US-Treasuries, deutsche Bundesanleihen und japanische Staatsanleihen. Somit lässt sich vorerst der kräftig gestiegene Finanzierungsbedarf der Staatshaushalte problemlos abdecken. Da es für kurzlaufende Zinsanlagen praktisch keine Verzinsung mehr gibt, treibt diese Politik die Investoren immer mehr in längere Laufzeiten und drückt auch dort die Renditen. Dadurch sind inzwischen alle großen Anleihemärkte auf Deflation und vielleicht sogar Depression gepreist. In den aktuellen Renditen für 10- bis 30-jährige Staatsanleihen lassen sich keine Risikoprämien für zukünftige Inflation und normales Wirtschaftswachstum mehr erkennen. Wir sind überzeugt, dass die Notenbanken hiermit die Blasen aus den Immobilienmärkten und Aktienbewertungen in den Staatsanleihenmarkt bewegt haben. Alle Investorengruppen sitzen daher immer mehr in einem Parkhaus, das von außen einen sicheren Eindruck macht. Es wird sich erst beim Rausfahren zeigen, dass nur eine Ausfahrt für so viele Parkende nicht genügt.
Selbst wenn der aktuelle Zinsrückgang die Banken kurzfristig zur Senkung der Baufinanzierungskonditionen zwingt, sollten Kunden auf der Hut bleiben und nicht vergessen, dass ihre Finanzierung in der Regel 25 Jahre läuft. Es kann kein Fehler sein, diese Periode heute zu historisch tiefen Zinssätzen abzusichern. Durch die Anpassung der Banken sollten sich auch in den nächsten Tagen wieder sehr attraktive Konditionen ergeben. Wir empfehlen, zumindest einen großen Teil der Finanzierungssumme über lange Sollzinsbindungen festzuschreiben, um für Kalkulationssicherheit zu sorgen. Baufinanzierungskunden müssen in Zeithorizonten von 20-30 Jahren denken, in denen sie monatliche Zahlungen leisten. Daher sollten sie sich auf keine Spekulation einlassen. Grundsätzlich empfehlen wir, bei diesem niedrigen Zinsniveau eine Tilgung von zwei bis drei Prozent zu wählen, damit die Gesamtlaufzeit des Darlehens überschaubar bleibt. Gefragt sind momentan zum Beispiel sogenannte Volltilger-Darlehen. Dabei steht über eine höhere laufende Tilgung heute schon eine Rate fest, die nach 20 oder 25 Jahren zur vollständigen Rückzahlung des Darlehens führt. Das Risiko, später zu deutlich höheren Zinsen eine Anschlussfinanzierung vornehmen zu müssen, wird somit bereits jetzt ausgeschlossen. Die Finanzierungsspezialisten der Interhyp können auf mehr als 250 Banken zugreifen und erarbeiten gerne eine individuelle Lösung. Zur Analyse der eigenen Situation und zur Beobachtung der Zinsentwicklung eignen sich auch die Zins-Charts und Tools auf der Interhyp-Website.
Tendenz:
kurzfristig: abwärts
mittelfristig: aufwärts
Quelle: Kommentar zur Zinsentwicklung der Interhyp AG vom 27.08.2010
Die US-Notenbank (Fed) ist wieder im Krisenmodus: Die US-Wirtschaft entwickelt sich schwächer als von der Fed erwartet. Um die Ökonomie zu stützen, pumpt sie erneut Geld ins System. So kündigte die Notenbank an, fällige Wertpapiere in ihrer Bilanz zu ersetzen, indem sie für das frei werdende Geld Staatsanleihen kauft. Der Bestand an Anleihen soll so stabil gehalten werden – bislang hat die Fed solche Papiere auslaufen lassen und das Geld dem Wirtschaftskreislauf entzogen. Der Beschluss, nur frei werdendes Geld zu nutzen, wird von vielen Experten als Kompromiss innerhalb der Fed gesehen. So gibt es auf der einen Seite Mitglieder der Fed, die angesichts des schwachen Wachstums und der hohen Arbeitslosigkeit weitere Hilfen fordern, und auf der anderen Seite jene, die diese Hilfen ablehnen, weil sie nicht glauben, dass entsprechende Hilfe einen großen Beitrag gegen die aktuellen Probleme der US-Wirtschaft leisten kann.
Die anderen Notenbanken werden durch den Kurswechsel der Fed hin zu weiteren Hilfen für die Wirtschaft unter Druck gesetzt. Durch eine komplett andere Politik und sogar Leitzinserhöhungen würden sie riskieren, dass ihre Währungen stark zum US-Dollar aufwerten. Dies würde die Exporte und die Wirtschaft der jeweiligen Länder stark belasten. Außerdem ist der Einfluss der US-Wirtschaft auf die Weltwirtschaft sehr groß. So hatte die Europäische Zentralbank sich stärker in Richtung Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik bewegt, daraufhin legte der Euro zwischenzeitlich kräftig zu. Auch die Bank of Japan beobachtet genau, was die Fed macht, da der Yen seit langem im Verhältnis zum Dollar steigt.
Die Sorgen um die Banken in Europa und die Verschuldung der Euro-Randstaaten kehren wenige Wochen nach der Veröffentlichung der Stresstestergebnisse zurück. Diesmal steht Irland im Blickpunkt der Finanzmärkte. Es wird um die Standhaftigkeit der irischen Geldhäuser gefürchtet. Dabei kommt es unerwartet, dass Irland so stark betroffen ist. Obwohl Irland durch das jähe Ende eines Immobilienbooms in eine schwere Krise stürzte, gilt es als Vorbild für andere schuldengeplagte Euro-Länder. Die Regierung schlug früh einen strikten Sparkurs ein, der bisher ohne große Schwierigkeiten durchgesetzt werden konnte. Doch nun kommen Zweifel auf: Die Bank of Ireland meldete einen Vorsteuerverlust von 1,2 Milliarden Euro, rund 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Zudem genehmigte die Europäische Kommission eine weitere Kapitalspritze für die verstaatliche Anglo Irish Bank, die höher ausfiel als erwartet. Weiterer Punkt zur Sorge ist die risikoreiche und teure Sanierung des Bankensektors. Als zentraler Bestandteil des Versuchs, die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen, wurde eine Bad Bank gegründet, die den Banken faule Immobilienkredite von rund 80 Milliarden Euro abnehmen soll.
Die Baufinanzierungskonditionen befinden sich momentan auf einem historischen Tiefststand. Für alle Baugeldinteressenten heißt es: Jetzt zugreifen! Bei der Wahl des Tilgungssatzes ist momentan große Sorgfalt geboten: Wählt man eine Tilgung von einem Prozent, so liegt die Laufzeit des Darlehens bei dem jetzigen Zinsniveau bei über 40 Jahren. Unsere Empfehlung ist daher weiterhin, eine erhöhte Tilgung zu wählen. Mit einer Tilgung von zwei Prozent kann die Laufzeit schon deutlich reduziert werden. Durch die von vielen Banken angebotene, oft sogar kostenlose, Option zum Tilgungssatzwechsel während der Sollzinsbindungsperiode, kann aber gleichzeitig die Flexibilität der Finanzierung gewahrt werden.
Tendenz:Kurzfristig: gleichbleibend
Langfristig: steigend
Weiterhin enttäuschende Konjunkturindikatoren in den USA haben den Pessimisten neue Nahrung gegeben und die Zinsen für US-Staatsanleihen weiter nach unten getrieben. Gleichzeitig sind die Aktienkurse noch mehr unter Druck gekommen, da viele Investoren die Gewinnaussichten der Unternehmen vor diesem Hintergrund kritischer einschätzen. Für das zweite Quartal wird in den USA jetzt mit einem Wirtschaftswachstum von nur noch 1,4% annualisiert gerechnet. Dies ist viel zu wenig, um dem schwachen Arbeitsmarkt positive Impulse geben zu können. Die hohe Arbeitslosigkeit scheint noch viele Quartale das dominante Thema in Amerika zu bleiben und drückt zusammen mit den sehr schwachen Immobilienpreisen weiterhin auf die Konsumnachfrage, die für rund 70% der US-Wirtschaftsleistung verantwortlich ist. Die Euro-Zinsen gehen derzeit im Gleichschritt mit nach unten. Besonders die deutschen Bundesanleihen sind als Hort der Sicherheit bei Investoren gefragt. Die zehnjährigen Bunds haben diese Woche mit 2,29% einen neuen historischen Tiefstand erreicht, da offensichtlich auch im Eurogebiet derzeit die Deflationsangst stärker ist als die Furcht vor mittelfristigen Inflationsschüben. Es scheint ganz so, als ob sich die von den Notenbanken in den vergangenen zwei Jahren im Zuge der Krisenbekämpfung geschaffene Liquidität damit verstärkt in den Anleihemärkten ansammelt. Nach den Aktienmärkten zur Jahrtausendwende und den angloamerikanischen Immobilienmärkten von 2005 bis 2007 entsteht damit die nächste große Blase, die durch die lockere Geldpolitik der Notenbanken gefördert wird. Wann diese platzt, ist genauso wie bei den früheren Ereignissen schwer vorhersehbar. Dass dies dennoch passieren wird, steht fest. Derzeit scheint jedoch die Nachfrage nach Anleihen weiter ungebrochen und dies treibt vorerst das Geschehen. Für die nächsten Tage erwarten wir weitere Senkungen der Baugeldzinsen durch die Banken, die inzwischen von den günstigeren Refinanzierungskonditionen am Rentenmarkt profitieren und diese schrittweise an die Kunden weitergeben.
Für Baugeldkunden bleibt die Spekulation auf sinkende Zinsen jedoch riskant. Jederzeit können technische Korrekturen zu kräftigen Zinsanstiegen führen. Das mittelfristige Bild bleibt angesichts der oben beschriebenen Blase gefährlich. Baufinanzierungen laufen in der Regel 25-30 Jahre und daher ist es sicherlich empfehlenswert, zumindest einen großen Teil der Finanzierungssumme bei den aktuell historisch tiefen Niveaus festzuschreiben und abzusichern. Grundsätzlich raten wir, bei diesen niedrigen Zinsen eine Tilgung von zwei bis drei Prozent zu wählen, damit die Gesamtlaufzeit des Darlehens überschaubar bleibt. Gefragt sind momentan zum Beispiel sogenannte Volltilger-Darlehen. Dabei steht über eine höhere laufende Tilgung heute schon eine Rate fest, die nach 20 oder 25 Jahren zur vollständigen Rückzahlung des Darlehens führt. Das Risiko, später zu deutlich höheren Zinsen eine Anschlussfinanzierung vornehmen zu müssen, wird damit bereits jetzt ausgeschlossen. Die Finanzierungsspezialisten bei Interhyp können auf mehr als 250 Banken zugreifen und erarbeiten gerne eine individuelle Lösung. Zur Analyse der eigenen Situation und zur Beobachtung der Zinsentwicklung 2011 eignen sich auch die Zins-Charts und Tools auf der Interhyp-Website.
Tendenz
kurzfristig: abwärts
mittelfristig: aufwärts
Quelle: Kommentar zur Zinsentwicklung 2011 der Interhyp AG
Schon seit Tagen wirft der am Wochenende in Toronto stattfindende kombinierte G-8 und G-20-Gipfel seinen Schatten auf die Geschehnisse an den Kapitalmärkten voraus. Dort treffen zwei sehr unterschiedliche Denkmuster aufeinander und es zeichnet sich eine durchaus heftige Diskussion über die weitere Bekämpfung der Finanz- und Wirtschaftskrise ab. Während die Europäer fast durchgehend auf einen Konsolidierungskurs bei den Staatshaushalten umgeschwenkt sind und damit auch niedrigeres Wachstum bewusst riskieren, wollen die Amerikaner die Konjunktur weiter staatlich stützen und halten eine Budgetkonsolidierung für völlig verfrüht. Sie befürchten einen Rückfall in die Rezession und zeigen besonders auf die Länder mit starken Leistungsbilanzüberschüssen, denen sie unkooperatives Handeln vorwerfen. China, in den vergangenen zwölf Monaten der Hauptadressat dieser Vorwürfe, hat sich durch die Ankündigung einer Aufhebung der Yuan-Dollar-Bindung und einer damit erwarteten schrittweisen Aufwertung des Yuan, noch kurz vor dem Gipfel aus der Schusslinie gebracht. Deutschland steht aber als “Klassensprecher” der EU jetzt im Zentrum der Kritik. Doch auch das amerikafreundliche Großbritannien ist unter der neuen Regierung Cameron sehr schnell in das Camp der Konsolidierer übergelaufen. Da die USA mit einer hohen Arbeitslosigkeit und einer extrem hohen privaten Verschuldung unbedingt auf Wirtschaftswachstum angewiesen sind, fühlt man sich dort alleingelassen. Genauso braucht China Wachstum um jeden Preis und hat mit seinen Konjunkturpaketen in 2009 dafür gesorgt – auch zum Nutzen der deutschen und europäischen Exportindustrie. Deutsche Autobauer sind die prominentesten Profiteure. Damit werden die Ergebnisse des Toronto-Gipfels weiteren Aufschluss geben, ob die Gefahr eines Rückfalls in die Rezession steigt oder Einigkeit über Wachstumsförderung erzielt werden kann. Die Zinsmärkte befürchten derzeit den Rückfall in die Rezession. Das hält vorerst die Zinsen im Euroraum für lange Laufzeiten tief. Setzen sich die Amerikaner durch, werden aber die Risikoaufschläge gerade für die langen Laufzeiten rasch steigen. Wir könnten durchaus bewegte Wochen an den Zinsmärkten vor uns haben.
Welche Auswirkungen hat der Gipfel auf die Zinsentwicklung bis 2011? Baugeldkunden sollten Tage mit Zinsausschlägen nach unten nutzen und ihre Konditionen mit längeren Laufzeiten absichern. Trotz aller kurzfristigen Schwankungen und der Verlockung noch tieferer Konditionen gilt weiterhin eine Grundaussage: Wir empfehlen, zumindest einen großen Teil der Finanzierungssumme über lange Sollzinsbindungen festzuschreiben und damit für Kalkulationssicherheit zu sorgen. Baufinanzierungskunden müssen in Zeithorizonten von 20 bis 30 Jahren denken, in denen sie monatliche Zahlungen leisten. Daher sollten sie sich auf keine Spekulation einlassen. Die Zinsen sind derzeit historisch tief und implizieren ein Deflationsumfeld für die nächsten Jahre. Eine Inflationsprämie ist in den aktuellen Zinssätzen nicht mehr enthalten. Grundsätzlich empfehlen wir, bei diesem niedrigen Zinsniveau eine Tilgung von 2 bis 3 Prozent zu wählen, damit die Gesamtlaufzeit des Darlehens überschaubar bleibt. Gefragt sind momentan zum Beispiel sogenannte Volltilger-Darlehen. Dabei steht über eine höhere laufende Tilgung heute schon eine Rate fest, die nach 20 oder 25 Jahren zu vollständigen Rückzahlung des Darlehens führt. Das Risiko, später zu deutlich höheren Zinsen eine Anschlussfinanzierung vornehmen zu müssen, wird damit bereits jetzt ausgeschlossen. Die Finanzierungsspezialisten der Interhyp können auf mehr als 250 Banken zugreifen und erarbeiten gerne eine individuelle Lösung für Sie. Zur Analyse der eigenen Situation und zur Beobachtung der Zinsentwicklung eignen sich auch die Zins-Charts und Tools auf der Interhyp-Website.
Tendenz:
kurzfristig: seitwärts
mittelfristig: aufwärts
Quelle: Kommentar zur Zinsentwicklung der Interhyp AG vom 25.06.2010
Angesichts der weltweiten Schuldenkrise und der dadurch bedingten staatlichen Stützungsmaßnahmen hält Ben Bernanke, Chef der US-Notenbank (Fed), einen Konjunkturrückschlag für möglich. Er warnte daher vor einer politischen Einmischung in die Geldpolitik der Zentralbanken, da sonst unerwünschte „Boom-Bust-Zyklen“ ausgelöst werden können. Diese sind mit Spekulationsblasen zu vergleichen; dabei folgen auf eine Phase übermäßiger Kreditvergabe hastige Kapitalrückzüge.
Durch die Finanzkrise wurden die Zentralbanken vor ihre größte Herausforderung seit der Weltwirtschaftskrise gestellt. Viele Notenbanken haben angesichts scharfer Wirtschaftseinbrüche mit außergewöhnlichen Maßnahmen reagiert. Um sich gegen den Preisverfall zu stemmen, hat Japans Notenbank gerade erst unter politischem Druck die geldpolitischen Zügel noch weiter gelockert, unter anderem durch den Kauf von Regierungsanleihen. Bernanke mahnte, dass eine solche Entscheidung frei von politischer Einmischung erfolgen muss, da ein Missbrauch durch Regierungen hinsichtlich der Ausgabe von Geld zur Finanzierung ihrer Ausgaben zu einer weniger stabilen Wirtschaft und zu höherer Inflation und Zinsentwicklung 2011 führe.
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) korrigierte in der vergangenen Woche ihren Wachstumsausblick für die Weltwirtschaft deutlich nach oben. Besonders die exportlastige deutsche Wirtschaft wird nach Meinung der OECD davon profitieren können. Sie steigerte ihre Prognose für Deutschland von 1,4 auf 1,9 Prozent Wachstum im laufenden Jahr und von 1,9 auf 2,1 Prozent im kommenden Jahr.
In der vergangenen Woche hat auch die deutsche Bundesbank ihren Monatsbericht veröffentlicht. Darin schreibt sie, dass sich die deutsche Wirtschaft auf einem soliden Erholungspfad befindet. Besonders die Exportwirtschaft, die in Übersee und Europa wieder an Kraft gewinnt, wird das Wachstum antreiben. Auch in der Industrie herrscht positive Stimmung, da es einen Schub von Auftragseingängen gab. Zudem hofft die Bundesbank darauf, dass auch der zuletzt schwache private Konsum wieder anzieht. Im ersten Quartal 2010 hatten die Zurückhaltung der Verbraucher und die sinkenden Bruttoinvestitionen die Wirtschaft gebremst. So legte das Bruttoinlandsprodukt nur um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu, dabei gaben die Verbraucher 0,8 Prozent weniger für den Konsum aus. Diese Kaufzurückhaltung hat nach Ansicht der Bundesbank mit den Nachwehen der abgeschafften Abwrackprämie zu tun, wohingegen die Einzelhandelsumsätze weitgehend stabil geblieben sind.
Viele Sparer haben derzeit große Sorgen vor einer Geldentwertung als Folge der milliardenschweren Rettungsprogramme europäischer Notenbanken. Immobilien bieten sich als Schutz gegen Inflation an, denn Profiteure der Geldentwertung sind die Schuldner, weil der Realwert ihrer Verbindlichkeiten sinkt. Zudem sind die Zinsen für Baugeld zurzeit sehr niedrig, so dass sich die Entscheidung zum Kauf einer Immobilie doppelt lohnt. Kredite mit einer 10-jährigen Zinsbindung sind schon für unter 3,30 Prozent und mit einer 15-jährigen Zinsbindung schon für unter 3,60 Prozent zu bekommen. Sprechen Sie uns an – unsere Baufinanzierungsexperten finden die passende Finanzierung für Sie.
Tendenz
Kurzfristig: schwankend
Langfristig: steigend
Quelle: Zinsprognose 2011 und 2010 der Dr. Klein & Co. AG auf Zinsentwicklung.de
Auch in dieser Woche waren die Schwankungen an den Aktien-, Zins- und Währungsmärkten wieder sehr groß. Die Investoren versuchen derzeit, sich für das nunmehr von vielen erwartete Szenario eines neuerlichen Schwächeanfalls der Weltwirtschaft zu positionieren. Immer klarer wird, dass die Sparpakete und die Haushaltskonsolidierung, die Europa und auch die USA vor sich haben, im klaren Gegensatz zu der noch vor einigen Monaten als Postulat geltende Annahme der führenden Politiker stehen, dass man aus der Krise „herauswachsen“ und dann die Schulden zurückführen werde. Dieser Weg wird immer mehr als naive politische Wunschvorstellung enttarnt. Die Politik hat angesichts der Eurokrise längst Angst vor ihrer eigenen Courage bekommen und legt nun den Rückwärtsgang ein. Nicht Konjunkturpakete sollen jetzt die Antwort sein, sondern radikale Sparpakete in ganz Euroland – eine bemerkenswerte Kehrtwende innerhalb weniger Monate. Interessant ist dabei besonders, dass die USA seit Monaten nur mehr die Rolle des nahezu unbeteiligten Beobachters spielen. Auch bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass die Verschuldungsquote in den USA sowohl im öffentlichen Haushalt als auch im privaten Bereich deutlich höher liegt und die USA, im Gegensatz zu Euroland, für die Finanzierung ihres Defizits auf ausländische Geldgeber angewiesen ist. Da trifft es sich gut, wenn der Euro – der gerade dabei war, dem US-Dollar ernsthaft Konkurrenz als Reservewährung zu machen – in eine Vertrauenskrise stürzt. Allein im April haben internationale Geldgeber, allen voraus China und Japan, US-Anleihen für 140 Mrd. Dollar gekauft und die Renditen in den USA weiter nach unten getrieben. Da lassen sich Defizite gut aushalten. Den US-Dollar aber auf Dauer für die sichere Alternative zum Euro zu halten, könnte sich aber als großer Fehler erweisen. Schon jetzt besteht eine fatale gegenseitige Abhängigkeit zwischen den USA und China. China ist der Schlüssel zum Weltwirtschaftswachstum und damit als Impulsgeber für die USA unverzichtbar. Die USA wiederum muss die Chance auf Wachstum bekommen, sonst sieht China als größter Gläubiger der USA sein in US-Staatsanleihen investiertes Geld nicht wieder. Und auch Japan ist als zweitgrößter Gläubiger der USA daran interessiert, dass die Zinsen weiter bezahlt werden können. Europa ist in diesem Spiel der gegenseitigen Abhängigkeiten in einer Zuschauerrolle und muss darauf achten, nicht überrollt zu werden, obwohl es eigentlich gar nicht auf dem Spielfeld vertreten ist. Für die nächsten Wochen erwarten wir weitere Tests der 1,20er Marke bei Dollar/Euro, Abwärtsdruck am Aktienmarkt und weiterhin gute Nachfrage nach sicheren deutschen Bundesanleihen. Gefahr für den Zinsmarkt könnte von den USA ausgehen, wo es nach Wochen fallender Renditen zu größeren Gewinnmitnahmen kommen könnte. Das würde auch die Renditen in Euro steigen lassen.
Vorerst sind die Konditionen für Baugeld extrem günstig. Baugeldkunden sollten deshalb die Chancen konsequent nutzen, um Konditionen langfristig festschreiben. Wir empfehlen, einen großen Teil der Finanzierung über lange Laufzeiten abzusichern und dabei auch eine Tilgung von 2 – 3 % zu wählen, um in einem Zeithorizont von rund 20 Jahren schuldenfrei zu sein. Die aktuellen Konditionen für lange Zinsbindungen sind die niedrigsten, die Deutschland historisch gesehen hat. Der Zinsmarkt ist auf Deflation gepreist und gerade am langen Laufzeitende ist momentan keinerlei Risikoprämie für eventuelle Inflation in den nächsten Jahren erkennbar. Das steht in krassem Gegensatz zur landläufigen Meinung, dass man sich derzeit vor Inflation schützen muss und Gold und andere Realwerte wie Immobilien kaufen sollte. Jeder, der Inflation in den nächsten Jahren fürchtet und Immobilien daher für eine gute Anlage hält, muss deshalb zwangsläufig lange Laufzeiten zur Finanzierung wählen. Die Finanzierungsspezialisten bei Interhyp können auf mehr als 250 Banken zugreifen und erarbeiten gerne eine individuelle Lösung. Zur Analyse der eigenen Situation und zur Beobachtung der Zinsentwicklung 2010 und 2011 eignen sich auch die Zins-Charts und Tools auf der Interhyp-Website.
Tendenz:
kurzfristig: seitwärts
mittelfristig: aufwärts
Quelle: Kommentar zur Zinsemtwicklung 2011 der Interhyp AG vom 28.05.2010
In ihrem Monatsbericht, der in der vergangenen Woche veröffentlicht wurde, hat die Europäische Zentralbank (EZB) vor Ungleichgewichten in der Weltwirtschaft gewarnt. Die Politik müsse bald etwas dagegen unternehmen, sonst könnte es durch das ungenügende Austarieren zu zusätzlichen großen Risiken für die globale Wirtschaft kommen. Als eine Ursache der Finanzkrise gelten hohe Leistungsbilanzüberschüsse in Deutschland und den asiatischen Staaten in Kombination mit hohen Leistungsbilanzdefiziten in den USA. Durch Kapitalzuflüsse aus Ländern mit vielen Ersparnissen wurde den Schuldnerstaaten ein Leben auf Pump mit niedrigen Zinsen ermöglicht. Das fand letztlich mit dem Platzen der amerikanischen Immobilienblase ein Ende.
Zuletzt war das Ungleichgewicht zunehmend ausgeglichener – doch nach Auffassung der EZB ist dies vorübergehend zyklischen Faktoren geschuldet. Mit wachsenden Ungleichgewichten sei zu rechnen, weil der Welthandel und die Rohstoffpreise wieder anzögen. Leistungsbilanzüberschüsse seien wahrscheinlich, da das Wachstumspotenzial von Schwellenländern größer als das der Industriestaaten sei, so die EZB. Die Schwellenländer setzen zudem wieder auf Exporte und sehen sich durch die Krise bestätigt, große Währungsreserven vorzuhalten. Im dritten Quartal 2009 waren die Reserven höher als in der Vorjahrsperiode.
Die US-Notenbank (FED) hat in der vergangenen Woche ihren Konjunkturbereicht veröffentlicht. Darin heißt es, dass sich die US-Konjunktur nach Einschätzung der FED moderat verbessert hat. Auch in den Umsätzen der Einzelhändler spiegelte sich eine verbesserte Lage wieder. Mehr als zwei Drittel der Wirtschaftsleistung hängen in den USA vom privaten Konsum ab, daher gilt der Einzelhandelsumsatz als wichtiger Indikator für die Konjunkturentwicklung. Laut FED ist der US-Arbeitsmarkt immer noch schwach, obgleich einige Firmen Zeitarbeiter einstellen. Der Lohndruck sei minimal.
Spekulationen über eine schnelle Zinswende hat der US-Notenbankchef Ben Bernanke einen Dämpfer verpasst. Die nur moderate Konjunkturerholung erfordere wahrscheinlich noch über einen sehr langen Zeitraum niedrige Zinsen. Zwar bestehe keine unmittelbare Gefahr, dass die USA in eine Rezession zurückfallen, aber ganz auszuschließen sei das nicht. Die Vereinigten Staaten mögen sich schneller erholen als etwa Europa von der schwersten Rezession seit Jahrzehnten. Doch das Wachstum der US-Wirtschaft bleibt nach Ansicht von Bernanke wegen der anhaltenden Probleme bei den Staats- und Kommunalhaushalten sowie am Bau gedämpft.
Allen Darlehensnehmern, deren Zinsbindung in den nächsten 60 Monaten ausläuft, raten wir, sich jetzt um eine Anschlussfinanzierung zu bemühen. Die Experten sind sich einig: Das aktuelle Zinstief wird nicht ewig andauern. Nutzen Sie es jetzt mit einem Forward-Darlehen und sichern Sie sich so gegen steigende Zinsen in der Zukunft ab. Die Dr. Klein Baufinanzierungsexperten beraten sie gern.
Tendenz
Kurzfristig: schwankend
Langfristig: steigend
Quelle: Kommentar zur Zinsentwicklung 2011 der Dr.Klein & Co AG veröffentlicht auf Zinsentwicklung.de
Innerhalb von weniger als zehn Jahren hat sich China von einem Wachstumsmarkt mit Phantasie zum praktisch entscheidenden Spieler für die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft gewandelt. Ausschlaggebend für diese rasante Entwicklung sind zwei Phänomene. Erstens: Der Zusammenbruch des amerikanischen Konsumwunders unter der schweren Last einer dramatischen Überschuldung der privaten Haushalte – großteils basierend auf der Illusion immer weiter steigender Immobilienpreise. Derzeit liegt der amerikanische Konsument auf der Intensivstation und wird nach seiner Entlassung nie mehr so dynamisch laufen wie vor seinem Zusammenbruch. Zweitens: Die Dynamik in Europa, die seit dem Fall des Eisernen Vorhangs vor 20 Jahren als große Aufholbewegung eingesetzt hat, ist zum Erliegen gekommen. Die Vorteile der durch den Euro ausgelösten Zinskonvergenz zum tiefen Deutschland-Niveau und die EU-Förderungen für die Randländer sind längst konsumiert. Es stellt sich heraus, dass viel Wachstum vorfinanziert wurde, die Schuldner jetzt aber nicht bezahlen können. Griechenland und die baltischen Staaten dienen als erste drastische Beispiele. Kein Wunder also, dass sich alle plötzlich freuen, dass China seinen über den Exportboom der vergangenen zehn Jahre aufgebauten Überschuss in Form von riesigen Konjunkturpaketen einsetzt und damit wieder Wachstumszahlen von 11-12% liefert. Diesmal aber nicht über den Export, sondern über öffentliche Investitionen und einen steigenden privaten Konsum. Zur Freude europäischer und amerikanischer Unternehmen, die einen wahren Auftragsboom aus China verzeichnen. Und China saugt wie nie zuvor aus aller Welt Rohstoffe an, so dass es zur treibenden Kraft hinter der positiven Konjunkturentwicklung in Brasilien, Kanada, Australien und sogar Afrika geworden ist. Auch diese Länder hängen längst am Tropf Pekings. Ganz nebenbei ist China inzwischen auch zum größten Gläubiger der Welt geworden. China hält die meisten US-Staatsanleihen und hat damit hohes Interesse daran, dass die USA seine Schulden auch bedienen kann. Leben und leben lassen ist daher die Devise. Was hat das alles mit der Zinsentwicklung für 2010 und 2011 zu tun? Gelingt die Feinsteuerung, dass im Zusammenspiel zwischen China, USA und Europa mit Hilfe der chinesischen Lokomotive der gesamte Zug wieder ordentliche Fahrt aufnimmt und die Lokomotive selbst dabei nicht überhitzt, so haben die Notenbanken eine Chance, die Leitzinsen ohne großen Schaden von 2011 an anzuheben und wieder normale Zustände an den Zinsmärkten herbeizuführen. Aber es gibt auch zwei nicht so schöne Szenarien: Übernimmt sich China und die China-Blase platzt so wie andere Blasen zuvor, wird es zu neuen drastischen Verwerfungen kommen. Diese können für die USA und Europa in Deflation, aber auch in Stagflation enden. Während Deflation für noch tiefere Langfristzinsen spricht, bedeuten die beiden anderen Szenarien leicht bis deutlich höhere Zinsen. Wer daher die aktuell extrem tiefen Konditionen für lange Zinsbindungen nicht nutzt, sondern auf noch tiefere Zinsen spekuliert, setzt auf das Deflationsszenario. Nicht umsonst blicken alle nach China. China ist der einzige wirklich fitte Spieler auf dem Spielfeld. Die USA und Europa sind so angeschlagen, dass sie momentan nicht aktiv ins Spiel eingreifen können.
Angesichts der skizzierten Szenarien empfehlen wir weiterhin, zumindest einen großen Teil der Finanzierungssumme über lange Zinsbindungen festzuschreiben und damit für Kalkulationssicherheit zu sorgen. Gefragt sind derzeit zum Beispiel sogenannte Volltilger-Darlehen. Dabei steht heute schon eine Rate über eine höhere laufende Tilgung fest, die nach 20 oder 25 Jahren zu vollständigen Rückzahlung des Darlehens führt. Das Risiko später zu deutlich höheren Zinsen eine Prolongation vornehmen zu müssen, wird damit schon heute ausgeschlossen. Grundsätzlich empfehlen wir, bei diesem niedrigen Zinsniveau eine Tilgung von mindestens 2% zu wählen, damit die Gesamtlaufzeit des Darlehens überschaubar bleibt. Die Finanzierungsspezialisten bei Interhyp können auf mehr als 250 Banken zugreifen und erarbeiten gerne eine individuelle Lösung. Zur Analyse der eigenen Situation und zur Beobachtung der Zinsentwicklung eignen sich auch die Zins-Charts und Tools auf der Interhyp-Website.
Tendenz
kurzfristig: seitwärts
mittelfristig: aufwärts
Mannheim, 08. April 2010. Die neuesten amerikanischen Wirtschaftszahlen sind überraschend positiv. Ein gutes Zeichen auch für deutsche Unternehmen – ein schlechtes jedoch für Bauherren und Anschlussfinanzierer hierzulande. „Sie müssen bei der Zinsentwicklung für 2010 und 2011 mittelfristig mit steigenden Kondititionen rechnen. Denn gute Konjunkturdaten im Anschluss an eine Krise führen zu höheren Inflationsraten – und damit zu teureren Bauzinsen“, sagt Kai Oppel vom Baugeldvermittler HypothekenDiscount. Dazu kommt, dass angesichts des optimistischen Trends immer mehr Anleger ihr Kapital aus sichern Staatsanleihen abziehen und in Aktien investieren. Das führt zu einem Anstieg der langfristigen Bauzinsen.
„Zunächst jedoch bleiben die Zinsen weiterhin auf Tiefstniveau. Hintergrund ist, dass es noch dauert, bis die US-amerikanischen Daten ihre Wirkung im europäischen Raum entfalten“, sagt Kai Oppel. Immobilienkredite mit zehn Jahren Zinsbindung kosten durchschnittlich nur rund 3,9 Prozent effektiv, 15-jährige Zinsbindungen kosten 4,5 Prozent. Topanbieter bieten das Baugeld bei HypothekenDiscount in beiden Varianten sogar noch einmal bis zu 0,4 Prozentpunkte billiger an. Damit bewegen sich die Zinsen auf einem Level, das in der 60-jährigen deutschen Nachkriegsgeschichte nur einmal unterboten wurde.
Die Zinswende jedoch rückt näher. So war selbst mancher Experte überrascht, als vergangene Woche die aktuellsten Wirtschaftsdaten aus den USA verlauteten: Der Pfeil zeigt nach oben, sowohl bezüglich der Unternehmens- als auch der Börsenwerte. Erstmals nach Monaten wurden auch wieder deutlich mehr Mitarbeiter eingestellt. Da die US-amerikanischen Daten oft ein Indikator für die deutschen Märkte sind, ist zu erwarten, dass sich der Trend auch hierzulande fortsetzt.
Wer überlegt, eine Immobilie zu kaufen oder wer demnächst eine Anschlussfinanzierung benötigt, dem rät Kai Oppel, die aktuell günstigen Konditionen für mindestens 15 Jahre festzuschreiben: „Im Durchschnitt waren die Zinsen während der vergangenen 50 Jahre etwa zwei Prozentpunkte teurer als jetzt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich der Zinssatz auch langfristig deutlich über dem aktuellen bewegt“.
Zinstrend:
kurzfristig: stabil, leicht schwankend
mittelfristig: steigend
langfristig: steigend
Quelle: Pressemitteilung von HypothekenDiscount vom 08.04.2010
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat angekündigt, dass sie die Ausnahmeregelung, nach der die Banken Staatsanleihen mäßiger Qualität als Sicherheit hinterlegen dürfen, wenn sie sich Geld von der Zentralbank leihen, über das Jahr 2010 hinaus verlängern wird. Um das Bankensystem in der Finanzkrise zu stabilisieren, hatte die EZB die Anforderung, dass Staatsanleihen mindestens von einer Ratingagentur die Note „A–„ bzw. „A3“ erhalten haben müssen, auf die Mindestnote „BBB“ gesenkt. Diese Ausnahmeregelung sollte am Ende dieses Jahres also vor 2011 auslaufen, doch laut der EZB sollen Anleihen ohne A-Rating dann mit einem abgestuften Sicherheitsabschlag akzeptiert werden.
Von der Verlängerung der Ausnahmeregelung profitieren vor allem griechische Anleihen, denn bei einem Ende der Ausnahmeregelung wäre es für Griechenland im kommenden Jahr eng geworden. Die ursprüngliche, höhere Anforderung erfüllt das Land nur noch mit dem Rating von Moody’s, und Moody’s erwägt eine weitere Senkung der Bonitätsnote Griechenlands. Mit der Verlängerung der Ausnahmeregelung über das Jahr 2010 hinaus hat die EZB den Druck vom Markt bei der Zinsentwicklung genommen, dass eine Verkaufswelle für die griechischen Anleihen und eine Belastung für das griechische Bankensystem droht.
In seinem neuen Ländergutachten erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF), dass sich Deutschland nur langsam aus dem Konjunkturtal herausarbeiten kann. Für das laufende Jahr geht der IWF von einem Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent aus, für 2011 von 1,7 Prozent. Im Februar lag die Einschätzung noch bei 1,5 bzw. 1,9 Prozent Wachstum für Deutschland. Nach Ansicht des IWF wird sich der Abbau von Arbeitsplätzen beschleunigen, es wird sogar ein Anstieg der Arbeitslosigkeit auf bis zu 9,5 Prozent zum Jahresende erwartet. Auch für 2011 erwartet der IWF keine Besserung. Weitere Stellenstreichungen stünden vor allem in der deutschen Industrie bevor, insbesondere, wenn sich der Welthandel schwächer entwickelt als bisher erwartet. Vor allem die Instabilität des Bankensektors bleibt nach IWF-Einschätzung ein Risiko für den Aufschwung. Seit Beginn der Krise hat sich der Zustand der Finanzbranche zwar verbessert, doch es bestehen weiterhin Gefahren, wie das Risiko weiterer Kreditausfälle und Abschreibungen sowie das starke Engagement deutscher Banken in Südeuropa.
Das Zinsniveau für Baufinanzierungen ist weiterhin auf einem historisch günstigen Niveau. Für risikofreudige Baufinanzierer oder diejenigen, die in den kommenden Jahren einen größeren Geldbetrag zur Verfügung haben, kann es sich lohnen, für einen Teil der Finanzierungssumme einen variablen Zinssatz zu wählen. Wir empfehlen, z. B. für ein Drittel des Darlehensbetrags einen variablen Zinssatz und für den Rest eine lange Zinsbindung von 15 oder 20 Jahren zu wählen. Ein Darlehen mit einem variablen Zins, ob mit oder ohne Zinsobergrenze, ist schon für weniger als 2,50 Prozent zu bekommen. Sie können dabei jeweils zum Quartalsende auf ein Festzinsdarlehen wechseln. Ihre Baufinanzierungsexperten bei Dr. Klein beraten Sie gern!
Tendenz
Kurzfristig: schwankend
Langfristig: steigend
Quelle: Kommentar zur Zinsentwicklung bis 2011 der Dr. Klein & Co. AG